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    Was ist eine Neuropathie ?

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    Was ist eine Neuropathie ?

    Beitrag  Admin am Mo Okt 24, 2011 4:27 pm

    Periphere Neuropathien

    Einleitung

    Die Begriffe periphere Neuropathie und Polyneuropathie umfassen ein grosses Spektrum von Krankheiten welche die peripheren Nerven betreffen. Diese peripheren Nerven haben Ihren Ursprung im Rückenmark und ziehen dann zu Muskeln, Haut, inneren Organen und auch Drüsen. Neuropathien sind ein relativ häufiges neurologisches Problem in spezialisierten Zentren. Es gibt zwar sehr viele verschiedene Ursachen, aber die Symptome sind meist relativ einheitlich. Schmerz, Taubheit, Missempfindungen wie z.B. Jucken oder Brennen, Überempfindlichkeit, gelegentlich auch Schwäche in Armen und Beinen können auftreten. Einige Neuropathien können auch die Augenmuskeln betreffen sowie die Schluck- und Atemmuskulatur, gelegentlich auch das vegetative Nervensystem. Die Neuropathien können entweder vererbt sein oder erworben. Die vererblichen Neuropathien haben häufig ein sehr charakteristisches Erscheinungsbild, aber auch typische elektrodiagnostische Befunde. Vereinzelt lassen sich Genveränderungen nachweisen. Ein Beispiel einer vererblichen Neuropathie ist die Charcot Marie Tooth Krankheit (CMT) oder hereditäre sensorische und motorische Neuropathie (HSMN). Die erworbenen Neuropathien sind sehr häufig und können schwierig zu diagnostizieren sein. Die häufigste Form der erworbenen Polyneuropathie ist bei Diabetes mellitus. Andere Ursachen sind das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) oder die akute inflammatorisch demyelinisierende Polyradikuloneuropathie (AIDP), chronische inflammatorische demyelinisierende Polyradikuloneuropathie (CIDP), multifokale Motoneuropathie (MMN), Nervenkompression, Ernährungsmangel, Organversagen, Tumoren und andere systemische Erkrankungen wie z.B. Amyloidose, Kollagenosen und Vaskulitiden.

    Die sogenannte "small fiber Neueropathie"ist eine Erkrankung der kleinen Nervenfasern die Schmerz und Temperatur zum Gehirn leiten und eine Sonderform der erworbenen Neuropathien. Typische Symptome sind brennende Schmerzen in Füssen und Händen. Am häufigsten liegt ein Diabetes mellitus zu Grunde, aber es können auch andere Erkrankungen vorhanden sein.

    Diagnose

    Die Diagnose beginnt mit der Anamneseerhebung und der neurologischen Untersuchung. Blutuntersuchungen sind in der Regel notwendig. Eine wichtige Untersuchung ist die neurophysiologische Untersuchung. Diese hilft, die Art der Neuropathie zu bestimmen, ob es sich etwa primär um eine Schädigung der Hüllstruktur (demyelinisierende Neuropathie) oder aber des Nerven selbst (axonale Neuropathie) handelt. Die elektrophysiologische Untersuchung ist eine technische Untersuchung und die Ergebnisse hängen sehr von der Erfahrung der Untersuchers ab. Zusätzlich zur neurophysiologischen Untersuchung kann es manchmal erforderlich sein, bestimmte Gewebe zu untersuchen. Beispiel hierfür sind die Neuropathie bei Vaskulitis und Amyloidose. In diesen Fällen ist eine Nervenbiopsie oder auch Muskelbiopsie nötig.

    Behandlung

    Die Behandlung der peripheren Neuropathien hängt von der zu Grunde liegenden Ursache ab. Z.B. erfordert die Therapie einer diabetisch bedingten Neuropathie eine konsequente Blutzuckereinstellung. Für alle Neuropathien ist ein multidisziplinärer Zugang und Betreuung notwendig. Dies beinhaltet sowohl die Behandlung des Schmerzes als auch den Erhalt von Kraft und Mobilität. Hierzu stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung wie z.B. Mittel gegen neuropathische Schmerzen, immunmodulierende Therapien (Steroide, Azathioprin, Cyclosporin, Cyclophosphamid, Mycophenolat, Rituximab) intravenöses Immunglobulin (IVIG), Plasmapherese und Physio- und Ergotherapie.

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