Das Restless Genital Syndrom

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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Waupi am So Jan 17, 2016 12:25 pm

    Hallo Aristocat,

    also die gelebte Sexualität ist ein mir sehr wichtiger Bestandteil meiner Lebensqualität. Das werde ich garantiert nicht einschränken, oder gar unterbinden.
    Genauso wie ich auf keinen Fall irgendwelche Medikamente nehme werde.
    Ich eigne mich nicht als Versuchskaninchen und so lange sowieso kein Mensch wirklich weiß, was da vor sich geht und wie (und ob) man das beeinflussen kann,
    werde ich mich gewiss nicht in irgendeiner Form einschränken lassen, oder mit Medikamenten behandeln lassen, die die Ärzte noch nicht einmal für die Krankheiten im Griff haben, für die sie entwickelt wurden, geschweige denn für ein Syndrom, von dem sie bisher rein gar nichts verstehen.

    Auf Antwort von Prof. Waldinger bin ich gespannt.

    LG
    Waupi

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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Aristocat am So Jan 17, 2016 1:48 pm

    Hallo Waupi,

    solange sich das RGS durch gelebte Sexualität nicht verschlimmert, ist das auch ok. Amaranth und ich haben da halt andere Erfahrungen gemacht. Deswegen ist es so wichtig, dass die Betroffenen sich selbst gut beobachten. Ich stelle auch fest, dass es sehr unterschiedliche Ausprägungen des RGS gibt. Was die Medikamente betrifft, stimme ich völlig mit Dir überein.

    LG Aristocat

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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Aristocat am So Jan 17, 2016 1:57 pm


    Hallo Waupi, Leeloo und Nickel,

    Jetzt beantworte ich erst einmal alte Fragen.

    Ich bin inzwischen davon überzeugt, dass RGS auch mit Traumatisierungen zusammenhängt. Diese sind sicher nicht der einzige Grund, aber ich glaube, dass sie eine große Rolle spielen, und würde man sich die Anzahl der bekannten Betroffenen anschauen, dann glaube ich, dass man zu einem hohen Prozentsatz auf diesen Faktor stoßen würde.

    Ich habe in meinem Leben mehrere Traumatisierungen erfahren, eine davon war, dass ich 2002 an Brustkrebs erkrankte. Ich stamme aus einer völlig krebsfreien Familie, und für mich ist auch dieser Krebs Folge eines Kindheitstraumas. Es folgten eine Chemo- und eine Strahlentherapie. Eine dieser 10 Chemotherapien war massiv traumatisierend. Ich bin der Überzeugung, dass ich in dieser Nacht eine Nahtoderfahrung hatte. Ich möchte an dieser Stelle einmal sehr deutlich sagen, dass die Medizin verschweigt, wie traumatisierend Chemotherapie ist. Für sie ist es nur wichtig, den Krebs zu bannen, alle Folgeschäden, sind Kollateralschäden, die sie in Kauf nimmt. Die Sitzunruhe, von der ich in meinem letzten Kommentar bezgl. der Neuroleptika schrieb, kannte ich aus der Chemotherapie. Zytostatika und Neuroleptika sind reine Nervengifte. Die Psychiatrie kennt übrigens diese Sitzunruhe, der Fachausdruck ist "Akatisie", aber sie schweigt darüber. Meine weiteren Erfahrungen mit der Psychiatrie und mein diesbzgl. Literaturstudium haben mich veranlasst, dass ich heute eine Patientenverfügung besitze, die jegliche Behandlung durch einen Psychiater verbietet, ebenso die Verabreichung von Psychopharmaka und anderen auf das Nervensystem wirkenden Medikamente, dazu gehören auch die, die hier immer wieder benannt werden, wozu massive Schmerzmittel und auch Antiepileptika gehören. Allerdings muss ich mich zu diesen Medikamenten noch genau kundig machen. Ich habe jedoch eine Idee, warum Antiepileptika gegeben werden.
    Ich habe bis heute, bis auf drei Monate Neuroleptikagabe, das RGS ohne Medikamente bewältigt.

    Aber weiter mit meiner Geschichte. Gravierende familiäre Probleme, ein völliges Burn Out durch die Chemotherapie und ein Ganztagsjob führten mich direkt in eine Panikstörung. Aber nach einer guten Erholungsphase in einer Klinik und einer Verhaltenstherapie habe ich nie mehr eine Panikattacke gehabt.

    Was mir aber in diesem Zusammenhang wichtig ist zu schreiben. Während sich die Panikstörung im Laufe der Monate immer stärker entwickelte, hatte ich einige Nächte folgende Erlebnisse. Ich muss vorausschicken, bis zum RGS hatte ich immer einen fantastischen Schlaf. Vielleicht hat mich gerade der am Leben erhalten.
    Ich wachte urplötzlich auf, war sofort hell wach und spürte etwas wie ein elektrisches Surren in meiner Brustwirbelsäule und war nicht mehr in der Lage, weiter zu schlafen. Das hielt ca. eine Stunde an, hörte dann wieder auf, und ich schlief sofort wieder ein. Des weiteren liefen mir an bestimmten Stellen in meiner Wohnung massive Schauer über den Kopf und den Rücken, nicht so wie frösteln, sondern richtig intensiv. Nach meinem Aufenthalt in der Klinik war das weg.
    In diesem Zusammenhang möchte ich sagen, die einzige Traumatherapeutin, die es bisher gewagt hat, über energetische Geschehnisse bei traumatisierten Menschen zu schreiben, ist Michaela Huber, eine der führenden deutschen Trauma Forscherinnen. Frau Huber spricht zwar von Menschen mit einer multiplen Persönlichkeit, aber dies gilt auch für Menschen mit einer frei gesetzten Energie, wie es, meiner Meinung nach, beim GRS vorliegt. Wie ich schon einmal geschrieben habe, das Entstehen des GRS selbst halte ich für eine Traumatisierung, und es kann zugleich eine Reaktion auf Traumatisierungen sein. Sie schreibt zu Therapiesitzungen:
    „Was spürbar ist, das ist eine enorme Energie..............Manchmal kann ich diese Energie, wenn ich der Betreffenden frontal gegenüber sitze, so enorm spüren, als wäre sie eine Art Wirbel. Ich spüre dann, wie ich selbst entweder sehr unruhig werde oder geradezu bleiern müde. (Anm.: Frau Huber wechselt ebenfalls den Bewusstseinszustand und fällt in Trance, so als wäre es „ansteckend“) Ich habe dann experimentiert und festgestellt: Wenn ich mich dann deutlich seitlich von der Klientin platziere und möglichst auch das Fenster öffne,, spüre ich, wie der >>energetische Sog<<, den ich empfinde, nachlässt.“ (Michaela Huber, „Multiple Persönlichkeiten“ 1995, S. 136)

    Irgendwie will die Wissenschaft da nicht heran. Sollte es wirklich ein energetisches Problem sein, unser Nervensystem hat schließlich eine Elektrizität, mit der man eine 50 Watt Glühbirne zum Leuchten bringen kann, so müsste man völlig neu anfangen zu denken. Das Surren in meiner Wirbelsäule und die Schauer, die mir über den Körper liefen, sprechen jedenfalls für hoch energetische Bewegungen des Nervensystems und Entladungen eines Überschusses an Elektrizität an die Umwelt. Ich bin davon überzeugt, dass das die Vorboten für eine völlige Freisetzung der Energie und dem Entstehen von RGS waren.

    Nur wenige Monate bevor das RGS 2008 begann, hatte ich einige Nächte wieder das Surren in der Wirbelsäule, das mich daran hinderte, weiter zu schlafen. Ich verstand das nicht, denn es ging mir gut, ich war fit und hatte keinerlei Probleme mehr. Die letzten Jahre seit der Klinik hatten mir Erholung gebracht.
    Eines nachts schoss ich förmlich aus dem Schlaf hoch mit einer irrsinnigen sexuellen Erregung, wusste überhaupt nicht, was los war und konnte nicht mehr einschlafen. In den ersten Wochen hatte das Erregungsgefühl Vorrang, dann ging das Ganze in Schmerzen über. Ich habe Schmerzen gehabt, dass mir die Tränen heruntergelaufen sind. Es fühlte sich an, als ob mir die Vagina aufgedehnt würde und in die Klitoris gekniffen würde. Ab und an war auch der Beckenboden betroffen. Auch den Druck auf der Blase kenne ich. Vielleicht weil es so heftig los ging, habe ich von Anfang an gespürt, dass das keine „echten“ Schmerzen waren. Es fühlte sich alles anders an, kein Schmerz im Körper. Dieses massive Ziehen in der Klitoris hätte vielleicht noch ein körperlicher Schmerz sein können, aber der Schmerz in der Vagina war völlig anders. Meine Assoziation, wenn ich da hineinfühlte, war, dass ich eine geweitete Vagina hatte und da, wo praktisch Luft sein musste, der Schmerz war. Das Gleiche galt für den Beckenboden. Ich kannte einen etwas überreizten Beckenboden, denn ich machte Pilates, wobei auch intensiv der Beckenboden trainiert wird. Diese Schmerzen waren eindeutig anders. Hinzu kam, dass diese Mischung aus sexuellen Gefühlen und Schmerzen ständig im gesamten Genitalbereich hin- und herwanderte, mal da war, dann aber auch wieder weg war, dass ich dachte, es ist alles vorbei. Ich bin regelmäßig 1/2jährlich in gynäkologischer Behandlung, ich hatte nie Probleme mit der Blase, ich war und bin einfach nur gesund. Gerade bei der Blase ist mir aufgefallen, dass mal dieser ungeheure Druck da war, und es wieder Tage gab, an denen sie völlig normal funktionierte. 2008 gab mir das Internet keine Auskunft, vielleicht habe ich auch falsch gesucht. Da mir aber dieser „Phantomschmerz“ von Anfang an bewusst war, habe ich immer nur gedacht, das glaubt dir niemand.
    Die Mischung aus sexuellen Gefühlen und Schmerz und das ständige Hin- und Herwandern blieben. Mein Hauptproblem war aber mein Schlaf. Da ich schon damals überzeugt war, dass ich körperlich gesund war, wusste ich nicht, was ich machen sollte. Auch gravierende Schlafprobleme deuten wieder auf einen Sturm im Gehirn hin.
    Drei Monate später ging ich zu meiner Neurologin, die auch Psychiaterin ist und schilderte das Problem. Sie sagte mir, ich müsse sofort in eine Klinik. Sie wies mich in die Klinik ein, in der ich mit meiner Panikstörung war. Dort wurde ich dann 2 ½ Monate mit Neuroleptika vollgepumpt und geschädigter als zuvor, u.a.mit einem gebrochenen Arm, entlassen.

    Also blieb ich mit meinen Schmerzen allein. Ich weiß heute nicht, wo die letzten sieben Jahre geblieben sind. Es passierten weitere Schicksalsschläge, zwei Todesfälle in meiner Familie und meine Lebensqualität nahm mehr und mehr ab.

    Ich meldete mich schließlich an zwei Stellen zur Traumatherapie an. Die Uni Klinik meiner Stadt verlegte mich 3/4 Jahr von einem Termin zum nächsten, eine riesige Praxis, die Traumabehandlung auf ihre Fahnen schreibt, erklärte sich nicht für nicht zuständig. Ein Versuch bei einer Hypnotherapeutin, die im Internet klar sagte, wie man eine Terminvereinbarung herstellte, blieb erfolglos, da sie angeblich keinen Platz hatte.

    Schließlich landete ich bei einem ärztlichen Traumatherapeuten, der eine Traumatherapie aus dem Lehrbuch mit mir machte. Er entwickelte mit mir den sicheren Ort, was mich nicht sonderlich weiter brachte, dann kam der Tresor, der mich auch nicht weiter brachte, da meine Schmerzen manchmal unerträglich waren. Er wurde ungehalten, mich langweilte der Lehrbuchstil und wir trennten uns, was ihn sichtlich erleichterte. Er hat allerdings noch EMDR mit mir gemacht, was die Flash Backs aus der einen gravierenden Chemotherapie etwas minderte, wobei diese Vergiftung immer noch nicht da ist, wo die anderen Vergiftungen in meinem Gehirn abgelegt sind.

    Das ist jetzt vier Jahre her, seit dem lebe ich mit RGS. Allerdings muss ich sagen, dass die Phänomene mit der Zeit zurückgegangen sind. Mal habe ich einen ganzen Tag Ruhe, dann flammt es wieder auf. Mal ist das Ziehen in der Klitoris extrem, mal ist es da, aber mein Bewusstsein registriert es nicht mehr als unerträglich. Auch die Probleme mit der Blase sind bei weitem nicht mehr so extrem, wie sie waren. Ich habe auch festgestellt, dass der Druck kombiniert ist mit dem Ziehen in der Klitoris. Ist die Klitoris nicht so belastet, ist auch die Blase ruhig, wenigstens bei mir. Der furchtbare Beginn hat sich ganz klar zum Positiven hin verändert.

    Im Mai 2015 las ich in der Zeitschrift „Geist und Gehirn“, die ich abonniert habe, einen Bericht über RGS. Mir sind bald die Augen aus dem Kopf gefallen, ich fasste es nicht. Tja, und nun sitze ich schon seit längerem an einem Brief an Prof. Waldinger und Dr. Phillipson, um ihnen meine Studien mitzuteilen. Ich hoffe, dass er im Februar endlich fertig ist.

    Ich glaube, mit dem Begriff „akzeptieren“ habe ich mich verkehrt ausgedrückt. Es ist eher so, dass mein Kopf nicht mehr sagt, ich will das weg haben, sondern er sagt, was kann ich tun, um mir das Leben zu erleichtern. Ich halte es für das Wichtigste überhaupt, unsere Lebensqualität zu erhalten. Dem Nervensystem einen Gegenreiz zu geben, Ablenkung, Aufmerksamkeit auf andere Dinge fokussieren und jede Art von Monotonie vermeiden. Es ist so, wie die Wissenschaft es beim Schmerz schon seit langem weiß, Aufmerksamkeit in den Schmerz gesetzt verstärkt ihn. Beim Tinnitus z.B. lernen die Patienten auch, die Aufmerksamkeit weg von dem Ton umzulenken. Beim RGS ist das natürlich noch viel problematischer, da die intimste Region unseres Körpers betroffen ist.

    Ich habe meinen Werdegang teilweise so ausführlich beschrieben, um Betroffenen, oder verunsicherten Menschen zu sagen, dass sie den richtigen Weg einschlagen mögen. Wenn sie den Verdacht auf RGS haben, die Berichte von Prof. Waldinger oder Dr. Phillipson ausdrucken und vor dem Termin dem Gynäkologen zusenden, damit er sich einlesen kann, Nur er kann erst einmal Erkrankungen des Genitalsystems ausschließen. Dann alle Unterlagen vorab zum Neurologen und im Termin fragen, ob er überhaupt konkret etwas tun kann und nach der Messung des nervus pudendus fragen, denn er spielt die Hauptrolle in dem ganzen Geschehen, da ist Prof. Waldinger völlig auf dem richtigen Weg, wenn ich auch, das erlaube ich mir weiterhin, eine Neuropathie in Zweifel ziehe. Wenn jemand medikamentös behandelt werden will, ist das selbstverständlich seine ureigenste Entscheidung und erst recht, wenn es seine Lebensqualität positiv verändert. Mein Weg war und ist es nicht. Wenn der Neurologe mangels Erfahrung (das Syndrom ist noch relativ neu in der Neurologie) keine klare Diagnose geben kann oder will, dann mit den ganzen Unterlagen zu Frau Dr. Phillipson oder Prof. Waldinger, um eine klare Diagnose zu erhalten, soweit dies heute möglich ist. Sie vertreten den heutigen Stand der Wissenschaft. Dies natürlich nur, sofern jemand Wert darauf legt, eine, dem heutigen Wissensstand nach, klare Diagnose zu erhalten.

    Das eigene Leben sollte meiner Meinung nach intensiv betrachtet werden, gab es bereits Traumatisierungen? Viele Frauen sprechen auch von Depressionen und entsprechender Medikamenteneinnahme. Trotzdem kann das Freisetzen von Energie in jedem Lebensalter und zu jeder Zeit passieren. Die Frau in dem Bericht von „Gehirn und Geist“ hatte sich bei einem Motorradunfall das Steißbein gebrochen, dann kam RGS. Es kann durchaus sein, dass, selbst bei intensiven Anamnesen, kein konkreter Grund ersichtlich ist. Die Menschheit ist halt noch nicht an dem Punkt, dass sie ihr Nervensystem und damit das Gehirn beherrscht, vor allem nicht das vegetative Nervensystem, das gerade bei Traumatisierungen eine erhebliche Rolle spielt.
    Die Gründe für die Freisetzung müssten systematisiert und nach neuen Gesichtspunkten statistisch erfasst werden und das europaweit. Das Klein Klein eines jeden Wissenschaftlers führt nicht weiter bei solch einem komplexen Thema.

    Ich schreibe noch zu triggern – es gibt tatsächlich Hoch- und Tiefzeiten in der Aktivität der Energie – das haben viele sehr richtig beobachtet, zu Therapeuten, somatoformen Störungen und Energie generell etc. etc..

    LG Aristocat

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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Waupi am So Jan 17, 2016 8:01 pm

    Aristocat schrieb:Hallo Waupi,

    solange sich das RGS durch gelebte Sexualität nicht verschlimmert, ist das auch ok. Amaranth und ich haben da halt andere Erfahrungen gemacht. Deswegen ist es so wichtig, dass die Betroffenen sich selbst gut beobachten. Ich stelle auch fest, dass es sehr unterschiedliche Ausprägungen des RGS gibt. Was die Medikamente betrifft, stimme ich völlig mit Dir überein.

    LG Aristocat

    Hallo Aristocat,

    auch bei mir verschlimmert sich das RGS durch gelebte Sexualität, aber das Niveau pendelt sich auch wieder ein.
    Es ist einige Stunden danach schlimmer und dann wieder wie immer.
    Es hat im Übrigen auch durch bzw. nach Sex in der Form begonnen.
    Also die unterschwellige ständige Erregung, die hatte ich schon länger.
    Aber irgendwann war es dann so, dass ich noch nach dem Sex stundenlang erregt war.
    Also eine Mischung aus Erregung und Überreizung.
    Ab da wurde es dann zunehmend mehr.

    Wobei es sich ganz langsam schleichend generell verschlimmert hat bisher.
    Wo das noch hinführt weiß ich nicht.

    LG
    Waupi

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    Beitrag  amaranth am Mo Jan 18, 2016 5:09 pm

    Hallo liebe Frauen, danke für Eure Rückmeldungen und Mutmachung. Ich habe wieder alles mit großem Interesse gelesen.
    So locker gehe ich mit Regs nicht um. Ich versuche nur es zu akzeptieren und mich davon nicht beherrschen zu lassen.
    Ist aber schwere Arbeit, die oft auch nicht gelingt.

    Ich habe , wie Du Aristocat festgestellt, auch festgestellt, dass ankämpfen die Symptome und Verzweiflung verschlimmert. Alle Maßnahmen dagegen bringen nur kurz Linderung und bei öfterer Anwendung auch garnichts mehr.
    Medikamente, wie einige Frauen von euch sie nehmen, lehne ich weiter ab. Meine Antidepressive nehme ich natürlich weiter. Regs hatte ich ja auch schon vorher. Die AD haben mir wieder zu einem normalen und lebensfrohen Leben verholfen.
    Ob sie die Symptome verstärken, weiß ich natürlich nicht.

    Auch habe ich festgestellt, dass Erden, Bewegung, Ablenkung, mit anderen Menschen zusammen zu sein usw. Regs entgegenwirkt. Ich glaube manchmal, dass das viele stundenlange Sitzen und Grübeln, während meiner schweren Depression, Regs begünstigt hat. Jetzt bin ich immer zu Aktivität und Bewegung gezwungen.
    Da ich aber gerne sitze, lese, handarbeite oder einfach nur ausruhe, ist es nervig und oft unentspannend mich nach Regs richten zu müssen.
    Ich bin froh, dass ich als Krankenschwester, beruflich viel Bewegung und Ablenkung habe. Wie kommt ihr Frauen, die ihr einen viel sitzenden Beruf habt damit zurecht?. Einige haben hier im Forum auch schon mal was dazu erwähnt.
    Manchma,l wenn Regs sehr stark ist, merke ich es auch bei Bewegung. Außer beim Walking, da habe ich es nie.
    Bei der Arbeit stört es mich sehr. Ich werde unruhig, kann mich nicht konzentrieren oder gerade in Panik. Aber ich habe gelernt damit umzugehen.
    Es ist ein ständiges Auf und Ab und immer wieder Üben damit umzugehen oder Ausprobieren was Linderung bringt.

    Über Nacht beruhigt es sich sehr. Ich geniesse dann morgens die kurze Zeit im Bett, in der ich fast beschwerdefrei bin. Sobald ich sitze, fängt es wieder an und steigert sich. Beim Einschlafen gelingt es mir immer wieder Regs auszublenden und schlafe gut ein. Falls es nicht klappt, nehme ich eine Schlaftablette.

    Stress, Anspannung oder Aufregung oder eben auch Ruhe macht Regs auch bei mir heftiger. Ich versuche es dann zu ignorieren. Auch beim Busfahren wird es mehr.

    Nun zum Them Sex, Trance, Orgasmus usw.
    Sex habe ich schon seit Jahren nicht mehr. Auch nur wenig Selbstbefriedigung. Seit Regs garnicht mehr. Ich bin jetzt 57 Jahre alt und hatte ca. ab 52 Jahre keine Lust mehr. Ich konnte es mir nie erklären. Sexualität hat ja nichts mit Alter zu tun.
    Diese Orgasmusgefühle unter Regs habe ich noch nicht lange. Berühre mich dabei nicht, habe keine Erregung oder Fantasien. Ich gehe einfach nur mit meiner Atmung in das Gefühl. Es ist wunderschön und ich habe es als positive Seite von Regs angesehen. Ich hatte beim Sex nie einen Orgasmus und diese Gefühle sind ganz neu für mich. Es ist auch nicht so, wie viele Orgasmen hintereinander, sondern ein durchgehendes Gefühl. Es fällt mir immer schwer, mich davon zu lösen. Hinterher ärgere ich mich, weil Regs sich dadurch verschlimmert hat.

    Jetzt auf Sex zu verzichten fällt mir nicht schwer. Wenn ich mir aber vorstelle, eine lustvolle Frau mit Regs oder für junge Frauen, wärs das jetzt mit Sex, dann weiß ich nicht, wie das gelingen soll.

    Das Sex ein Trancezustand ist war mir nicht bewußt, vllt. weil ich ihn nicht als soetwas erlebt habe. Mir war Sex meist sehr lästig.
    Das, was ich jetzt mit diesen Gefühlen erlebe, ist die absolute Entspannung.

    Früher, schon als Kind, habe ich diese Entspannungszustände im Kopf erlebt. Z.B. wenn ich zuschaute, wenn jemand massiert wurde, oder bestimmte Töne in der Musik hörte , oder Applausgeklatsche, wurde ein entspanntes Wohlgefühl im Kopf ausgelöst. Seit Regs ist es komplett weg. Jetzt reagiert Regs auf diese Impulse und ich möchte einfach nur weglaufen.
    Ich finde es sehr schade. Habe ich es immer als eine Fähigkeit, der besonderen Wahrnehmung von mir betrachtet. Ob andere Menschen so empfinden, habe ich nie erfahren, weil ich nie darüber gesprochen habe.

    Zum Thema Trauma, kann ich nur sagen, dass ich als Kind missbraucht und geschlagen wurde. Auch in den letzten 4 Jahren, habe ich 2 Situationen erlebt, in denen ich über meine Grenzen gehen musste, und sie noch nicht komplett verarbeitet habe.
    Da bleibt nur ein großes Fragezeichen in Bezug auf Regs.

    Jetzt habe ich von mir soviel berichtet, hoffe ich langweile niemanden. Aber es tut einfach gut, sich diese Sachen von der Seele zu schreiben. Schreibt bitte auch weiter über Euch und eure Entdeckungen oder Maßnahmen gegen oder mit Regs.

    Alles Liebe und eine schöne Woche

    Vanessa29
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    psychisch/körperlich meine Erfahrung mit Hypnose

    Beitrag  Vanessa29 am Mo Jan 18, 2016 5:55 pm

    Und das ist der gedankliche Kampf der bei mir immer wieder zwischen der Frage "Körperlich oder Psychisch" auflodert. Akzeptieren kann ich nicht. Darin muss ich mich noch üben. Würde ich wissen, womit ich es zu tun habe, würde es mir leichter fallen zu akzeptieren.


    Hallo Nikkel &Co.,
    ich finde mich besonders in deinem Beitrag total wieder, Nikkel! Dieses ewige in der Luft hängen- ist es nun psychisch oder körperlich ist echt schlimm. Wenn man wenigstens eins von beiden ausschließen und sich dann auf eine Therapieform einlassen könnte.
    Mein Neurologe möchte erst alle Formen von Restless bei mir ausschließen und dann gucken ob evtl eine Somatisierung vorliegt. Auch ich habe einige Traumata aus der Kindheit (schweres Mobbing, keine Beziehung zu meiner Mutter, sehr konfliktgeladene Ehe meiner Eltern wo ich immer vermitteln muss(te)

    Zu euren Überlegungen bezüglich Hypnose und Unterbewusstein:
    Ich war am Freitag bei einem Spezialisten dafür. Er hat mich in Trance versetzt und wollte dann, dass ich mir eine Person vorstelle, die REGS-Symptome hat und wie diese sich wohl fühlt und denkt, dann sollte ich mir eine Person vorstellen, die REGS niemals bekommen könnte und wie diese wohl denkt und fühlt. Außerdem fragte er, ob dieses Gefühl eine Form, Farbe hat, wenn es sprechen könnte, was es wohl zu mir sagen wollte und warum es da ist. All dies geschah in Trance. Ich hatte jedoch das Gefühl, dass ich nicht richtig weg war. Ich habe ausserdem mich währenddessen immer gefragt, warum fragt er das jetzt, auf was will er wohl hinaus. Und als ich auf vieles keine Antwort geben konnte, wurde ich immer frustrierter und dachte, toll, dann ist es wohl doch nicht psychosomatisch weil sich bei mir nichts tut!!
    Der Therapeut meinte nach der Sitzung jedoch, dass ich gut weg war ( er hat das mit nem Gerät auch gemessen) und meinte, dass ich nicht auf alles antworten konnte, könne ein Zeichen dafür sein, dass irgendwas in mir dicht macht. Zum Beispiel mein inneres Kind, das womöglich verletzt ist.
    Das Thema Inneres Kind ist tatsächlich sehr interessant und ergibt Sinn, wenn man sich dazu mal was durchliest. Und wenn man die Gefühle und Gedanken des inneren Kindes immer unterdrückt können wohl auch solche Symptome hochkommen. Unabhängig von den REGS Symptomen merke ich tatsächlich seit der Geburt meiner Tochter oft, dass ich mich manchmal selbst wie ein kleines hilfloses Kind fühle. Und ich habe trotz gutem Job, Beziehung vieler Freunde und Familie immer das Gefühl, mutterseelenallein auf der Welt zu sein und sehe alles sehr pessimistisch und katastrophalisiere. Leider weiß ich nicht ob das schon immer so war oder ob das nur Langzeitfolgen von REGS sind.
    Es wurde ja schon öfters hier geschrieben, dass alle BEtroffenen früher oder später Ängste und Depressionen entwickeln. Da passt dann wieder die Anfangsfrage- psychisch oder körperlich? Erst das Huhn oder das EI?
    Zurück zur Hypnose:
    Nach der Sitzung (auf die ich sehr hohe Stücke gesetzt hatte, da dieser Therapeut einen unheimlich guten Ruf hat und scon vielen Leuten mit den komischsten Beschwerden aller Art helfen konnte) fuhr ich ziemlich aufgelöst nach Hause und hatte die Symptome wieder total stark, weil ich das Gefühl hatte, es war umsonst. Der Therapeut will noch eine zweite Sitzung machen, in der er den Schwerpunkt auf das körperliche setzt. Er will in Trance den sensomotorischen Kortex ausschatlen bzw runterfahren, also unser Schmerzgedächtnis reseten. Ich weiß jetzt nicht, ob ich das nochmal probieren soll. Ausserdem würde er in der nächsten Sitzung weiter in meine Vergangenheit gehen, quasi in die Zeit wo REGS angefangen hat. Die Sitzungen sind recht teuer und ich weiß es nicht ob es was bringt. Hinzu kommt, wenn ich da so ruhig auf der Liege liege und in mich reinhorche, dass ich die Symptome besonders stark wahrnehme, was sehr unangenehm ist.

    Weiterhin beginne ich aktuell eine kognitive Verhaltenstherapie, in der ich auch an meinem inneren Kind bzw meine familiären Vergangenheit arbeiten werde. Die Therapeutin sagt, vielleicht ändert die Aufarbeitung was an meinen Symptomen, vielleicht auch nicht.
    Ich werde also weiterhin psychisch als auch körperlich weiter therapieren.

    Was hier aber schon auffällt ist, dass viele von uns eine "psychische Komponente" aufweisen. Und das bei einigen von uns scheinbar mehr die Sexualität im Vordergrund steht. Ich zum Beispiel hatte noch nie einen spontanen Orgasmus oder Schmerzen beim Sex. Würde sagen, es fühlt sich eher an wie Ziehen oder ganz leichtes Erregtsein in der Klitoris. Viel nerviger ist dieses komische Gefühl zwischen Bauchnabel und Schambereich und dieses leichte Prickeln auf den schienbeinen sowie dem unteren Rücken.

    Wenn die Hypnose nichts bringt, werde ich auf jeden Fall nochmal zum Neurologen und dieses L-Dopa ausprobieren und dann sehen, was er sonst noch so sagt.

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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Aristocat am Mo Jan 18, 2016 8:20 pm

    Hallo Vanessa 29

    das Prickeln auf den Schienbeinen und am unteren Rücken bedeutet, dass Du die Energie, von der ich immer schreibe, konkret spürst. Diese Energie selbst macht sich bemerkbar mit Kribbeln, oder auch mit Vibrationen. Diese Phänomene treten vorrangig am Damm, am Steißbein und am Sakrum auf, da wo im Rückenmark die Nerven zum Urogenitalsystem entspringen. Das Prickeln kann auch weiter die Wirbelsäule hoch gehen. Keine Panik deswegen, es ist nichts Gefährliches. Ich habe oftmals heftige Vibrationen in den Unterschenkeln gehabt, vor allem nachts, wenn der Körper sehr zur Ruhe kommt.

    Den Punkt zwischen Schamgegend und Nabel nennt der Osten "Hara Zentrum". Der östlichen Sichtweise nach sitzt dort unsere Lebenskraft und es sollte stabil und im Ausgleich gehalten werden. Aus Japan kennen wir den Begriff "Harakiri" Wenn die japanischen Kämpfer Selbstmord begingen, z.B., um dem Feind nicht in die Hände zu fallen, stießen sie das Schwert in diesen Punkt. Dort "bohrt" die Energie manchmal regelrecht, und es ist sehr unangenehm. Ich hatte geschrieben, überall, wo Blockaden sind, ist sie sehr aktiv.

    Mir ist beim Lesen Deines Kommentars noch eingefallen, und das gilt für alle, vielleicht schaust Du mal nach einem guten Atemtherapeuten. Wir atmen alle verkehrt, z.B. eben nicht bis in dieses Zentrum. Über gute Atemtechniken könntest Du dieses vielleicht etwas entlasten. Zudem kann man diese Techniken lernen und dann regelmäßig anwenden. Atemtherapeuten haben auch keine Widerstände gegen den Begriff "Energie", weil sie wissen, dass man Energien lenken kann.

    LG Aristocat

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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Aristocat am Mo Jan 18, 2016 8:25 pm


    Allgemein zu Energie:

    Nickel, auch ich hatte ein Problem mit dem Begriff “Energie“, da er für uns etwas sehr Unfassbares ist. So habe ich Bilder zu Hilfe genommen, die mir das Ganze etwas näher brachten.
    Zunächst hat Dein Chef natürlich recht, dass alles im Universum energetisch miteinander verbunden ist. Das einfachste Bild ist der Strom. Den Strom selber kann man nicht sehen, d.h., wir können ihn mit unseren Sinnen nicht wahrnehmen, nicht sehen, nicht riechen, nicht schmecken, nicht hören. Alles, was wir mit unseren Sinnen nicht wahr nehmen können, wird für uns problematisch, weil wir mit den Sinnen unsere Welt bauen und, wie ich schon einmal geschrieben habe, unser Gehirn sie im Gamma Bewusstseinszustand zu einem vollendeten Bild zusammensetzt. Auch den Strom können wir in unserem Bewusstsein zu einem Bild zusammensetzen, aber erst in dem Moment, in dem er transformiert ist, nämlich weil wir die brennende Glühbirne sehen können, oder den warmen Herd spüren können, oder den laufenden Föhn neben der produzierten Wärme auch hören können.

    Sicherheitstester lassen ein Auto mit 150 kmh gegen eine Wand rasen und können den Aufprall in seiner Stärke und die dabei freigesetzte Energie messen. Sie haben dafür Begriffe erfunden, die die jeweilige Höhe der Energie beschreiben und in Zahlen transformieren, die wir lesen können und somit wiederum mit unserem Sehsinn wahrnehmen können.

    Nun behauptet jemand wie ich, es gibt eine Energie in unserem Körper, die niemand sehen, hören etc. kann, wie es eben so ist mit Energie. Weiter behaupte ich, dass diese Energie unser Gehirn in einen veränderten Bewusstseinszustand versetzt und zwar in in eine latent immer vorhandene Trance. Dieser Trance-Bewusstseinszustand wiederum veranlasst eine Transformation im Nervensystem und so sind wir in der Lage, die Energie wahrzunehmen und zwar in Form von Gefühlen. Die Gefühle sind ganz allgemein gesagt sexueller Art und Schmerz. Und diese Energie macht eines, da sie augenscheinlich ständig aktiv ist und nicht abschaltbar ist, so wie unser Herd, sie wirkt so auf das Nervensystem ein, dass diese Gefühle im Dauerzustand produziert werden.

    Jahrzehnte hat die Medizin sich dagegen gewehrt, Akupunktur anzuerkennen. Es hat lange gedauert, bis Krankenkassen bereit waren, die Kosten zu übernehmen. Akupunktur beeinflusst den Körper über die Meridiane. Meridiane sind Energiestraßen im Menschen, d.h., wenn über die Nadel der Energiestrom angeregt wird, so hat das Auswirkungen auf den Körper und wie Studien ergeben haben, eindeutig positive. Es gibt allerdings immer noch Mediziner, die behaupten, das sei ein Placebo Effekt und hinge mit der Erwartungshaltung des Patienten zusammen. So gehen die Meinungen eben auseinander.

    Ich habe in meinem letzten Kommentar beschrieben, wie ich die Energie als elektrischen Impuls in meiner Wirbelsäule gespürt habe und habe auch die Traumatherapeutin Michaela Huber zitiert, die Ähnliches beschreibt. Dies würde aber einen völlig neuen Denkansatz der Medizin und der Psychologie bedeuten. Die eingefahrenen Geleise sind aber einfacher und Geld bringender.

    Therapeuten

    Ich habe nichts gegen Therapeuten :,). Ich komme selber aus einem Beruf mit hohen psychologischen Anteilen. Allerdings gehe ich heute, mit meinen Erfahrungen und meinem Wissen, das ich mir in den letzten sieben Jahren angeeignet habe, mit vielen Sichtweisen nicht mehr konform. Psychoanalysen halte ich persönlich für problematisch, weil ich die Beschäftigung mit dem Unterbewusstsein, erst recht eines anderen Menschen, sehr gespalten sehe. Dieses Unterbewusstsein ist riesig, individuell und zugleich kollektiv und, wie Dein Chef sagte, mit allem im Universum verbunden und damit energetisch.
    Wenn Dein Weg über diese Therapieform der richtige für Dich ist und Dein Therapeut der richtige Unterstützer ist, so ist das natürlich in Ordnung.

    Somatoforme autonome Funktionsstörung und Konversionsstörung

    „Es muss also nicht immer eine körperliche Ursache hinter dem Gefühl stecken, krank zu sein – selbst dann nicht, wenn Ärzte die Beschwerden teils auch objektiv feststellen können: Deutliche gesundheitliche Beschwerden können auch psychosomatisch (d.h. durch seelische Vorgänge) entstehen. Dann kann die Diagnose zum Beispiel "somatoforme autonome Funktionsstörung" lauten. Jede somatoforme Störung ist gekennzeichnet durch:

    anhaltende körperliche Beschwerden, die
    ohne erkennbare körperliche Ursache auftreten.“

    Exakt das ist der Punkt, an dem sich die Geister scheiden, wenigstens bei mir seit sieben Jahren. Seit dem stehe ich nämlich „psychosomatisch“ mehr als kritisch gegenüber. Denn es besteht für mich die Frage, wie geht das denn, dass die Seele auf den Körper einwirkt und ihn krank macht, oder ihm zumindest das Gefühl vermittelt, krank zu sein? Wo sitzt die Seele und welcher Weg führt von ihr in den Körper?
    Für mich funktioniert das Ganze anders. Gedanken sind Energie und Gefühle sind Energie. Das streiten Wissenschaftler inzwischen nicht mehr ab. Sobald diese Energien auf das Nervensystem treffen werden sie wieder transformiert, und wir nehmen sie wahr in Form von Gefühlen. Wenn diese Gefühle permanent, oder auch einmal brachial auf das Nervensystem einwirken, sendet selbiges irgendwann Störungen an den Körper. Hinzu kommen konkrete körperliche Muskelverspannungen, die der Mensch unbewusst durchführt und die entsprechend auf den Körper einwirken.

    Ein anderes Beispiel, es kann sein, dass ich es schon einmal geschrieben habe. In einem Fernsehbericht über den Darm stellten die Wissenschaftler fest, dass sich im Darm die gleichen Nervenzellen befinden, wie im Gehirn, die Neuronen. Nun war da eine Frau mit einem Reizdarm. Es gab keinerlei körperliche Ursache, der Darm war gesund, aber die Neuronen im Darm feuerten wie verrückt und die Frau hatte starke Schmerzen. An der Studie war ein chinesischer Prof. beteiligt mit hohen Kenntnissen in Akupunktur. Er veränderte ein altes Akupunkturmodell ein wenig und siehe da, die Frau war völlig beschwerdefrei. Er hat also energetisch (Akupunktur ist ein energetisches Heilungsmittel) die Neuronen beruhigt. Dann stellten sich die Wissenschaftler die Frage, ob unser Körper wohl eine „energetische Anatomie“ hat. Nun möchte ich nicht wissen, wie es in unserem Gehirn aussieht, vor allem bei RGS.
    Mediziner im Allgemeinen hätten dieser Frau mit Sicherheit eine psychosomatische Störung „angedichtet“, obwohl sie ein energetisches Problem hatte.

    Das RGS ist keine psychosomatisches Erkrankung. Es existiert eine Energie, die das Gehirn in einen veränderten Bewusstseinszustand versetzt. Scheinbar wird dabei das sexuelle Areal massiv angetriggert, so dass das Nervensystem sexuelle Gefühle und Schmerz sendet, allerdings auf einer anderen Bewusstseinsebene als der, die uns bisher bekannt war. Der veränderte Bewusstseinszustand und damit die Veränderung des Nervensystems und des Gehirns bewirken, dass sich diese Gefühle auch noch zu verstärken und, wie wir von einigen hier Schreibenden wissen, auch automatisieren. Weiter kommt hinzu, dass diese Gefühle zeitweise nicht real körperlich sind, was der Trance geschuldet ist. Genau so wie ein Mensch in einer hypnotischen Trance Dinge, die man ihm suggeriert, als körperlich real empfindet, obwohl sie in unserer realen Sinneswelt nicht stattfinden. Es ist ein Zustand außerhalb unserer normalen Sinneswahrnehmungen. Dies würde bedeuten, dass wir mit unseren Sinnen nicht alles auf dieser unserer Welt wahrnehmen können und RGS ein Zustand erweiterter Wahrnehmung wäre, über unser bisher erlebtes reales Geschehen hinaus.


    „Meistens liegt der dissoziativen Konversionsstörung ein psychischer Konflikt zugrunde, der schwer zu bewältigen ist. Dabei kann es sich um ein traumatisches Ereignis wie zum Beispiel den Tod einer nahe stehenden Person handeln. Der Betroffene filtert dann unbewusst die entsprechenden Stressoren heraus, so dass er nicht zusätzlich belastet wird. Dies verschafft ihm einen primären Krankheitsgewinn. Eine weitere gesteigerte Aufmerksamkeit seitens der die betroffene Person umgebenden Mitmenschen fördert diesen Zustand, so dass ein sekundärer Krankheitsgewinn resultiert.“

    Die Konversionsstörung kommt aus der Psychoanalyse. Ich folge diesen Sichtweisen nicht mehr, da ich weder an psychische Konflikte, noch an psychische Störungen, noch an psychische Krankheiten glaube. Ja, für mich sind das Glaubenssysteme und keine Wege, ernsthaft einen Menschen zu verstehen und vor allem objektiv zu verstehen, was in diesem Menschen eigentlich passiert und zu versuchen, Nachweise zu erbringen. Es sind Behauptungen, nämlich dass der Mensch einen psychischen Konflikt hat, dem ein Trauma zugrunde liegen kann und der dann in Form von körperlich nicht nachweisbaren Erkrankungen sichtbar wird.
    Ein Trauma ist keine Grundlage für einen psychischen Konflikt, für mich nicht. Ein Trauma ist ein Trauma, das, je nach Intensität, verheerende Spuren im Gehirn und im Nervensystem hinterlässt. Menschen, die als Kind immer wieder sexuell missbraucht wurden, entwickeln keinen „psychischen Konflikt“, sie sind massivst traumatisiert. Ein Hauptsymptom der Traumatisierung sind Dissoziationen. Dissoziationen aber wiederum sind nichts anderes als veränderte Bewusstseinszustände. Bleiben wir bei dem Kind, das misshandelt wird. Um das Geschehen irgendwie zu ertragen dissoziiert es, es geht in einen veränderten Bewusstseinszustand. Das bedeutet, dass es körperlich nichts mehr spürt, mit seinem Bewusstsein irgendwo anders ist und erst ins normale Wachbewusstsein zurück kommt, wenn die Misshandlung beendet ist. Unser Gehirn lernt sehr gut und speichert diesen Bewusstseinszustand ab. So kommt es, dass Misshandelte auch als Erwachsene, wenn die Misshandlung längst vorbei ist, noch in diesen Bewusstseinszustand gleiten. Man hat die Geschehnisse bei Traumata relativ gut erforscht. Man weiß dass eine enorme Neurotransmitterausschüttung stattfindet und dass das Vegetative Nervensystem, das Stress regelt, zu seiner Aufgabe nicht mehr in der Lage ist. Das berühmte „fight or fly“ (kämpfe oder fliehe), um die enormen Adrinalinausschüttungen herunterzufahren, funktioniert nicht. In einer extremen Situation, Misshandlung, Krieg, Folter, Naturkatastrophen kann man weder kämpfen noch fliehen. Also greift das Gehirn zur Notlösung und spaltet das Bewusstsein auf, damit der Mensch die Situation überhaupt ertragen kann. Ein so eingespieltes Gehirn und Nervensystem verursacht natürlich auch, wie oben beschrieben, u.U. Körperliche Erkrankungen. Die Gedanken und Gefühle, die mit dem Geschehen verbunden sind, sorgen für eine Stimulation im Nervensystem, die Krankheiten entstehen lässt.

    Ich sage heute, und jeder Psychiater und ein Großteil der Psychologen werden dies verneinen: Es gibt keine psychischen Störungen und es gibt keine psychischen Krankheiten, es gibt nur veränderte Bewusstseinszustände, in denen die Menschen dissoziieren und dabei für die, die weiterhin im Wachbewusstsein sind, teils unbegreifliche Phänomene entwickeln. Ich habe schon einmal geschrieben, wir wissen noch nicht, wozu der menschliche Geist fähig ist.

    RGS ist keine psychosomatische Erkrankung. RGS ist überhaupt keine Erkrankung, sondern eine Phänomenologie, verursacht durch eine Energie.Wenn wir auf diese Schiene geschoben werden, dann kann ich nur sagen, gute Nacht. Dann werden wir alle fein therapiert und wenn sich dann an den Gefühlen nichts ändert, dann liegt das daran, dass wir einen primären und sekundären Krankheitsgewinn daraus ziehen. So etwas nennt man in der Fachsprache „victim blaming“.

    LG Aristocat






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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Vanessa29 am Mo Jan 18, 2016 9:32 pm

    Hi Aristocat,
    wenn das alles ein energetisches Problem ist (klingt ja zumindest interessant, denn auch diese starken muskulären Verspannungen kenne ich seit Jahren nur zu gut), was kann man denn konkret tun? Du erwähntest ja Akupunktur. Ich war lange in Behandlung bei einem der besten TCM Ärzte in Ddorf, der auch sehr energetisch und alternativ arbeitet, aber auch dieser konnte keinerlei Erfolge erzielen. Als er mit seinem Latein am Ende war, fragte er mich, ob ich eventuell mal sexuell missbraucht worden wäre als Kind.

    Und wie kann es sein, dass diese Energie nur bei bestimmten Leuten solche Beschwerden verursacht? Müsste es nicht dann theoretisch jeden treffen?

    Ich war letzte Woche bei einem Heilpraktiker der heilenergetisch und psychokineologisch arbeitet. Dieser arbeitet auch mit den Chakren und sagte irgendwas davon, dass es meiner Seele noch an Entwicklung fehle und ich eine energetische Blockade habe, die sich aber heilen liese. Dann sagte er noch was von 5 Erzengeln. Das erschien mir alles ziemlich abtrus und ich wollte eigentlich nicht mehr hingehen. Meinst du das geht in die Richtung?
    Sagt dir Hara-Awareness etwas? Meine Yogalehrerin macht das und bietet auch Hara-Massagen an.

    Wenn Energie in eine Stelle im Körper "schiesst", müsste man sie doch auch wieder ausleiten können? Wenn ich das so alles lese wird mir wieder sehr komisch zumute, weil es mich in meiner Angst bestärkt, dass ich etwas habe, dass niemals geheilt werden kann und man damit leben muss aber nicht mehr kann. Ich nenne es oft "wie von einem Fluch belegt" und bin mittlerweile auf jeden Menschen um mich herum neidisch, der es nicht hat und gar nicht weiß, wie gut es ihm geht.

    LG Vanessa

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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Aristocat am Di Jan 19, 2016 11:08 am

    Hallo Vanessa29

    Ich gehe Deinen Text jetzt mal Punkt für Punkt durch, falls es etwas merkwürdig auf Dich wirkt.

    Ich war auch zur Akupunktur bei einem chinesischen Arzt, der diese Energie sofort kannte, da sie auch im Taoismus bekannt ist. Es hat nichts gebracht. Darüber hinaus von sexuellen Kundaliniproblemen auf sexuellen Missbrauch zu schließen halte ich für mehr als vereinfacht.
    Es wird gesagt, Kundalini ist unsere universelle Energie, die uns also mit dem Universum verbindet, damit wir irgendwann das höchste Bewusstsein (Erleuchtung) erlangen. Sie ist weiblich. Das weibliche Prinzip im Universum ist immer das Aufnehmende, das nicht Aktive. Dagegen ist das männliche immer abgebend und damit aktiv. Mit ganz viel know how dagegen anzugehen, macht, das ist meine Meinung und Erfahrung, nicht viel Sinn. Je hektischer ich wurde, desto schlimmer wurde es. Diese Energie wird immer stärker sein, denn sie geht ihren Weg. Deswegen scheint mir Akupunktur auch nicht hilfreich. Ich betone, das sind meine Überlegungen.

    Nein, es müsste nicht jeden treffen, denn wir bestimmen nicht das Universum, seine Weisheit kennen wir überhaupt noch nicht und jeder geht seinen eigenen Entwicklungsweg.

    Weiß dieser Heilpraktiker, dass Du eine Kundalini Auslösung hast? Unseren Seelen fehlt bei uns allen noch Entwicklung, ich habe noch niemanden gesehen, der perfekt ist. So wie Du es beschreibst, liegt im Genitalbereich (2. Chakra) eine Blockade und im Hara. Es ist so, da wo unsere (unbewussten) Blockaden sind, arbeitet die Energie besonders und macht u.U. heftigen Stress. Dass er die Chakren klären kann, mag sein, dass er diese Blockade heilen kann, möchte ich bezweifeln. Um energetisch arbeiten zu können, muss auch er in einen veränderten Bewusstseinszustand (Trance) gehen, geht er auch. Ob der wiederum ausreicht, um an eine Kundalini Blockade zu gelangen, möchte ich bezweifeln. Derartige Energiearbeiter sucht man wie die Nadel im Heuhaufen. Ich war zu Anfang bei einigen, habe eine Menge Geld ausgegeben, for nothing. Das Drumherum mit den Erzengeln ist seine Spiritualität. Die sieht wiederum bei jedem anders aus und hilft dem Patienten nicht wirklich.

    Hara-Awareness sagt mir nichts, hört sich aber vernünftig an. Wenn Du eine Yoga Lehrerin hast, müsstest Du ansich einiges über Atmung wissen. Wenn sie wiederum gut ist, müsste sie wissen, was eine Kundalini Auslösung ist, und Du solltest es ihr sagen, denn ich bin sicher, danach müssen die Übungen ausgerichtet werden. Frag sie, ob sie Ahnung hat, ob sie Dir helfen kann und ob eine Hara Massage richtig ist. Vielleicht unterstützt es die Energie, wieder besser zu fließen.

    Nein, diese Energie lässt sich nicht ausleiten. Einmal ausgelöst bleibt sie. Wie ich oben erklärt habe, geht es darum, dass das Nervensystem sie tranformiert, damit es immer mehr verfeinerte Bewusstseinszustände erreichen kann. Im Grunde ist es das, was wir im Westen Dissoziationen nennen, nur benutzen wir dieses Wort leider nur im Sinne von Krankheit. Eine Trance, in die viele hier "hineinrutschen" ist eine Dissoziation. Der Körper wird immer weniger gefühlt, der Mensch wird damit von seiner Wahrnehmung her immer energetischer. Solche hohen Bewusstseinszustände zu ewrreichen ist eine irre Arbeit der Veränderung für Nervensystem und des Gehirns, und Arbeit ist eben meistens mit Stress verbunden, im Innen wie im Außen.

    Du bist nicht krank, also musst Du nicht geheilt werden. Alle hier sind nicht krank. Da wir Phänomene haben, ist das nur sehr schwer zu verstehen. Und da die Phänomene teilweise unerträglich sind, kann das Nervensystem Kranheiten ausbrüten, vor allem im Rücken. Unser Problem ist, dass sich kaum jemand in veränderten Bewusstseinszuständen auskennt und die Medizin bei weitem noch nicht an dem Punkt ist, 1. Energien im menschlichen Körper anzuerkennen und 2. mit ihnen umgehen zu können. Es gibt keinen Patentweg bei Kundaliniauslösungen.

    Der wichtigste Schritt ist der der Gelassenheit. Keine Ängste entwickeln, was wird sein. Im Hier und Jetzt bleiben. Es ist im Moment so und nicht anders. Ängste entstehen nur in der Vorstellung (Bilder, die wir uns machen) und unsere Vorstellungen sind wiederum Energie, die auf das Nervensystem einwirkt. Über Atmung kann man übrigens Ängste behrrschen lernen. Als ich vor 10 Jahren Panikattacken hatte, habe ich gelernt, diese über die Atmung zu beherrschen und schließlich waren sie weg. Das Gehirn hat neu gelernt. Eine gute Atmung, allerdings regelmäßig durchgeführt und neu antrainiert, fährt das aufgeputschte Nervensystem herunter, erdet, und lässt die Dinge leichter ertragen. Eine Kundaliniauslösung ist ein Prozess, von dem niemand weiß, wie lange er dauert.

    Es ist kein Fluch!! Es ist allerdings, so habe ich immer wieder gelesen, eine Herausforderung, das Leben völlig neu zu überdenken und evtl. auch gravierend zu verändern. Das ist "einfach nur" ein neuer Blick auf das Leben.Ich kenne eine Frau mit Kundaliniauslösung, die allerdings gravierende mentale Probleme hatte, die Energie selbst aber auch in Form von Vibrationen spürte. Irgendwann berichtete sie mir, nach furchtbarsten Jahren, sie habe ihr Leben völlig umgekrempelt. Ihr alter Freundeskreis war weg, sie hatte ihn bewusst entlassen und ihre Sicht der Welt und des Universums hatte sich gravierend verändert. Oftmals entsteht Spiritualität, egal in welcher Form und mit welchen Protagonisten, ob es Gott ist, die Erzengel, eine kosmische Intelligenz, je nachdem welche Entwicklung der Einzelne nimmt. Die alles sind nur Bilder für Bewusstseinszustände, für Energieanteile, die dann aus unserem Unterbewusstsein heraus entwickelt werden.

    Es gibt ein lateinisches Sprichwort: per asperum ad astras - Frei übersetzt: Nur durch die Härte gelangt man zu den Sternen. Schon die alten Römer wussten, dass jeder Weg zu mehr Erkenntnis in diese Welt ein steiniger ist.

    LG Aristocat
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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Nikkel am Di Jan 19, 2016 7:16 pm

    Hallo Arisctocat,

    ich bin verwirrt. Du schreibst:

    Nein, diese Energie lässt sich nicht ausleiten. Einmal ausgelöst bleibt sie.

    Ich verstehe es so, dass unsere energetischen Symptome bleiben. Und dann schreibst du:

    Eine Kundaliniauslösung ist ein Prozess, von dem niemand weiß, wie lange er dauert.

    Wie passt das zusammen? Wie erklärst du dir die Frauen mit diesen Symptomen, die plötzlich "genesen", bzw. frei von diesen Symptomen oder Energien sind und das ohne Medikation. Und wie ist es möglich, dass es Frauen gibt, die z.B. mit Lyrca und ähnlichem symptomfrei werden? Ich sage ja, ich verstehe nicht wirklich was davon. Du hast so viel Ahnung davon und bist diese Symptome noch nicht losgeworden oder bist du frei davon?

    LG Nikkel

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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Aristocat am Di Jan 19, 2016 9:28 pm

    Hallo Nickel,

    Man kann keine Energien ausleiten. Man kann Giftstoffe aus dem Körper ausleiten, z.B. durch Fasten, Darmreinigung oder auch mit geeigneten Medikamenten, meistens Naturheilmitteln. Energien sind immer da. Wie Dein Chef sagte, alles im Universum ist energetisch verbunden. Stell es Dir vor wie ein riesiges Netz zwischen allen Menschen dieser Welt und der Natur, und das schließlich hoch bis ins ganze Universum weiter verläuft .Die Mystik sagt von dieser Kundalini, sie schläft und zwar zwischen Damm und Steißbein, oder auch im 1. Chakra. Erst wenn sie "erwacht" wird es problematisch für den Menschen. Das Bild dazu wäre, der Herd ist lange ausgeschaltet, kein Strom fließt, dann plötzlich wird er eingeschaltet und wir nehmen seine Aktivitäten (Wärme) wahr. Warum die Kundalini "erwacht" ist nicht bekannt. Sie kann plötzlich ohne Grund freigesetzt werden, durch Traumata, durch Unfälle und natürlich durch Meditation. Aber es gibt Menschen, die meditieren 30 Jahre, und es passiert nichts, andere meditieren überhaupt nicht, und sie wird freigesetzt. Dahinter ist weder eine Logik, noch ein bestimmtes Schema. Das ist gerade für Mediziner kaum akzeptabel, weil sie immer kausal denken, also nach Gründen suchen. Die gibt es hier nicht. Ich habe Traumata favorisiert, weil diese das Nervensystem bereits massiv gereizt haben, die überhöhte Neurotransmitterausschüttung funktioniert fast ständig wie von selbst, und so denke ich, es erleichtert dieser Energie aktiv zu werden.

    Die Frauen sind nicht "genesen", sie spüren nur die Symptome nicht mehr, das Nervensystem wird nicht mehr derart überreizt. Genau so plötzlich wie die Symptome gekommen sind, können sie auch wieder verschwinden. Aber sie verschwinden nicht einfach, sondern es wird gesagt, die Blockaden, die uns die Symptome wahrnehmen lassen, sind von dieser Energie gereinigt worden. Die Energie ist weiterhin da, aber sie kann jetzt in Ruhe fließen. Stell Dir einen kleinen Fluss vor, der plötzlich auf einen riesigen Stein (Blockade) stößt. Das Wasser schlägt gegen den Stein, es schäumt auf, schlägt zurück, es schlägt wieder gegen den Stein usw.. erst wenn der Stein weg ist, kann das Wasser wieder ruhig fließen. So ist es mit der Kundalini. Ihre Aufgabe ist es, die Blockaden wegzuräumen und dann in Ruhe durch das menschliche Energiesystem zu fließen und hohe Bewusstseinszustände herzustellen. Aber das tut sie erst, wenn das Energiesystem gereinigt ist.

    Zum Kundaliniprozess habe ich mich nicht differenziert genug ausgedrückt. Der Prozess dauert natürlich ein Leben lang, denn es wird gesagt, ist sie einmal wach, fließt sie ein Leben lang. Wie lange die Zeit ist, in der sie auf Blockaden stößt, reinigt und uns damit Symptome bereitet, das wissen wir nicht.

    Ich habe keine Ahnung von dem Medikament Lyrca, und ich müsste mich da kundig machen. Ich bitte, mir da etwas Zeit einzuräumen. Ich streite grundsätzlich nicht ab, dass Medikamente wirken, vor allem die Medikamente, die auf das Nervensystem einwirken. Ich habe nur die Befürchtung, werden die Medikamente abgesetzt, sind die Symptome wieder da. Wenn nicht, so sage ich ganz ehrlich, ist das ein Glücksfall. Dazu fehlen einfach Langzeitstudien über die Wirksamkeit dieser Medikamente, um konkret sagen zu können, sind es geeignete Medikamente. Flammen die Symptome vielleicht viel später nochmal auf. Dieses RGS ist einfach zu neu für die Wissenschaft.

    Ich habe mich kundig gemacht und viel gelesen, dass bedeutet nicht, dass ich deswegen den Prozess der Symptome beeinflussen kann. Es hat mich allerdings ruhiger gemacht, mein Leben verändert und besser geworden ist es im Laufe der Zeit auch. aber ich habe es auch etwas leichter, da ich nicht mehr berufstätig bin. Ich wäre zu Anfang mit diesen gravierenden Symptomen nicht arbeitfähig gewesen. Das ist ein Aspekt, der bisher noch nirgends berücksichtigt wurde, wenigstens soweit ich zum RGS gelesen habe.

    Ich antworte weiter, wenn ich mit Lyrca etwas klarer bin.

    Ich hoffe, es ist jetzt etwas verständlicher für Dich.
    LG Aristocat

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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Waupi am Mi Jan 20, 2016 9:13 am

    Hallo Aristocat,

    Energie kann sehr wohl "ausgeleitet" werden, verloren gehen, gespeichert werden, usw.

    Das erste was Du lernst im kleinen Energiekreislauf ist, dass bei Blockaden die Energie Umwege nimmt und auch z.B. durch Arme, oder Beine (ne nach Sitz der Blockade) den Körper verlässt.

    Siehe Grundlagen des Tao, oder auch Chakrenlehre.

    LG
    Waupi

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    Weiteres über REGS

    Beitrag  amaranth am So Feb 07, 2016 2:59 pm

    Hallo liebe Frauen,
    habe jetzt meinen Frauenarzt- Termin hinter mir. War nicht schlimm. Konnte sehr offen sein. Die etwas ältere Ärztin wußte wovon ich redete. Hilfe hatte sie aber auch nicht für mich. Sie meinte, dass das eher ein neurologisches oder orthopädisches Problem sei.
    Werde mich übernächste Woche meinem Psychiater- Neurologen anvertrauen. Verspreche mir aber keine Hilfe oder Lösung. Will einfach nur mit jemanden darüber reden und für den Fall, dass es mir durch Regs einmal schlechter gehen sollte, mein Befinden bei meinen Ärzten bekannt ist.

    Ich habe mich über das Kundalini-Problem informiert und einiges darüber gelesen. War sehr interessant. Es könnte sich bei Regs wirklich darum handeln. So liessen sich auch meine anderen Symptome erklären. Betroffene mit einer erwachten Kundalini, gehen durch diese freigewordene Energie, die im Körper auf Blockaden stößt, teilweise durch die Hölle. Die einzige Lösung scheint das Annehmen und Aushalten zu sein. Wie lange dieser Prozeß anhält ist sehr unterschiedlich. Aber eigentlich ist es ein positiver Prozeß, die freigewordene Energie reinigt die Chakren von den Blockaden und das macht die unangenehmen Gefühle aus. Schaut mal bei euch nach, ob sich seit Regs nicht auch andere Dinge bei euch geändert haben . Denken, Fühlen, Einstellungen usw. und noch andere Symptome seit Regs aufgetreten sind.
    So verstehe ich zumindest die Sache mit dem Kundalini- Syndrom. Habe gegoogelt unter : - Hexentanz-Kundalini und Kundalini Syndrom
    - Tara Springett- (selbst betroffene)
    - Jelo Beratung- Geheimnis der Kundalinienergie
    - unter www.paranormal.de Persönliche
    Erfahrung mit der Kundalini
    - Rita Weber- Kundalini Erfahrung
    Weiß selber noch nicht was ich von all dem halten soll.
    Ich versuche es zu akzeptieren und damit umzugehen, da es ja scheinbar keine Lösung gibt. Kein Arzt kann helfen. Ich glaube auch nicht, dass es medizinisch eine Lösung gibt. Höchstens Erleichterung durch kleinere Maßnahmen wie Kühlen, Emla Salbe und was weiß ich .
    Wenn es wirklich mit dem Kundalini Prozeß zu tun hat, dann unterdrücken Medikamente ( die ja bei einigen Frauen gut helfen) , den Prozeß.
    Man liest auch, dass Frauen, die sich den Nerv lahm legen liessen, auch nicht von Regs befreit sind. Ich habe schulmedizinisch keine Hoffnung und vllt. ist annehmen und damit leben das Beste.
    Alles Liebe für alle und ich wünsche uns allen gute Besserung. Amaranth



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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Aristocat am So Feb 07, 2016 5:27 pm

    Aufgrund der Antwort von "Amaranth" möchte ich noch kurz etwas schreiben.

    Kundalini Literatur gibt leider nichts her über RGS, was nicht heißt, dass Ihr sie nicht lesen sollt. Ich möchte nur nicht, dass jemand vielleicht enttäuscht ist, dass genau diese Phänomene nicht erwähnt werden. Es ist eben ein Prozess, bei dem viele Dinge eine Rolle spielen. Allerdings sagt die Literatur, dass immer wieder, auch über lange Phasen, Zustände höchster sexueller Erregung entstehen können. Die Kundalini Energie ist unsere Sexualenergie und entsprechend wirkt sie. Zudem wirkt sie vorrangig über das vegetative Nervensystem und eben nicht über die direkten Nerven, weshalb sie auch mit Medikamenten so schwierig zu beeinflussen ist und Schmerzmittel kaum wirken. Und es ist richtig, was Amaranth schreibt, sie unterdrücken nur den Prozess. Dies deutet für mich auch darauf hin, dass es keine Neuropathie ist.

    Mein Brief an Prof. Waldinger ist fertig. Ich bin dabei, ihn ins Deutsche zu übersetzen, da ich ihn direkt in Englisch geschrieben habe. Ich werde ihn auch an Frau Dr. Phillipson schicken und an all die anderen Ärzte, die inzwischen forschen. Ich kann nur hoffen, dass sie ihn lesen, denn er ist recht umfangreich geworden. Aber diese Thematik ist eben nicht in Kürze zu erklären.

    Zum Kühlen ist mir übrigens noch zu sagen, dies wird gemacht, um dem vegetativen Nervensystem einen Gegenreiz zu geben, damit es nicht im alten Modus weiterläuft, sondern herunterfährt. Dieses Nervensystem spielt eine erhebliche Rolle.

    Sobald der Brief ok ist melde ich mich wieder.
    LG Aristocat

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    Deine Geschichte

    Beitrag  amaranth am Di Feb 09, 2016 8:10 pm

    Hallo Aristocat,
    Bin sehr gespannt, ob dein Brief auf Resonanz stößt. Schließlich sind das auch Schulmediziner. Ich wünsche mir, dass auch Ärzte andere Aspekte bei Regs in Erwägung ziehen und auch da forschen. Aber erzähl mal einem Arzt was von Kundalini. Dann muss er schon anders unterwegs sein. Aber was ich so über das Kundalini SYndrom erfahren habe, kann scheinbar nur jemand helfen, der auch durch den Prozess gegangen ist und Heilarbeit macht.
    Hast du schon mal wegen Regs Heiltherapien bekommen. Ich meine jetzt keine Akupunktur, Osteopathie , Hypnose usw. Eher Heiltherapie durch einen geistigen Helfer.
    Viele der beschriebenen Kundalini Symptome treffen bei mir zu. Ich habe mich immer gewundert, warum einige Verhaltensweisen, Ansichten, Wertschätzungen usw. sich plötzlich bei mir verändert haben. Ich mochte auf einmal keine Krimis mehr lesen oder sehen. Früher habe ich es zu meiner Unterhaltung liebend gerne getan. Auch dass ich keine Lust mehr auf Sexualität hatte. Kam fast über Nacht. Hatte zwar in der Vergangenheit nicht so ganz viel Spass daran. Habe aber immer gedacht, dass der Mann noch kommen wird, mit dem es mir Spass machen wird. Habe auch keinen Männerhass oder so. Das Verlangen war irgendwann weg und ich vermisse es nicht. Ist ja nicht unbedingt üblich mit 50 plus.
    Ich weiß aber trotzdem noch nicht was ich von all dem halten soll. Die Qualen sind oft zu extrem. Wie ist es denn bei dir? Du schreibst, dass du schon 7 Jahre betroffen bist. Wie stark sind die Symptome noch? Heißt das, dass die Blockaden sich entsprechend der Symptomatik abgebaut haben?
    Ich habe mir jetzt ein Buch bestellt, von einer Kundalini Syndrom Betroffene Karin Brucker " Die Urkraft der Kundalini". Kennst du das?
    Kannst du noch andere Literatur empfehlen?
    Wünsche dir noch einen ganz schönen Abend. Bis bald. Amaranth
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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Nikkel am Mi Feb 10, 2016 5:23 am


    Trifft eine Veränderung nicht jeden, der Schlimmes erlebt? Und diese Symptome sind schlimm. Auch wenn Regs nicht mit lebensbedrohlichem Krebs und dergleichen zu vergleichen ist. Man leidet dennoch sehr stark. Keiner weiß, wie wir uns verändern, wenn Regs plötzlich verschwinden würde. Vielleicht würden wir wieder zu jenen, die wir vorher waren. Geschmäcker und Interessen ändern sich doch im Laufe eines Lebens durch Erfahrung und die dadurch resultierende Veränderung bei vielen.
    Oder sehe ich das falsch?
    Die Kundalini Energie ist mir unheimlich. Was ich hier darüber lese, klingt ja so, als hätte man es mit dem Teufel höchstpersönlich zu tun. Wozu soll sie gut sein, wenn man durch die Hölle muss?

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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Aristocat am Mi Feb 10, 2016 8:32 pm

    Hallo Amaranth,

    ja, auch ich bin sehr gespannt, ob irgendeine Reaktion von den Ärzten kommt. Es geht mir dabei weniger darum, ob sie das mit der Kundalini wissen und verstehen wollen. Dieser Begriff ist sowieso nur ein Bild für einen tiefgreifenden Veränderungsprozess im Nervensystem. Das ist der springende Punkt, der mir wichtig ist. Sie müssten verstehen, dass unser Nervensystem zu viel mehr fähig ist, als die Neurologie bisher weiß. Derartige Veränderungen laufen halt nicht immer nur positiv, sondern, wie im Fall von RGS halt auch problematisch. Vor allem aber hoffe ich, dass sie verstehen, dass sie sich nicht alleine auf den Schamnerv konzentrieren können, sondern wir es hier mit einem großen Zusammenhang zu tun haben. So glaube ich z.B. auch, dass ein Großteil von uns traumatisiert ist, sowohl durch das plötzliche Geschehen, als auch durch die ständige körperliche Situation. Das Gehirn ist ja gar nicht mehr in der Lage, diese ständigen Nerven reizenden Gefühle zu verarbeiten. Die Lebenssituationn der Betroffenen findet nirgends Beachtung.

    Ich bin ganz zu Anfang mal bei Heilern gewesen und habe ziemlich Geld dort gelassen. Ich habe davon Abstand genommen. Ich glaube, dass viele sich weit überschätzen. Trotzdem halte ich immer noch Ausschau, da ich weiterhin davon überzeugt bin, dass wir energetisch beeinflussbar sind. Ich stehe dem durchaus positiv gegenüber. In der Schweiz nimmt man in bestimmten Krankenhäusern Heiler mit ans Krankenbett. Aber dafür bedarf es sehr aufgeschlossener Ärzte.

    Am Anfang war es sehr sehr heftig bei mir. Ich bin vor allem auch vor Schmerzen fast verrückt geworden. Ich habe keine Kinder, aber manchmal habe ich gedacht, so muss sich eine Geburt anfühlen. Mir sind manchmal vor Schmerzen die Tränen heruntergelaufen. Das ist viel besser geworden. Es variiert bei mir sehr stark. Manchmal ist es heftig, aber nur noch kurzfristig, manchmal nehme ich es nur noch am Rande wahr, manchmal ist es weg. Ich bestehe auch so auf diese Energie, da ich sie spüre. Manchmal, wenn ich im Bett liege, vibrieren meine ganzen Beine (nur von innen), ich habe starke Vibrationen am Sakrum und auch am Damm. Manche Frauen sprechen auch von einem Pulsieren. Auch das scheint mir diese Energie zu sein. Ich habe auch Prof. Waldinger geschrieben, dass die Frauen viel intensiver abgefragt werden müssen. Hier hat mal eine Frau von Schluckbeschwerden geschrieben (5. Chakra im Yoga), ich selbst hatte gerade zu Anfang, aber auch heute noch manchmal Zwerchfellkrämpfe (4. Chakra im Yoga) und auch ich habe im Hals Probleme beim Atmen im Bett. Dann geht plötzlich mein Hals zu, und der Atem kann nicht mehr in die Luftröhre fließen. Das geht dann stundenlang. Das Chakra System ist gar nicht so dumm, und wenn man von einer Ganzheitlichkeit des Menschen ausgeht, sollte man ihn auch so betrachten.
    Ich glaube, das Ganze ist ein unglaublicher Entschleunigungsprozess und im Grunde für unsere westliche Art des Lebens nicht so geeignet. Der größte Lerneffekt ist, dass nicht Alles mehr so läuft, wie wir es uns vorstellen, sondern unser Nervensystem und unser Gehirn den Takt bestimmen. Für jüngere Leute mit Job und Familie ist das nur schwer zu akzeptieren, bzw. auch gar nicht möglich, wenn z.B. Kinder erzogen werden müssen. Das Ganze ist nicht nur ein medizinisches Problem. Es ist ein psychologisches, ein soziales, ja u.U. ein existenzielles Problem. Als es bei mir begann war ich schon pensioniert. Ich hätte damals nicht arbeiten können. Was aber sollen Betroffene tun? Hier ist meiner nach ein rundum psychosoziales Konzept erforderlich.
    Heute erledige ich nur das, was ich erledigen kann, ohne schlechtes Gewissen. Auch das war ein Lernprozess. Und trotzdem ist immer das, was getan werden muss, auch getan.
    Es verändert sich Vieles, das ist richtig, weniger im Außen, als innerlich, und diesen Verändrungen sollte man folgen und nur schauen, ob sie uns gut tun.

    Ich habe fast alle gängigen Kundalini Bücher durch -Smile. Karin Brucker kenne ich auch. Es ist sehr übersichtlich. Etwas Mystik, etwas erste wissenschaftliche Forschungen, etwas Medizin. Empfehlen würde ich Bonnie Greenwell "Kundalini"- Erfahrungen mit der geheimnisvollen Urkraft der Erleuchtung. Aber das Buch aus den 90ger Jahren, nicht das neue, das kenne ich nicht, ist auch glaube ich noch nicht ins Deutsche übersetzt. Sie ist eine berühmte amerikanische Kundalinitherapeuten und gibt in dem Buch einen hervorragenden Überblick, der auch heute noch aktuell ist. Es gibt von ihr auch Videos bei youtube. Ich habe vor einigen Jahren mit ihr korrespondiert. Sie ist wahnsinnig nett, aber auf mein Problem mit diesen dauernden Schmerzen konnte sie sich auch keinen Reim machen. Die Kundaliniliteratur äußert sich nicht dazu, und wie ich bei Dr. Leiblum gelesen habe, kann man auch bei der historischen medizinischen Literatur so gut wie keine Entdeckungen machen. RGS war bisher ein gut gehütetes Geheimnis, und ich habe da auch so einen Verdacht warum. Aber da wären wir beim nächsten Thema, nämlich dem Umgang mit uns Frauen. Denn bei aller Erkenntnis, die uns das Yoga System geben kann, darf man nie vergessen, dass vor allem das Kundalini Yoga von seinen tiefen tantrischen Denkstrukturen her ein hoch patriarchales System ist. In Europa sah es bis vor 100 Jahren nicht viel anders aus, und so sind wir Frauen eben etwas auf der Strecke geblieben.

    Liebe Grüße
    Aristocat


    Hallo Nikkel,

    ich kann Dir versichern, wir haben es nicht mit dem Teufel höchstpersönlich zu tun -Smile, sondern mit einer gravierenden Reizung und Veränderung unseres Nervensystems, mit erheblichen Neurotransmitterausschüttungen und mit einem Gehirn, dass das Alles verkraften muss. Wir alle waren nicht darauf vorbereitet (viele haben nie meditiert, oder Ahnung von Yoga), und so etwas ist wie ein Überfall. Unser Nervensystem ist elektrisch, und wir kommen mit dieser Elektrizität direkt in Verbindung, weil sie in uns ist. Wenn wir von außen einen elektrischen Schlag bekommen, tut das auch fies weh.
    Was meiner Meinung nach erforscht werden muss ist, warum das Schmerzzentrum so aktiviert ist und so gut wie nicht zu beruhigen ist. Das spricht dafür, dass es sich nicht um den Schamnerv handelt. Nerven reagieren normalerweise auf Schmerzmittel, wenn auch nur kurzfristig. Ich persönlich glaube an eine totale Reizung des vegetativen Nervensystems über ganz andere Nervenbahnen. Das würde auch der Kundalinitheorie entsprechen. Ich werde sehen, was Prof. Waldinger davon hält.
    Und bitte nicht so viel über Kundalini lesen, es wird auch viel Mist geschrieben. Der Osten versucht ganz klar dieses Yoga System in den Westen zu tragen, wovon ich persönlich nicht so viel halte, eben wegen der unübersehbaren Probleme, mit denen niemand umgehen kann, sonst wären wir schon ein ganzes Stück weiter. Fest steht, dass Kundalini Auslösungen für das Nervensystem sehr problematisch sind.

    Liebe Grüße
    Aristocat







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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Aristocat am Do Feb 11, 2016 8:56 am

    Nur nochmal kurz zu meiner Behauptung, dass ich das vegetative Nervensystem hauptsächlich für verantwortlich halte für die ganze Misere, und wir auch auf andere Symptome bei den Betroffenen achten müssen. Dazu sei gesagt, der Hauptnerv des vegetativen Nervensystems ist der Vagus Nerv, ein wirklich riesiger und dicker Nerv, der praktisch vom Gehirn durch den ganzen Körper zieht. Daher nochmals zu den Schluckbeschwerden, Zwerchfell- und Atembeschwerden:

    "The vagus nerve is responsible for keeping the larynx open for breathing and also feeds the lungs and diaphragm."

    http://biologyofkundalini.com/article.php?story=VivalaVagus

    Der Vagus Nerv ist verantwortlich dafür, den Kehlkopf offen zu halten, für die Atmung und speist die Lungen und das Zwerchfell.

    Wenn dieses Nervensystem also überfordert, gereizt, sich verändernd, ich weiß nicht was ist, kommt es zu Phänomenen, die nicht unbedingt Krankheitswert haben müssen.

    Noch einen schönen Tag und liebe Grüße
    Aristocat

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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Leeloo am Do Feb 11, 2016 12:54 pm

    Wenn dieses Nervensystem also überfordert, gereizt, sich verändernd, ich weiß nicht was ist, kommt es zu Phänomenen, die nicht unbedingt Krankheitswert haben müssen.

    Das unterschreibe ich glatt. Ich hatte vor zwei Jahren (nach einem irre anstrengenden Besuch, der Sitzfleisch und Quasselausdauer bewies, die ersten Schluckbeschwerden... das stand eindeutig in diesem Zusammenhang. Daraufhin hatte ich ein Jahr wirklich arge Probleme, mit dem Schlucken.
    Irgendwann hat es sich aus geschlichen, vermutlich, weil ich soweit war, es zu akzeptieren.
    Liebe Grüße
    L.

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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Aristocat am Do Feb 11, 2016 1:34 pm


    Solche Menschen nennt man "Energievampiere", die können wir uns überrhaupt nicht leisten, da wir alle Kraft für uns selber benötigen. Sie saugen uns aus, da sie uns unsere Aufmerksamkeit abverlangen.

    Es ist schon interessant, wie bestimmte Punkte unseres Körpers dann reagieren. Das darf einfach nicht mit psychosomatisch abgetan werden, das sind richtige Reaktionen des vegetativen Nervensystems, das wir leider (noch) nicht kontrollieren können.

    LG Aristocat

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    Beitrag  amaranth am Do Feb 11, 2016 7:06 pm

    Hallo liebe Frauen,
    ist wieder alles sehr interessant was Aristocat schreibt. Du hast so viel Ahnung. Der Aspekt über Yoga,Frauenunterdrückung und Yoga im Westen gibt nochmal ein anderes Bild für mich über Yoga. So habe ich es noch nie gesehen. Ich fand es eigentlich immer sehr positiv, dass immer mehr von Ost nach West rübergekommen ist und wir dafür offener geworden sind.
    Karin Brucker schreibt, dass es vor ca 50 Jahren noch nicht so viele Kundalini Erwachen gegeben hat. Das es in der heutigen Zeit mehr geworden ist und es für die Entwicklung der Erde, Menschen wichtig ist.
    Aristocat hat Recht, dass zuviel lesen über Kundalini-Erwachen nicht gut tut. Habe es selber gemerkt, da ich die letzten Tage viel deswegen im Internet unterwegs war. Lasse es jetzt sein, steht einfach auch viel Mist drinn. Lese zur Zeit Karin Brucker. Ist sehr informativ und kommt mir fundiert vor.
    Bin gespannt was mein Psychiater nächste Woche zu meinem Problem sagt und ob er es kennt. Das Kundalini Syndrom werde ich wahrscheinlich nicht erwähnen. Solche Dinge mag ich bei Schulmedizinern nicht ansprechen.
    So, wünsche allen einen schönen Abend Amaranth


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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Nikkel am Do Feb 11, 2016 9:07 pm

    Danke an Aristocat für die Erklärung. Das mit den Schluckbeschwerden hatte ich von Sommer 2006 bis zum Winter. Es war so arg, dass ich unfreiwillig 10 Kilo verlor, weil ich einfach nix mehr essen konnte. Ich bekam sogar Krämpfe in der Speiseröhre. Ich konnte es leider nicht akzeptieren wie Leeloo und kam dann zu Opipramol. Das allerdings half mir und der Schluckakt funktionierte wieder und die daraus verstärkten Panikattacken waren endlich weg. Ich hatte davor ganze 7 Jahre am Stück gegen Angstzustände und Panikattacken angekämpft. Nur irgendwann ging nichts mehr.

    Ich hatte auch schon andere körperliche Symptome, die mir immer wieder Angst und Panikattacken bescherten. Nichts konnte von Ärzten einer körperlichen Ursache zugeordnet werden.
    Als ich irgendwann mal mit einer Erkältung beim Arzt war, saß ich lange im Sprechzimmer, ehe der Arzt zu mir kam. Und jedes Mal, wenn ich dann dachte, er kommt jetzt, wenn jemand an einer Türklinke zerrte, eine Tür zufiel oder ich die Stimme des Arztes hörte, weil ich glaubte, er kommt zu mir, da fuhr mir ein Kribbeln durch den Bauchraum, wie wenn man mit dem Auto schnell über einen Hubbel fährt. So ähnlich fühlte sich das an. Oder aber so, wie wenn man vor dem Gericht wartet, dass man endlich reingerufen wird, z. B. für eine Zeugenaussage. So habe ich mir immer vorgestellt, würde es dann kribbeln. Als gäbe es gleich eins auf die Mütze. Und dieses Kribbeln wurde ich für ein halbes Jahr nicht mehr los. Es war, außer im Schlaf (nichts wahrgenommen), ständig da. Es fuhr immer und immer und immer wieder durch mich durch und es hat für immense Ängste und Panikattacken gesorgt. Schrecklich war das. Das kostete Energie wie danach das mit dem Schlucken und jetzt mit Regs. Allerdings hielt bislang nichts so lange an wie Regs.
    Immer wieder, wenn ich mit einem "körperlichen" Symptom fertig war, d. h. sobald es mir keine Angst mehr machte, war es weg und das nächste kam. Daher ging ich davon aus, dass Regs ebenso etwas sein könnte. Aber egal was ich mache, nichts befreit mich davon oder lindert Regs. Nichts an Medikamenten.

    Aritistocat, hast du auch schulmedizinisch schon Untersuchungen hinter dir? Z. B. ein MRT? Oder SD-Untersuchungen und dergleichen oder bist du sofort zu Heilern gegangen?

    Heute war ich bei Frau Dr. Philipssohn in Hannover. Sie hat eine Sexualanamnese mit mir gemacht und eine kurze Familienanamnese und sehr genau nach der Symptomatik gefragt. Ich habe dann auch noch Untersuchungsergebnisse von vorangegangenen Arztbesuchen mitgebracht.
    Es gibt gewisse Untersuchungen, die ich noch zur Ausschlußdiagnostik oder eben zum Nachweis machen lassen werde, auf Anraten von Frau Dr. Philipssohn. Unter anderem soll das MRT, dass bei mir 2013 gemacht wurde, auf Tarlovzsysten nachgeschaut werden. Danach muss man wohl speziell schauen und sie werden als harmlos angesehen, daher schaut mal da wohl nicht so nach. Aber nach Waldinger gab es da wohl einige Frauen mit Regs, die genau diese, hier schon oft beschriebenen, Zysten hatten. Auch nach RLS und SD-Funktionalität soll geschaut werden. Das ich eine Pudendus-SSEP gemacht bekam, schließt nicht aus, dass kleinere Nerven gereizt sind durch was auch immer, sagte mir Dr. Philipssohn.

    In Deutschland gibt es wohl nur drei Mediziner, die sich mit dem Thema Regs "beschäftigen". Auch der Ausschluß all der Untersuchungen heißt nicht, dass es psychisch ist und nichts körperliches. So sagte es mir Frau Dr. Philipssohn. Sie ist sehr freundlich und es tat gut, mit jemand Kundigem zu sprechen, der einen nicht mit ??? in den Augen anschaut.

    Ich weiß nicht, ob es wichtig für ihre Forschung wäre, mehr Leidensgenossen kennenzulernen. Ich werde ihr, sobald ich die vorgeschlagenen Untersuchungen hinter mir habe, die Ergebnisse mailen. Ich könnte sie ja dann fragen, ob es Sinn für sie und evtl. auch für Betroffene macht, wenn mehr von uns mit ihr in irgendeiner Form in Verbindung treten. Falls auch hier Interesse daran besteht.



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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Nikkel am Do Feb 11, 2016 10:02 pm

    Mal eine blöde Frage. Habe eben festgestellt, dass einige hier (auch in Profilen nachzulesen) einen medizinischen Beruf haben. Sicherlich nur ein Zufall. Aber wer weiß? Ich habe auch einen medizinischen Beruf. Sonst noch jemand, der darüber nichts in sein Profil geschrieben hat?

    Waupi
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    Re: Jetzt auch ich hier

    Beitrag  Waupi am Fr Feb 12, 2016 9:12 am

    Nikkel,
    was Du beschreibst sind klassische Symptome einer generalisierten Angststörung.

    Opipramol wirkt auch in allererster Linie angstlösend, von daher ist es ganz normal, dass dir das geholfen hat.

    Ich habe auch nach wie vor das Opipramol in Verdacht, bei mir das RGS ausgelöst zu haben.
    Nicht das alleine, denke ich, aber es war maßgeblich daran beteiligt.

    LG
    Waupi

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