Das Restless Genital Syndrom

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    Meine RGS-Geschichte

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    Lexie

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    Meine RGS-Geschichte

    Beitrag  Lexie am Mo Feb 19, 2018 2:11 pm

    Hallo zusammen,

    auch ich möchte meine Geschichte erzählen. Ich bin 23 Jahre alt und habe mittlerweile seit 5 Jahren RGS.
    Eine Reizblase habe ich schon mein Leben lang.

    Früher dachte ich immer, etwas stimmt nicht mit mir, weil ich keinerlei sexuelle Erregung verspüren konnte und ich mich quasi taub im Intimbereich angefühlt habe. Eines Tages, mit 18 Jahren, habe ich mich dann versucht mit dem Duschkopf selbstzubefriedigen und habe einen Orgasmus bekommen.
    Dann begann meine Leidensgeschichte mit RGS. Ich hatte drei Tage lang dauerhaft Symptome wie Kribbeln, Brennen usw. Ihr kennt es. ich habe die ganze Nacht kein Auge zubekommen. Ich war daraufhin direkt am nächsten Morgen beim Frauenarzt und habe meine Symptome beschrieben und dieser hat mir eine Creme für Scheidenpilz mitgegeben. Diese hat natürlich nicht geholfen. Am Abend waren die Symptome immer noch so schlimm, dass ich mich meiner Mutter anvertraut habe und sie erneut mit mir zum Arzt gegangen ist. In der Frauenarztpraxis gab es mehrere Ärzte und diesmal war ich bei einem anderen, der mir ein Schlafmittel verschrieben hat, damit ich wenigstens schlafen kann.
    Nach 2-3 Tagen sind die Symptome zum Glück von allein weggegangen und ich habe mir nichts weiter dabei gedacht. Ich habe zu dem Zeitpunkt nicht daran gedacht, dass dies Dauerzustand werden könnte.

    Als ich dann ein paar Monate später meinen ersten "richtigen" Freund hatte und mit diesem auch geschlafen habe, hatte ich wieder kein Gefühl im Intimbereich. Also konnte ich beim Sex auch nicht kommen, da ich nicht wirklich Erregung dabei gespürt habe. Irgendwann hat er einen Vibrator besorgt und ihn an mir ausprobiert und mich damit zum Orgasmus gebracht. Danach folgten wieder mehrere Tage die Symptome von RGS. Ein anderer Frauenarzt verschrieb mir Buscopan und ein weiterer Tabletten zum Beruhigen der Nerven, welche natürlich nicht geholfen haben. Aber die Symptome gingen immer nach ein paar Tagen von allein weg. Ich hatte aber trotzdem schon Angst vor Sex bekommen und ließ keine Stimulation mehr zu. Eines Tages hat mich mein Freund dann doch nochmal zum Orgasmus gebracht und ab diesem Tag hat sich alles verändert.
    Diesmal gingen die Symptome zuerst mehrere Monate nicht weg. Ohne starke Schlaftabletten konnte ich nachts nicht schlafen. Ich konnte nie allein sein, da ich immer abgelenkt werden musste. Ich habe viele Arztbesuche hinter mir und wurde oft belächelt und nicht ernst genommen. Ich habe Elektrostimulation ausprobiert, Emla-Salbe, aber die Ärzte wussten nicht, wie sie mir helfen sollten.
    Nach ein paar Monaten ging es mir besser, die Symptome waren nur noch nach dem Sex da und ansonsten geht es mir gut. Aber ich merke doch noch, dass da unten was anders ist und ich sehr empfindlich bin. Schlafen klappt zum Glück wieder normal, nachdem ich anfangs monatelang nur mit Schlafmitteln einschlafen konnte, oder vor lauter Erschöpfung erst nach Stunden eingeschlafen bin.
    Ich bin total empfindlich, ich kann teilweise meinen Freund (ein anderer als damals) nichtmal küssen, ohne dass die Symptome losgehen. Wir haben vielleicht einmal im Monat Sex, wenn es hoch kommt. Und  das nur sehr vorsichtig, denn meine Klitoris ist zu empfindlich, um berührt zu werden, denn danach sind die Symptome der Horror. Mein Arzt hatte zuletzt die Idee, mir Antidepressiva zu verschreiben, aber da es mir dem Umständen entsprechend gut geht, wollte ich sie nicht nehmen, da mir die Nebenwirkungen zu krass waren.
    Ich war zwischendurch auch beim Psychologen, der mir aber sagte, dass es anderen Menschen schlechter geht es als mir. Es nimmt einfach niemand Ernst.
    Ich bin nicht mehr in Behandlung, da niemand es Ernst genommen hat, sogar in der Gynäkologischen Abteilung in einer großen Klinik hat die Ärztin gegrinst als ich weinend auf dem Behandlungsstuhl saß.
    Ich war insgesamt bei 5 Frauenärzten, drei Hausärzten, einem Neurologen und zwei Urologen und niemand konnte mir helfen. Ich lebe jetzt so damit, da ich nach jedem Arztbesuch enttäuscht wieder nach Hause gegangen bin ohne Hoffnung auf Besserung.

    Als ich im Internet recherchiert habe, war ich mir sicher, dass ich RGS habe. Auch da ich schon mein ganzes Leben lang eine unerklärliche Reizblase habe und täglich 15 - 30 x auf die Toilette muss, passt alles zusammen.

    Mir geht es zwar gut, wenn ich keinen Sex habe, was besser ist als vielen hier, aber es ist trotzdem schwer, damit zu leben. Man fühlt sich einfach minderwertig in einer Beziehung. Auch wenn mein Freund sagt, ihn stört es nicht, dass wir kaum Sex haben. Dieses Schuldgefühl, wenn wir doch Sex haben und es mir danach tagelang schlecht geht, ist kaum erträglich. Ich fühle mich schuldig, weil ICH nicht vorsichtig genug war. Es ist MEINE Schuld. Dabei wünsche ich mir nur ein normales Leben, wie alle anderen Paare auch.

    Liebe Grüße
    Lexie

    Lena-87

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    Re: Meine RGS-Geschichte

    Beitrag  Lena-87 am Sa März 03, 2018 9:49 pm

    Hallo Lexie! Das tut mir total Leid. Fühl dich gedrückt.

    Lexie

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    Re: Meine RGS-Geschichte

    Beitrag  Lexie am Sa März 10, 2018 8:37 pm

    Danke! Du dich auch ♥️

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    Re: Meine RGS-Geschichte

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