Das Restless Genital Syndrom

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    RGS - Die Unfähigkeit des Körpers Entspannung herzustellen?!

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    Aristocat
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    RGS - Die Unfähigkeit des Körpers Entspannung herzustellen?!

    Beitrag  Aristocat am So Nov 25, 2018 5:32 pm

    Vor einiger Zeit bin ich auf dem amerikanischen „pudendalhope“ Forum auf etwas gestoßen, das mir noch einmal bestätigt hat, dass meine gesamte Hypothese zum RGS richtig ist; nämlich, dass es sich um ein den ganzen Körper betreffendes Syndrom handelt. Es ist alles im Kopf, im Gehirn, im ganzen Nervensystem und im Hormonsystem. Man könnte dieses Syndrom auch als einen großen Stau im Nervensystem bezeichnen, der einfach nicht aufzulösen ist, wenigstens nicht mit den gängigen Medikamenten und Interventionen.  

    So habe ich auf dem amerikanischen Forum mit großem Interesse den ersten Post von AllanT gelesen, einem jungen Mann mit PGAD. Zum Schluss seiner sehr genauen Ausführungen zu seiner Problematik führt er einige Punkte auf, die belegen, dass sein Körper noch andere Symptome zeigt.
    Nicht einer von den Forumteilnemern, die ihm antworteten, zeigten ein Interesse an diesen Symptomen, oder gingen auch nur mit einem Wort näher darauf ein. Alle möglichen Untersuchungen und Therapien wurden durchgeführt und AllanT selbst, wie auch die anderen Forumteilnehmer, hatten nur ein Ziel, nämlich eingeklemmter Pudendus Nerv, irgendwelche Zysten, und das muss natürlich operiert werden. AllanT hat diese Operation am Pudendus Nerv vor einigen Wochen durchführen lassen. Da seine Probleme einseitig waren, hat er nun Probleme auf der anderen Seite und die operierte Seite ist taub. Nun überlegt er, die nun neu aktivierte Seite ebenfalls operieren zu lassen. Aber er ist guter Dinge, und ich wünsche ihm nur das Beste. Zugleich bin ich auf weitere seiner Posts gespannt, also, wie seine Heilung fortschreitet. Seine letzte postoperative Mitteilung war vom 15.10.2018. Bis heute hat er nichts mehr geschrieben.

    Für die Leser, die ann AllanTs Geschichte interessiert sind, hier der Link: http://www.pudendalhope.info/forum/viewtopic.php?f=2&t=8568

    AllanT hat sich und seinen Körper hervorragend beobachtet und Symptome benannt, die ich ebenfalls kenne, so klar aber bisher noch nicht gelesen habe. Ich halte sie für extrem wichtig im Zusammenhang mit RGS, weswegen ich darüber schreiben möchte.

    Den Anfang seines Leidens beschreibt AllanT im Sommer 2014. Er hatte damals Zuckungen im gesamten Körper, wenn er versuchte einzuschlafen. Dies ist der sog. hypnagoge Zustand, also ein veränderter Bewusstseinszustand, in dem der Körper langsam in die Entspannung geht und sich auf den Schlaf vorbereitet. Immer wenn er gerade einschlief, wachte er wieder auf. Dies an zwei bis drei Nächten pro Woche, die ganze Nacht hindurch. Des weiteren entstand bereits zu dieser Zeit der bekannte Druck auf der Blase, der ihn zwang, alle 20 Min. zur Toilette zu gehen. Dies waren die ersten Anzeichen dafür, dass der Körper nicht mehr in die Entspannung gehen konnte. Er nennt diesen Zustand „hyper awaking“, eine „Überwachheit“. Das ist Stress pur, den viele Betroffene kennen. Dies ist auch der Grund, warum Menschen mit RGS häufig nicht mehr schlafen. Es sind nicht in erster Linie die sexuellen Gefühle und Schmerzen, es ist das Nervensystem, das sich nicht mehr beruhigt, bzw. statt zu entspannen, in diesem hypnagogen Zustand erst recht aktiv wird. In der Traumaforschung wird dieser Zustand „Hyper Arousal“ genannt.

    Erst über zwei Jahre später bemerkte AllanT, dass seine Orgasmen sich veränderten und sich anders anfühlten. Dies ging ebenfalls einher  mit der hyperaktiven Blase. Er schildert die inzwischen allseits bekannten Probleme, nämlich u.a., ein Orgasmus führt nicht in die Entspannung.

    Dann fängt er an Symptome aufzuzählen, die mich mehr als aufhorchen ließen, die aber, wie bereits erwähnt, ansonsten niemanden beeindruckten.

    Ich führe sie hier wie folgt auf:

    „Constant high pitched ringing in the ears. Bilateral. Went to both an audiologist and ENT to confirm it was nothing up there.“
    Ein in der Tonhöhe hohes Klingeln in den Ohren. Beidseitig. Bin zu beiden gegangen, einem Ohrenarzt und ENT?, um feststellen zu lassen, dass nichts war.
    Töne, auch Summtöne auf den Ohren, die ärztlicherseits nicht als Tinnitus diagnostoziert werden, sind Phänomene, die in veränderten Bewusstseinzuständen auftreten. Je tiefer der Bewusstseinszustand ist, also in Richtung Entspannung hin zur Trance geht, desto lauter wird der Ton.

    „Random numbness in my feet that usually comes for about 10 to 15 seconds then goes away, usually while laying down, but can happen otherwise. Mostly happens on right foot.“
    Zufällige Taubheit in meinen Füßen, die normalerweise für ca. 10 – 15 Sekunden kommt und dann wieder verschwindet, normalerweise, wenn ich dabei bin, mich hinzulegen, kann aber auch anders passieren. Es passiert meistens im rechten Fuß.
    Ich hatte bereits über den amerikanischen Traumaforscher Robert Scaer geschrieben. Er hat mit Patienten gearbeitet, die leichte Verkehrsunfälle mit Schleudertrauma hatten. Irgendwann hatten diese Patienten Taubheiten in verschiedensten Körperteilen entwickelt, ohne konkrete nervliche Ursache. Das Nervensystem stellt diese Taubheit aus sich selbst heraus her, ohne äußere Einwirkung oder körperliche Erkrankung, z.B. Schlaganfall.

    „ I constantly get the urge to sneeze but have difficulty finishing the sneeze. I'll build up the "ahhh" part but won't finish. It's really unrelieving and will feel a little uneasy for about 20 minutes after that happens. Very annoying. Sometimes I can finish the sneeze, and when I do, my whole body aches for a few seconds. Only sometimes though. I don't have any allergies.“
    Ich habe konstant den Drang zu niesen, habe aber die Schwierigkeit, das Niesen zu beenden. Ich baue den „ahhh“ Teil auf, aber beende ihn nicht. Es ist wirklich nicht erleichternd und fühlt sich für ca. 20 Min. etwas nicht einfach an. Sehr störend. Manchmal kann ich das Niesen beenden und wenn ich es mache, tut mein ganzer Körper für einige Sekunden weh. Jedoch nur manchmal. Ich habe keine Allergien.
    Ich werde zu all diesen Symptomen im Anschluss etwas schreiben.

    „Sometimes I'll yawn and it'l be like a half-yawn. Like it'l just stop midway through. I'll end up yawning multiple times in a row. It's really weird“
    Manchmal will ich gähnen, und es ist wie ein halbes Gähnen. Es ist, als ob es mitten auf dem Weg stoppt. Ich beende das Gähnen erst mehre Male hintereinander. Das ist wirklich sonderbar.
    Auch Gähnen führt in veränderte Bewusstseinszustände und sowohl in die Entspannung, als auch ins aktive Wachbewusstsein; später mehr dazu.

    „Sometimes I get this really weird tenderness on the right side of my neck and mild headache back of head right side. This is not bothersome, just noticable.“
    Manchmal bekomme ich eine wirklich sonderbare Zärtlichkeit auf der rechten Seite meines Nackens und leichte Kopfschmerzen am Hinterkopf auf der rechten Seite. Das ist nichts Störendes, jedoch wahrnehmbar.
    Das Nervensystem ist überall, also können auch anderen Stellen des Körpers nervliche Irritationen entstehen.

    „ Sometimes the strange uncomfortable arousal will be triggered by me getting really mad at something. This really makes no sense to me.“
    Manchmal wird die seltsame, unbequeme Erregung ausgelöst, wenn ich wirklich wütend auf etwas werde. Das macht für mich wirklich keinen Sinn.“
    Ich habe immer wieder dargelegt, dass unsere Gedanken, Gefühle, Ängste, Traumata eine Menge mit RGS zu tun haben und es verschlimmern.

    Ich fasse zusammen, was dieser Mann beobachtet hat:

    Gravierende Nervenzuckungen im ganzen Körper in der Einschlafphase, die ihn die ganze  Nacht über daran hinderten einzuschlafen.
    Eine hyperaktive Blase. Er hatte zeitweise alle 20 Minuten das Bedürfnis zur Toilette zu gehen.
    Es entstand keine Entlastung durch einen Orgasmus, teilweise waren die Orgasmen auch schmerhaft.
    Ein hohes Klingeln in beiden Ohren.
    Kurze Taubheit in beiden Füßen.
    Es bestand ein häufiger Impuls zu niesen, was aber nicht erfolgte und wenn doch, über einen längeren Zeitraum ein unangenhmes Gefühl hinterließ und sogar Schmerzen im ganzen Körper verursachte.
    Es bestand der menschliche Impuls zu gähnen, was auch nicht möglich war, sondern unterbrochen wurde. Das Gefühl der Erleichterung wurde erst nach mehreren neuen Ansätzen erreicht.
    Nervliche Sensationen im Nacken und leichte Schmerzen im Hinterkopf.
    Das Erregungsgefühl wurde auch ausgelöst, wenn Ärger entstand.

    Ich vertrete seit langem die These, dass RGS etwas mit veränderten Bewusstseinszuständen zu tun hat.
    Während in der Wissenschaft vorrangig von den vier großen veränderten Bewusstseinszuständen die Rede ist, nämlich – aktives Tagesbewusstsein, leichte Trance, tiefe Trance/Meditation und Schlaf/Amnesie -, wechseln wir in Wirklichkeit ständig über den Tag verteilt den Bewusstseinszustand, was große Auswirkungen auf RGS zu haben scheint. Deswegen ist im Zustand  starker Ablenkung und hoher Aktivität mit anderen Menschen die Symptomatik häufig auch wie verschwunden. Darüber berichten immer wieder Betroffene. Sitzen Betroffene im Gegensatz dazu jedoch entspannt vor dem Fernseher, im sanft wippenden Auto, im Bus oder sonstigen entspannten Zuständen, treten die Gefühle stärker hervor und werden durchaus auch aggressiver. Auch die mentale Aufmerksamkeit, die nahezu ständig im Genitalbereich ist, forciert die Intensität der Gefühle noch zusätzlich.
    Veränderte Bewusstseinszustände haben etwas mit der Gehirnaktivität und den Gehirnwellen zu tun. Das ist inzwischen messbar. Was wissenschaftlich weniger bekannt zu sein scheint, sind die vielen körperlichen Symptome, die in veränderten Bewusstseinszuständen auftreten, und die man eher im körpertherapeutischen Bereich beschrieben findet. Sie sind relativ unerforscht, so z.B. auch das Summen auf den Ohren, das „halbe Gähnen“ und die Unfähigkeit zu niesen. Solche Symptome interessieren die Wissenschaft kaum und dennoch scheinen sie eine Versuch des Gehirns zu sein, den tagesaktiven Zustand wieder herzustellen. Wenn dies nicht gelingt, scheint das Gehirn, natürlich im Zusammenwirken mit Nerven- und Hormonsystem, Gefühle zu entwickeln, die für den Menschen ins Unerträgliche gehen können. Hier könnte mit ein Grund für „psychosomatische Erkrankungen“ liegen.

    Des weiteren vertrete ich schon seit längerem die weitere These, dass nicht nur der Beckenboden in die Problematik involviert ist, sondern alle drei Diaphragmen, von oben – Rachen, Zwerchfell, Beckenboden -.  Wer ernsthaft glaubt, die Aufmerksamkeit allein auf den Beckenboden richten zu können, unterschätzt das Wunderwerk Körper mit allen ineinander greifenden Vorgängen gänzlich. Als kurzes Beispiel sei ein Mensch mit einer Angstproblematik genannt. Er beißt die Zähne aufeinander, das Zwerchfell kann nicht mehr korrekt arbeiten, da Atmung nur noch im oberen Brustraum stattfindet, und da Zwerchfell und Beckenboden  rhythmisch miteinander interagieren, wird auch der Beckenboden bis zum Anschlag angespannt. Das Alles ist ein systemischer Vorgang des gesamten Körpers, läuft unbewusst und ist irgendwann konditioniert.

    Den Rachen und das Zwerchfell betreffend:
    Beschreibt AllanT einen Ton auf beiden Ohren, der kein Tinnitus ist und der ärztlich nicht zu diagnostizieren ist. Diesen Ton  kann ich nicht erklären. Wie schon oben gesagt ist jedoch bekannt, dass er auf einen veränderten Bewusstseinszustand hinweist und je nach Zustand auch variiert.

    AllanT kann nicht niesen. Er bleibt in der Einatmung, im Hochziehen des Atems stecken und die erlösende Entladung, die Ausatmung durch Niesen folgt nicht. Wenn sie dann irgendwann folgt, schmerzt der ganze Körper. Ein unangenehmes Gefühl bleibt über einen längeren Zeitraum bestehen. Es erfolgt keine Entladung.

    AllanT kann nicht gähnen. Er bleibt wieder in der  Einatmung, im Hochziehen des Atmes stecken und die erlösende Entspannung, die tiefe Ausatmung, folgt nicht. Ich kenne diese Art des nicht vollendeten Gähnens, das ich ebenfalls als sehr unangenehm empfinde. Es erfolgt keine Entladung.
    Forscher haben festgestellt, dass Gähnen nicht nur der Entspannung, sondern auch der Stimulation der Aufmerksamkeit dient. In dem Moment, wenn die Wachsamkeit nachlässt, neigen nicht nur Menschen, sondern auch Tiere dazu zu gähnen. Mit meinen Worten, als Verfechterin veränderter Bewusstseinszustände, heißt das, sobald wir immer weiter in einen veränderten Bewusstseinszustand gehen, der in Richtung Trance tendiert, holt uns das Gähnen zurück. Da wir uns aber, meiner These nach, ständig in einem veränderten (ungesunden) Bewusstseinszustand befinden, gelingt es dem Körper nicht mehr über das tiefe Ausatmen des Gähnens, diesen Bewusstseinszustand zum Wachbewusstsein hin zu verändern. Im unten verlinkten Bericht wird auch gesagt, dass Menschen, die Antidepressiva nehmen, manchmal bis zu 300 mal am Tag gähnen. Dies würde bedeuten, dass das Gehirn mit der ständigen Überflutung von Glücksgefühlen (Serotonin), in einen entspannten, veränderten Bewusstseinszustand transportiert wird, aus dem es sich jedoch über den Mechanismus des Gähnens nicht mehr befreien kann. Die durch die Medikamente künstlich hervorgerufene Entspannung und gute Laune hat den Nachteil, dass das aktive Wachbewusstsein nicht mehr hergestellt werden kann. Der Forscher rät in dem folgenden Link zu diesem Bericht dringend, in solchen Fällen die Antidepressiva abzusetzen. Die Ärzte setzen jedoch häufig die Dosis noch höher, da sie glauben, das Gähnen sei ein Ausdruck dessen, dass sich die Depression wieder verstärkt.

    Jetzt dürfte auch verständlicher sein, warum Antidepressiva sexuelle Dysfunktionen hervorrufen. Sie verändern den Bewusstseinszustand in Richtung Entspannung, was das Gehirn aber wohl nicht für das non plus ultra hält, da es die Tendenz hat, den Menschen bei Abdriften ins Wachbewusstsein zurückzuholen. Wenn das nicht gelingt, produziert es aus dieser Unmöglichkeit heraus Symptome, wie Schmerz, vorgegaukelte Sexualität und, wie bei AllanT, auch Taubheit, was im sexuellen Bereich Anorgasmie ist.
    Für die, die es interessiert, warum wir gähnen:
    https://www.ardmediathek.de/tv/Was-wir-noch-nicht-wissen/Warum-g%C3%A4hnen-wir-eigentlich/ARD-alpha/Video?bcastId=14913300&documentId=43265494

    Wikipedia schreibt zu den verschiedenen Bewusstseinszuständen, dass im Beta-Zustand, also dem Zustand des normalen aktiven Tagesbewusstseins, Unterschiede gemessen wurden. Schlägt die Messung nach oben aus, so ist dies häufig ein Ausdruck von Angst und Sress, schlägt sie nach unten aus, kann sie ein Anzeichen für Depression sein. Meine Vermutung nun ist, dass die Antidepressiva den Menschen immer mehr in die „glückliche“ Entspannung ziehen, hin zu dem Alpha-Zustand, einem leichten Trancezustand, und alles Gähnen ihn aber nicht mehr ins Tagesbewusstsein zurück holt. Das wiederum scheint Stress für das Gehirn zu bedeuten und der Entspannungszustand wird nicht mehr als angenehm empfunden, sondern es werden Schmerzen und abnorme sexuelle Gefühle ausgebildet.

    Den Beckenboden betreffend:
    Begannen AllanTs Probleme in diesem Bereich mit einer „hyperaktiven Blase“, einem ständigen Druck auf der Blase, einer gefühlten ständigen Anspannung in diesem Organ. Sein gesamtes Nervensystem hatte bereits zuvor begonnen, in die Anspannung zu gehen und riss ihn oft nächtelang aus dem Schlaf.
    Die „hyperaktive Blase“ ist nicht hyperaktiv. Das Gefühl, dass die Blase gefüllt ist und entleert werden muss, wird im Gehirn gesteuert. Kurz nach der Entleerung setzt aber wieder der Druck ein. Das Gefühl der Entspannung ist in diesem Organ nicht erfolgt. Wir alle hatten schon einmal eine Blase, die randvoll war und keine Toilette war in der Nähe. So kennen wir auch alle das Gefühl einer unglaublichen Erleichterung und Entspannung, wenn wir dann doch die Möglichkeit haben, die Blase zu entleeren. Dieses Gefühl kann vom Nervensystem und im Gehirn nicht mehr hergestellt werden. Das Gefühl der gefüllten Blase ist praktisch in der Anspannung programmiert. Ich bin sicher, in 98% der RGS Fälle ist die Blase pumperlgesund. Der Körper kann das Gefühl der Entspannung in diesem Organ nicht mehr herstellen, da das Gehirn den Bewusstseinszustand nicht mehr wechseln kann. Es erfolgt keine Entladung.

    So traten dann auch später bei AllanT die RGS (PGAD) Probleme auf. Es geht nun fast schon wie von selbst weiter. Das häufige Gefühl, kurz vor einem Orgasmus zu stehen, bedeutet für den Menschen eine Anspannung extremster Art und ist für Außenstehende nicht im geringsten nachzuvollziehen. Es ist von oben nach unten praktisch die absolute Steigerung des nicht niesen Könnens, des nicht gähnern Könnens und des Drucks auf der Blase. Wie bekannt schaffen Orgasmen  keine Erleichterung und Entspannung. Wie beim Gähnen, kann das normale Wachbewusstsein hin zu einem natürlich entspannten Wachbewusstsein, das nach Sex normalerweise einsetzt, nicht mehr hergestellt werden. Entspannung kann nicht mehr eintreten. Der bei Sexualität in Richtung Trance tendierende  Zustand im Gehirn bleibt bestehen und mit ihm die Anspannung zum Erreichen eines Orgasmus. Findet keine konkrete Entladung im Gehirn  mehr statt, so kann dieser Zustand auch ins Schmerzhafte führen, bzw. weiter erzwungene Orgasmen werden schmerzhaft.

    Die Konsequenz aus dieser permanenten Anspannung und dem daraus resultierenden Wechsel des Bewusstseinszustandes ist, dass der Körper irgendwann in diese Anspannung geführt worden sein muss, und zwar durch uns selber.


    Die Medizin sucht immer klare Regularien, die den Symptomen zugrunde liegen. Bei veränderten Bewusstseinszustänmden dürfte dies mehr als schwierig werden, diese aufzustellen.
    Bis heute führen offensichtlich folgende Ursachen in veränderte Bewusstseinszustände, die dazu beitragen, dass dann eine (Rück)veränderung des Bewusstseinszustand dem Gehirn  nicht mehr möglich zu sein scheint und schwerwiegende Symptome die Folge sind.
    Innere Anspannung durch Angst, Depressionen, Traumata
    Antidepressiva, und auch Hormone zur Schwangerschaftsverhütung müssen auf den Prüfstand, denn es gibt Hinweise, dass auch sie die Zustände verursachen.
    Äußere Anspannung wie exzessiver Sport, im Speziellen Gewichtheben und Radfahren. Letzteres kommt vor allem als Cardio Training immer mehr in Mode. Die neue Welle der Selbstoptimierung.
    Schwangerschaft und Geburt unter schwierigen Umständen
    Kein direkt erkennbarer Grund, der Zustand resultiert aus der Fülle der subjektiven bisherigen Lebensereignisse.


    Schaut man sich AllanTs Symptome an, so werden sie von oben nach unten immer stärker und belastender. Der erträgliche Summton auf den Ohren, der für einen veränderten Bewusstseinszustand spricht, läuft über die unangenehmen Gefühle nicht niesen und gähnen zu können, hin zu den unerträglichen Gefühlen eines RGS und eines ständigen Harndranges schließlich zum völligen „Abschalten“ des Nervensystems in Form von Taubheit, in den Füßen.
    Dies bedeutet, dass sich jeder sehr gut beobachten muss, ob neben den alles domonierenden Gefühlen des RGS nicht auch Unregelmäßigkeiten in anderen Bereichen des Körpers auftreten.

    Der Körper sucht in allen Regionen nach Entladung und Veränderung des Bewusstseinszustandes – Niesen, Gähnen, Blase entleeren, Orgasmen. Da seine Gehirnwellen sich aber ständig in Richtung Trance, oder vielleicht auch Hyperaktivität bewegen und „verlernt“ haben, nach der Entladung in einen anderen Bewusstseinszustand zurückzukehren, kann keine wirkliche  Entspannung erfolgen und der Körper „verkrampft“ immer mehr. Verkrampfungen in einem veränderten Bewusstseinszustand scheinen RGS, Anorgasmie, Schmerzen und Taubheit und viele andere unangenehme Gefühle hervorzurufen – so weit meine Hypothese

    Aristocat
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    Re: RGS - Die Unfähigkeit des Körpers Entspannung herzustellen?!

    Beitrag  Aristocat am Mo Nov 26, 2018 2:00 pm

    In Ergänzung zu meiner oben dargelegten Haltung zu RGS möchte ich noch Folgendes mitteilen.

    Ich habe mich in diesem Gesamtzusammenhang u.a. auch mit der östlichen Sichtweise des Chakrasystems auseinandergesetzt, was mehr ist als esoterischer Unsinn, sondern gerade im Zusammenhang mit Bewusstseinszuständen sehr aufschlussreich ist.

    Hier möchte ich im Besonderen nochmal auf das Gähnen zurück kommen und die damit u.U. verbundene Unfähigkeit zu gähnen.
    An diesem Vorgang sind stark der Rachen und das Zwerchfell, sowie das große Nervengeflecht im Bereich des Magens, der "Solar Plexus" beteiligt. Das Chakra trägt daher auch den Namen dieses Geflechts. Es steht in Verbindung mit unseren Emotionen (mir ist etwas auf den Magen geschlagen). Der Osten weiß, dass über dieses Chakra, die Energie im Körper verteilt wird. Je ausgeglichener wir sind, desto ruhiger sind wir auch im Zentrum unseres Körpers. Nicht gähnen zu können bedeutet, dass eine Energieverteilung im Körper nicht mehr zur genüge stattfindet. Entweder komme ich nicht mehr in eine gesunde Entspannung, z.B. um zu schlafen, oder nicht mehr zurück in ein aktives Tagesbewusstsein. Das Gehirn bleibt damit in einer Art "stand by" Modus, der nicht mehr gewechselt werden kann und entsprechend negative Gefühle hervorruft.

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Fr Dez 14, 2018 7:23 am