Das Restless Genital Syndrom

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    Beitrag  gabo am Mi März 30, 2016 2:35 pm

    Hallo alle zusammen,
    ich bin seit zweieinhalb Monaten beschwerdefrei!
    Sicher nicht 'geheilt' und hin und wieder kribbelt's noch ein bisschen.

    Das kam so: ich machte auf Empfehlung meines Haus-Neurologen einen Termin bei Dr. Perchalla in Berlin. Beim ersten Mal war ich so gehemmt, da hatte ich noch nie darüber geredet, dass wir völlig aneinander vorbei sprachen. Ich dachte, vergiss es!
    Ein halbes Jahr später während eines sehr schlimmen Schubes machte ich verzweifelt einen zweiten Termin. Ich konnte inzwischen besser erklären, worunter ich leide. Irgendwann lachte er und sagte: "Na, steht doch sogar auf meiner Homepage!"
    Hatte ich gar nicht nachgeguckt.
    Er vermutet auch die Ähnlichkeit zu Restless Legs, die er mit dem Parkinson-Medikament 'Restex' erfolgreich behandelt und sagte, das sollten wir mal testen.

    Zum Testen kam ich noch nicht, denn kaum hatte ich mir das aus der Apotheke geholt, war ich beschwerdefrei!
    Ich habe dann aber einmal Eine genommen, weil ich sehen wollte, ob ich das Zeug überhaupt vertrage. Keine Nebenwirkungen bei mir.
    Also habe ich jetzt immer Restex in der Tasche und mein REGS scheint eingeschüchtert zu sein, denn jetzt bin ich bewaffnet!

    LG
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  Nikkel am Mi März 30, 2016 6:49 pm


    Und was macht jetzt den Neurologen zu einem Guten? Du hast ja nicht mal das Restex gebraucht, sondern nur die Placebo-Wirkung eines kompetenten Neurologen. Ging mir für ne Weile so nach meinem Besuch bei Frau Dr. Philippsohn. Und behandelt hat sie mich ja auch nicht. Und Placebo-Wirkung ist durchaus was positives mit dem Ärzte auch bewusst arbeiten. Also nicht falsch verstehen.
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  Nikkel am Mi März 30, 2016 6:54 pm

    Noch eine Frage. Was hat er dir zu dem Restless Genital Syndrom denn sagen können? Etwas über Ursache, Heilung, Behandlungserfolge usw? Ich habe mir seine Seite aufgerufen und habe unter Praxisangebote Restless- Genital-Syndrome gefunden. Nur was genau weiß er darüber? Angeblich gibt es dazu doch kaum Forschungen.
    Berlin ist für mich z.B. viel viel zu weit weg. Konnte er dir weitere Infos geben?
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    Beitrag  gabo am Fr Apr 01, 2016 8:04 am

    Hi Nikkel,
    warum 'guter Neurologe'? Weil er immerhin im Vergleich zu den meisten Ärzten schon mal etwas von REGS gehört hat und die Sache ernst nimmt. Wenn ich hier manchmal über Ärzte-Odysseen lese, und wie wenig bekannt ist und wie komisch die Reaktionen selbst von Profis sind... Da sträuben sich einem ja die Nackenhaare!
    Meine Gynäkologin und meine Hausärztin waren total ratlos, als ich sie fragte. Hatten noch nie etwas davon gehört, und mein Haus-Neurologe hat mich direkt panisch im Satz abgewürgt und an Dr. Perchalla verwiesen...

    Aber auch Perchalla weiß nichts Näheres und kann nur Vermutungen anstellen. Wie gesagt, Behandlungsversuch wie bei Restless Legs. Man wird sehen. Ursachen wahrscheinlich Hormonveränderungen (Menopause bei mir) in Kombination mit Stress, aber unklar. Und Heilung? Eher nein.
    LG
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  Nikkel am Fr Apr 01, 2016 9:36 am

    Hallo gabo,

    mein Neurologe hat auch noch nie etwas davon gehört. Aber er hat sich wenigstens nicht erschreckt und gesagt, ich solle mir einen anderen suchen. Wie das der Neurologe tat, bei dem ich vorher war und der mich seit ewigen Jahren kannte. Ich kenne das mit blödem Verhalten von Ärzten. Wobei das die bescheuerteste war. Vielleicht hatte er Angst, ich sei ne Sexsüchtige, die ihm was anhaben will. Entweder übern Tisch springen oder für irgendwas bezichtigen. Er schien richtig erschrocken. Heute kann ich nur darüber lachen.
    Ich hatte schon das ein oder andere Mal Ärzte darunter, die schon davon hörten. Geholfen hat es mir leider nicht.

    Bist du denn jetzt noch frei von den Symptomen oder sind sie wieder zurück? Wie stellt man fest, dass man in der Menopause ist? Wenn es hormonell bedingt ist, bringt dann Restex überhaupt was? Kann man das mit den Hormonen nicht irgendwie feststellen?

    Mein Neurologe glaubt, dass es psychosomatisch ist. Ich hatte ja zuvor schon Ewigkeiten mit Ängsten und Panikattacken zu kämpfen. Auch mit den unterschiedlichsten körperlichen Symptomen, die seltsam waren und für die nie jemand eine Ursache fand. Zumindest nicht körperlich. Aufgehört hat das alles erst mit Opipramol. Als Regs kam, hatte ich nach 6 Jahren Einnahme eine einjährige Pause von Opipramol bereits hinter mir. Also ohne Schutz. Leider geht Regs bisher nicht weg, wie die Symptome vorher alle.

    Wie erklärst du dir, dass deine Symptome verschwanden, nur weil du mit einem wirklich guten Gefühl von diesem Neurologen weg bist?
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  ~Laila~ am Di Okt 18, 2016 2:17 pm

    Eines muss ich hier mal ganz klar sagen: Ich möchte Niemandem zu nahe treten, aber wenn ich hier schon Dinge lese, wie “,Berlin ist zu weit weg“, sträuben sich bei mir die Haare zu Berge. Ich würde sogar nach Kambodscha reisen, wenn es dort eine Chance auf Heilung bzw. Linderung der Symptomatik gäbe, so abgrundtief ist die Verzweiflung. Es gibt weltweit bisher nach wie vor so wenige Spezialisten, die sich mit unserer Erkrankung befassen bzw. Etwas damit anfangen können, dass man nach jedem Strohhalm greifen und jede nur erdenkliche Möglichkeit in Erwägung ziehen sollte und sei sie noch so weit weg! Wir können heilfroh sein, dass wir hier in Deutschland überhaupt Spezialisten haben, die sich mit der Thematik befassen. Ich komme aus dem
    Rhein-Main Gebiet und musste regelmäßig sehr weit nach Hannover in die Klinik fahren, weil dort der Einzige, mir bekannte Neurologe\Psychater sitzt, der unsere Erkrankung erforscht. Er heißt Prof. Dr. Krüger und arbeitet in der Medizinischen Hochschule von Hannover. Bei mir haben die bisherigen Behandlungsversuche und Medikamente nicht angeschlagen, bei anderen Betroffenen allerdings schon und er gewinnt immer neue Erkenntnisse.

    Grüße,
    Laila
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  Nikkel am Di Okt 18, 2016 6:50 pm

    Eines muss ich hier mal ganz klar sagen: Ich möchte Niemandem zu nahe treten, aber wenn ich hier schon Dinge lese, wie “,Berlin ist zu weit weg“, sträuben sich bei mir die Haare zu Berge[b]


    Ich schrieb das, weil ich das in dem Moment genau so gesehen habe. Wenn es für dich nicht zu weit ist, nur um Restex zu bekommen, kannst du ja gerne fahren. Nur ich weiß, dass mir alleine der Gedanke, dieses Medikament in der Tasche zu haben, nicht helfen würde. Außerdem bietet niemand Heilung, nur weil er schon mal davon gehört hat. Als ich in Wiesbaden in der DKD war, hatte die dortige Neurologin auch schon mal davon gehört, bzw. sie wusste, dass einer ihrer Kollegen vor Jahren schon mal eine solche Patientin gehabt hatte. Hat es was gebracht? Nein.
    Ich würde zum Mond fliegen, wenn ich dort Heilung finden würde. Nur, meine Erfahrung ist, dass eben niemand etwas genaues weiß und auch ich habe eine Ärzteodyssee hinter mir und bisher waren alle erfolglos. Und weitere Infos, wie Botox in die Klitoris spritzen bzw. Entfernung der Klitoris, habe ich auch aus dem Internet. Auch diese waren erfolgos.
    Jetzt bin ich in psychotherapeutischer Behandlung. Bei einer Hypnotherapeutin. Mal schauen. Dort fiel auch schon mal das Thema Traumatisierung.

    Ich war auch schon in Hannover (von mir aus ca. 400 km) bei Frau Dr. Philipssohn. Diese kenne ich als einzige in Hannover, die daran forscht. Gebracht hat es nichts. Aber so was von nichts. Denn mehr als meine Geschichte in ihrer Studie aufzunehmen, hat sie nicht getan. Die Medikamente, die ich damals nahm, so sagte sie, seien genau die Richtigen. Ich bin heilfroh, sie wieder los zu sein. Denn ich war ein Zombie der Regs hatte. Getan hat es an den Symptomen nichts. Nur die Angst hatten sie im Griff. Immerhin. Ist ja sehr viel wert.
    Allerdings habe ich an den Folgen der Medikamente noch lange zu knabbern. Obwohl ich sie nicht mehr nehme.

    Und wie gesagt. Mir ist Berlin zu weit weg, um eine weitere erfolglose Erfahrung zu machen. Es ist einfach zu frustrierend. Ich kann es mir weder finanziell noch zeitlich leisten, regelmäßig nach Berlin zu fahren, wie zu einem Arzt vor Ort. Und das Beispiel Berlin hat mir nur gezeigt, dass da eindeutig der Placebo-Effekt gegriffen hat. Was wiederum auf die Psyche schließen lässt.

    Ich konnte bisher auch nichts Konkretes finden, was einen dauerhaft befreit von den Symptomen. Und heute, warum auch immer, ist es bei mir wieder schlimmer. Vielleicht liegt es daran, das ich Urlaub habe und zur Ruhe komme, mich nicht permanent von mir ablenke.

    Ich wünsche uns allen, wie von Wunderhand, eine entgültige Heilung. Und deine Geschichte Laila, ist erschreckend. Es tut mir leid, dass du so viel Elend erlebt hast.
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  ~Laila~ am Di Okt 18, 2016 7:53 pm

    Es tut so gut sich hier endlich auszutauschen mit andereren Betroffenen.

    Entschuldigung Nikkel, ich wollte Dir mit meinem Kommentar bezügl. der Entfernung nach Berlin wirklich nicht zu nahe treten, das tut mir sehr Leid, ich hatte da wohl Etwas missverstanden. Auch Du hast laut Deiner Beschreibung Schreckliches erlebt und das tut mir von Herzen Leid. Auch ich würde mir so sehr für uns alle wünschen, dass dieses Symptom, welches die reinste Folter ist endlich ein Ende hat und wir wieder ein normales Leben führen können, das nicht vorherrschend von dieser körperlichen Qual und den nach sich ziehenden psychischen Folgen beherrscht wird.

    Ich hatte heute ein sehr berührendes und emotionales Gespräch mit einer Freundin. Es ging darum den Fokus nun endlich wieder auf andere Dinge zu richten, der Krankheit nicht mehr so viel Raum zu gewähren, so viele und wunderbare Erfahrungen und Eindrücke wie nur irgend möglich zu sammeln, so schwer wie das in der Praxis auch mamchmal ist. Auch das kann sehr heilsam sein, denn je mehr wir uns im Kreis und um uns selber drehen, desto tiefer werden wir wieder hineingezogen in den zerstörerischen Sog der Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Angst, was wiederum zur Folge hat, dass sich die Intensität dieser “Bestie“verschlimmert. Wir sollten die Hoffnung auf Linderung und Heilung nie verlieren, gleichzeitig aber auch nicht vergessen, das Leben ab und an wieder zu genießen und uns selbst Gutes zu tun, trotz dieser furchtbaren, misslichen, traurigen und prekären Situation. Es ist schwer, ich weiß das.

    Ich verstehe Dich, das Symptom wird ohne Ablenkung wieder schlimmer, das ist bei mir genauso, da der Fokus augenblicklich wieder auf uns und unseren Körper gerichtet ist. Versuch Deinen wohlverdienten Urlaub zu genießen und mal die Seele baumeln zu lassen. Ich möchte Dir dazu Etwas erzählen, das ich niemals für möglich gehalten hätte. Ich hatte diesen Sommer das Glück nach einer langen und sehr dunklen Zeit einen paradiesischen, geradezu magischen Ort besuchen zu dürfen, direkt am Meer. Ich hatte bereits beim Kofferpacken unheimliche Angst, dass ich nachts noch schlechter, als sonst schon schlafen würde, denn ich musste mir das Hotelzimmer zu allem Überfluss mit einem Freund teilen. Doch meine Bedenken waren völlig unbegründet, wie ich später zu meiner Überraschung feststellte. Ich schlief den kompletten Urlaub hindurch seit sechs Jahren zum ersten Mal wie ein Baby, fühlte mich erstmals seit einer Ewigkeit frisch und ausgeschlafen und konnte es morgens bereits um 06:00 Uhr nicht abwarten aus dem Bett zu springen, da ich von dort aus das Meer und das Paradies um mich herum sehen konnte. Was ich damit sagen will: Wenn wir es uns selbst ab und an gewähren all die Ängste, Nöte, Sorgen, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit beiseitezuschieben, uns für einen Moment fallen zu lassen, in uns hineinzuhorchen und dem nachzugehen, was uns glücklich stimmen könnte (ganz egal was es auch sein mag), können wir es manchmal schaffen, das peinigende Gefühl tatsächlich zu lindern und wenn es nur für eine kurze Zeit ist. Das Symptom war zu der Zeit nicht ganz verschwunden, aber ich konnte es durch meinen Aufenthalt am Meer, die Wärme, die wunderschöne Natur um mich herum, die Zufriedenheit und diese Euphorie und Gelassenheit, die mich plötzlich überkam für die Dauer meines Urlaubs merklich lindern. Anschließend kam es allerdings mit voller Wucht zurück, maßgeblich verursacht durch STRESS VON AUßEN. Wir sollten klar auf alles achten, was unserer Seele gut tut und davon so viel wie nur irgend möglich mitnehmen. Das war in Verbindung mit einer ausgewogenen Ernährung und Ruhe die bisher einzige Erfahrung, die meine Symptome deutlich reduzieren konnten und das ohne ein einziges Medikament bzw. Schlaftabletten! Es ist wichtig weiterhin die Fühler in alle Richtungen auszustrecken, uns neuen medizinischen Möglichkeiten nicht zu verschließen, aber eine Pause und Abstand von all den Ärzten und Stress tut manchmal verdammt gut! Unserer Stimmungszustand ist unmittelbar verbunden mit unserem Nervensystem, wie alles miteinander verbunden ist und dementsprechend aufeinander reagiert: Körper, Geist und Seele sind Eins. Ob die eigentliche Ursache unsere Symptomatik nun in Nervenquetschungen, hormonellen Störungen, traumatischen Erlebnissen, chronisch bakteriellen Entzündungen, Depressionen, energetischen Blockade liegt oder aber für mich am plausibelsten eine nette Kombi aus allen möglichen dieser und weiterer Varianten sein könnte: Zusätzlicher Stress von außen ist sicher nicht immer zu vermeiden, aber es ist definitiv Gift für uns und verschlimmert zumindest bei mir die Situation drastisch.

    Ich habe sehr viele Bücher gewälzt, die sich mit Ernährung befassen. Diese spielt eine tragende Rolle bei nahezu allen chronischen Erkrankungen. Unser moderne “Industriefraß“, dem ich leider gerade in stressigen Zeiten immer wieder verfalle ist reines Nervengift und daher gerade für uns absolut nicht empfehlenswert. Ich habe eine lange Zeit auf sämtliches Weißmehl, Zucker, Milchprodukte, Fleisch, Alkohol, Kaffee und Medikamente verzichtet, was ersrmal sehr krass klingt, ABER: Ich spürte merklich eine Steigerung des Energielevels, hatte einen ruhigeren Schlaf und war ausgeglichener. Leider kam dann der tiefe Fall durch ein Vorkommnis und ich bin ins alte Ernährungsmuster zurückgefallen, vielleicht hätte es andernfalls sogar eine Veränderung der Symptomatik herbeigeführt. Ich habe mir fest vorgenommen wieder mit einer überwiegend basischen Ernährung zu beginnen mit viel frischem Obst, (Blatt)Gemüse, Wildkräutern, auch in Form von frisch gepressten Säften und Smoothies. Versucht es mit mir gemeinsam? Hier ein Buchtipp von Markus Rothkranz:“Heile Dich selbst“ Ein weiteres hochinteressantes Buch von Dr. Alexander Loyd und Ben Johnson: “The Healing Code“

    Ganz liebe Grüße,
    Laila
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    Nikkel
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  Nikkel am Mi Okt 19, 2016 8:53 am

    Das mit dem Stress sagt sich leichter als es machbar ist. Wenn man berufstätig ist, dann ist das nur begrenzt machbar, Einfluss darauf zu nehmen. Zumindest für mich.
    Bevor ich gearbeitet habe, war das aber auch so, dass ich selbst dann Stress haben konnte. Manchmal frage ich mich, ob ich je Angstzustände/Panikattacken und dieses "in mich Hineinhorchen können" entwickelt hätte, wenn ich nicht so lange zu Hause geblieben wäre. Ich war lange Zeit nicht berufstätig und bei meinem Kind geblieben. Da hatte ich dann natürlich genug Zeit, um auf alles zu achten, was da so in mir vorgeht. Konnte mir alles reichlich zu Herzen nehmen. Da war nichts, was mich gedanklich mal rausgeholt hätte aus meinem Dunstkreis. Ich denke, das ist ein guter Nährboden für Allerei Gedankenmüll und Psychosomatisches. Es waren einfach zu wenig Reize und Eindrücke von Außen gekommen. Ich war nur in meiner Familie und mit ein bisschen Freunde zusammen. Das reicht nicht, um sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Also nicht für jeden.
    Und doch ist es so, dass mich die Arbeit zwar ablenkt von mir, aber mich manchmal so sehr anstrengt, dass ich keine Ahnung habe, wie ich das überhaupt bis jetzt geschafft habe. Ich denke, dass es einfach die finanzielle Situation ist, die ich dann ohne Arbeit hätte, die mich jeden Morgen dahin gehen lässt. Es ist nicht so, dass ich einen Top-Job mit Wahnsinnsverdienst hätte, ganz und gar nicht, aber das andere würde Arbeitsamt bedeuten. Und das ist finanziell ein Desaster. Darum kraxle ich manchmal auf der Arbeit, mit dem Gedanken, ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr. Und doch hat es bisher immer geklappt. Eine Zeitlang dann vollgepumpt mit Medikamenten. Aber das war bei Weitem nicht besser. Ich war nicht mehr ich und es fühlte sich alles dennoch anstrengend an. Diesmal nur mit Nebenwirkungen. Und Absetzsymptomen.
    Beim Ausschleichen von Lyrica habe ich dann sogar auf der Arbeit geheult, als ich mit meinem Chef zusammen gerumst bin. Das war mir aber peinlich, kann ich sagen. Meine Chefin brachte mich erst auf den Gedanken, dass es am Ausschleichen liegen könnte. Die wissen davon, dass ich all das genommen habe. Allerdings nicht genau weshalb. Aber da habe ich echt einen toleranten Chef und Ehefrau. Ich arbeite in einer Arztpraxis.

    Laila - arbeitest du jetzt woanders, nachdem du deinen tollen Job verloren hast? Machst du zur Zeit eine Therapie oder nimmst außer Schlafmittel noch andere Medikamente?

    Mir ging es bisher im Urlaub am Strand auch immer besser. Ich war zwar erst die letzten drei Jahre am Meer, aber es ging mir dort besser. Nur das letzte Mal (Juli 2016) konnte ich den Urlaub nicht genießen, alles nervte mich wahnsinnig. Die ganzen Menschen, immer ein Restaurant aufsuchen (ich esse leider nicht alles) und jeder Krach. Heute weiß ich, es lag am Duloxetin, das ich ausgeschlichen hatte und unter den Absetzsymptomen noch lange nachgelitten habe.

    Meine Therapeutin meint, dass der permanente emotionale Erregungszustand der selbe wäre, wie im Genitalbereich. Das Gefühl ist dann irgendwann somatisch geworden. Nur ganz kurz umschrieben. Und bisher ist es so, dass ich 5 Sitzungen hatte und jedes Mal hatte ich danach körperlich das Gefühl, ordentlich durch die Mangel gedreht worden zu sein. Das hatte ich vorher bei meinem langjährigen Therapeuten nicht. Ihr fällt dann auch dummerweise immer auf, wenn ich Pipi in den Augen habe und dann heule ich drauf los. Das habe ich in all den Jahren zuvor nicht einmal getan. Und ich ging 1999 zum ersten Mal zur Therapie.
    Vielleicht sitzt da bei uns allen mehr, als uns bewusst ist. Ganz tief vergraben. Wenn es das tatsächlich gibt. Ich zweifle da immer ein wenig.
    Und das mir die Arbeit anstrengend ist und ich dennoch manchmal froh bin sie zu haben, weil sie mich von mir und Regs so ablenkt, dass es sogar zeitweise verschwindet, dazu sagt meine Therapeutin, dass es auch furchtbar anstrengend sei, sich permanent von sich abzulenken. Das koste wahnsinnig viel Energie.

    Womit der Teufelskreis wohl auf ein neues beginnt. Ich denke, wir alle drehen uns in einem Teufelskreis.
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  ~Laila~ am Mi Okt 19, 2016 10:39 am

    Hallo Nikkel,

    ich verstehe es voll und ganz, dass es schwierig ist, den alltäglichen Stress zu vermeiden. Seitdem ich bewusst wahrgenommen habe, wie GRAVIEREND zusätzlicher Stress von außen, Einfluss auf die Intensität der körperlichen Symptomatik hat, habe ich zumindest Bemühingen angestrebt nicht mehr mit Menschen in Kontakt zu treten, die mir nicht gut tun, denn das war zuvor eine Katastrophe. Dass man auf der Arbeit allerdings stressresistent und konzentrationsfähig sein muss ist ein Riesenproblem, gerade beim Sitzen war die Konzentration gen Null gegeben. Ich finde mich in Dir sooo sehr wieder. Was mich zu Deiner Frage führt, ob ich derzeit wieder einen Job ausübe. Nein, ich befinde mich derzeit noch immer in meiner Auszeit, die ich mur mir nach meiner Kündigung damals zwingend notwenig nehmen musste, weil ich es bis zu diesem Zeitpunkt trotz immensem und unbeschreiblichen Leid in meinem naiven Anfang 20 jährigen Kopf nicht einmal für nötig gehalten hatte, Etwas zu unternehmen gegen meine Erkrankung. Alles was damals zählte war der Job, Spaß und das abendliche Ausgehen mit Freunden. Ich wollte nicht krank sein und habe diesem Symptom rein gar keine Beachtung geschenkt, zumal ich mich nicht getraut habe, zu einem Arzt zu gehen, wenige bis gar keine Stunden Schlaf in Kauf genommen, um dann morgens wieder 60 km auf die Arbeit zu pendeln, wo ich im Auto routinemäßig durch den massiven Schlafmangel und die Belastung Rotz und Wasser geheult habe. Auf der Arbeit angekommen, habe ich dann die Tränen weggewischt , alles überschminkt und wie immer: zu spät ins Büro hineingestürzt, wo ich eigentlich die Erste hätte sein sollen. Nun gut, das ging eine ganze Weile so weiter, die Pausen nutzte ich regelmäßig, um mich im Klo einzusperren und weiter zu heulen und auch während der Arbeitszeiten hatte ich solch massive Zusammenbrüche, dass die Flucht auf die Tiolette die einzige Lösung war. Aber ich riss mich zusammen, weil ich hatte ja den “tollen Job“ und mein höchstes Ziel galt, diesen auch zu behalten. Trotz zahlreicher Verspätungen bekam ich wie durch ein Wunder einen Anschlussvertrag, doch kurze Zeit später häuften sich die Verspätungen durch den massiven Schlafmangel so sehr dass ich nach Abmahnung leider oder vielleicht sogar zu meinem Segen die Kündigung erhielt. Allerdings hatte ich nach wie vor nicht realisiert, dass ich krank war bzw. traute mich auch nicht das Symptom auch nur anzusprechen, versuchte wegzuschauen, ging feiern und lenkte mich ab, bis der große Knall kam und ich zusammenbrach. Ich war 12 Wochen in der Psychatrie. Anschließend fing der Ärztemarathon an mit diversen Therapien, Depressionen, Burn Out, anschließend folgte die nächste Klinik. Das geht jetzt 3 lange Jahre so. Da ich nach wie vor keine Heilung erfahren habe und ich sämtliche sich mir bietenden Möglichkeiten quasi ausgeschöpft habe und wie Du selbst sagtest, ein wunderbarer Nährboden entsteht für Grübelschleifen, Unterfordertsein, Depressionen, ist es für mich langsam an der Zeit wieder eine neue Herausforderungen zu finden, so schwer wie das mit diesem Symptom zu vereinbaren ist.

    Arbeitest Du halbtags oder ganztags? Ist das ein Job, der sehr viel Stress macht und wie ist das Arbeitsklima? Bringt der Job, Dir denn ab und an auch ein wenig Freude bzw. ist es Etwas, das Dich auch im positiven Sinne ablenkt? Das wären für mich die wichtigen Fragen bei der Suche nach einer nächsten Herausforderung, denn wir haben bereits genug Stress, eine Arbeit auszuführen, die mich im wahrsten Sinne des Wortes ankotzt wäre das Letzte, was ich gebrauchen kann, auch wenn das einfacher gesagt als getan ist, aber das sind eben meine Überlegungen. Wie kann ich mein Leben nach dieser ohnehin schon prekären Situation ausrichten und was würde mir wirklich Freude bereiten und glücklich stimmen? Du hast jedenfalls sehr viel Glück mit der toleranten Ehefrau und dem Chef, das ist schon mal ein Riesen Pluspunkt!

    Zu Deiner nächsten Frage: Nein,,ich nehme seit ich mit massiven Nebenwirkungen aller Art von Medikamenten und Schlafmitteln zu kämpfen hatte bzw. die Medikamente meine Situation verschlechtert haben Nichts mehr ein. Du scheinst ja auch nicht mit unerheblichen Nebenwirkungen gekämpft zu haben, das ist echt elend. Aber leider kann man vorher nie wissen, wie sich das Medikament auswirkt. Auch ich habe Lyrica genommen und hatte beim Ausschleichen hefrige Stromschläge im ganzen Körper, es war zum Wahnsinnigwerden. Ich bin in auch in ambulanter Therapie. Ich bin überzeugt davon, dass bei allen Menschen Etwas tief vergraben ist, wie auch nicht...das ist unser Unterbewusstsein, wo allerlei Erinnerungen und Erfahrungen stecken, die sich vielleicht in einer sehr emotionalen oder traumatischen Situation, körperlich manifestieren können. Ich halte das für mehr als wahrscheinlich.

    Liebe Grüße,
    Laila


    Aristocat
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  Aristocat am Mi Okt 19, 2016 1:04 pm

    habe mir mal die Homepage von Prof. Krüger in Hannover angesehen und seine 63 Veröffentlichungen überflogen. Da ist nichts bei von RGS oder PGAD. Sehr viel über Pädophilie, da Hannover zu den ausgesuchten deutschen Kliniken gehört, die viel Geld bekommen, um in einer Dunkelfeldstudie Pädophilie zu untersuchen. Auch scheint er gerne mit Botox zu arbeiten. Ich habe gelesen, dass er eine Studie durchführen wollte oder bereits durchgeführt hat (habe den Artikel nicht gelesen), um mit Botox Spritzen in die Stirn die Emotionen von Borderline Patienten zu dämpfen. Es ist bekannt, dass Emotionen sich in der Mimik von Menschen ausdrücken. Wenn man diese also "lähmt", könnte sich die Emotion selbst auch vermindern; einfach wegdämpfen, genau so wie mit den Psychopharmaka. Oh, oh, Herr Professor sollte sich vielleicht mal lieber um die Traumata von solchen Patienten kümmern und ihr völlig überdrehtes Nervensystem.
    Nehmen sie nicht die Elektrokrampftherapie oder die chemische Keule in Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie, dann nehmen sie Botox. Eines kann man der Psychiatrie nun wirklich nicht absprechen, sie ist sehr kreativ.
    Mein sowieso schon sehr geringer Bedarf an Auswüchsen der Psychiatrie ist für heute mal wieder völlig gedeckt.

    LG Aristocat
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  ~Laila~ am Mi Okt 19, 2016 2:57 pm

    Aristokrat ich verstehe Deine Meinung und akzeptiere diese. Meine persönliche Einstellung gegenüber der Pharmaindustrie ist auch eher gespalten und mir ist bewusst, dass medikamentöse und weitere Behandlungsversuche Linderung verschaffen können/die Symptomatik oftmals kaschieren, die Erkrankung an sich aber vielleicht nicht in jedem Fall verschwinden lässt. Solange aber keine definitive Heilungsmethode gefunden wird, Menschen diese Medikamente vertragen und dadurch Linderung ihrer peinigenden Symptome erfahren, sie demzufolge wieder etwas mehr Lebensqualität erreichen können, ist das sehr viel Wert, glaube ich für mich. Herr Dr. Krüger hat mit mir auf seinem Spezialgebiet sämtliche Möglichkeiten ausgelotet, ist auf mich und auf meine Bedürfnisse eingegangen, hat mir selbst telefonisch mit Rat und Tat zur Seite gestanden und ist ein äußerst kompetenter Neurologe und Psychater,der sich der Sexualmedizin verschrieben hat. Psychater verschreiben Medikamente, Psychologen beschäftigen sich mit den von Dir angesprochenen traumatischen Erlebnissen, zumindest habe ich das bislang so erlebt. Gemeinsam mit seinen Kollegen an der MHH erforscht er das Regs und testet mit seinem Team alle möglichen Behandlungsmethoden aus. Es war meine Hausärztin, die durch einen Zufall an einen von Herrn Prof. Dr. Krüger verfassten und aussagekräftigen Artikel über Regs gestoßen ist und mich draufhin an ihn verwiesen hat. Mir haben die Medikamente leider keine Linderung verschaffen können, anderen Patienten allerdings konnte er sehr helfen. Ich habe mich anschließend auf die Suche nach alternativen und fernöstlichen Heilverfahren begeben, viel recherchiert über Selbstheilung, Ernährung, Energiearbeit, Traumata und die damit verbundenen körperlichen Leiden.

    Wenn sich in dieser Klinik parallel zu anderen Studien auch mit der furchterregenden Thematik der Pädophile beschäftigt und sie erforscht wird, kann ich das nur für gutheißen.

    Zum Botox: Menschen spritzen sich das Nervengift weltweit zur Glättung ihrer Falten in die Stirn. Wenn es laut unserer modernen Schulmedizin gleichzeitig psychisch Erkrankten Linderung verschaffen soll, dann ist das für viele eine Alternative. Niemand muss sich der modernen Schulmedizin beugen und die Verantwortung in die Hände derer legen, die anhand von Mitteln wie dem Nervengift Botox oder Elektrokrampfthetapie Hilfestellungen bieten, die Entscheidung liegt ganz bei uns, in welche Richtung wir uns bewegen wollen. Es sind Maßnahmen, wie für alle anderen körperlichen und psychischen Symptomatiken, die der schnellstmöglichen Linderung dienen sollen, sinnbildlich vergleichbar mit einem Ausschaltknopf, es geht um die Kaschierung der Symptomatik, ein Krückstock, der aber Einigen Erleichterung bietet, Anderen wie mir wiederum bislang Nichts als Nebenwirkungen beschert hat.

    Ganz liebe Grüße,
    Laila


    Zuletzt von Laila am Do Okt 20, 2016 2:07 am bearbeitet; insgesamt 22-mal bearbeitet
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  Nikkel am Mi Okt 19, 2016 4:13 pm

    Laila,

    ich schleppe Regs jetzt auch seit Sommer 2013 mit mir herum. Einen psychischen Auslöser habe ich damals schon ausgemacht. Hat mir leider bisher noch nicht wirklich geholfen. Auch die Zeit half nicht. Bin dann im Oktober 2013 in einem Plasmazentrum beschäftigt gewesen. Durch das viele Gehen und Stehen und im Grunde Fließbandarbeit, zeitweise im Akkord, ist es mir erstmals gelungen, diese Symptome wegzuschieben, so dass sie wirklich weg waren. So lange ich nur nicht daran gedacht habe. Aber 40 Stunden in der Woche so zu ackern war stressig und ein total schreckliches Betriebsklima noch dazu. Ist auf Dauer auch für den Gesündesten nichts. Ich wurde dann in meiner Probezeit gefeuert, weil man in der DKD Wiesbaden ein Gewächs in der Blase gefunden hat, als man nach der Ursache von Regs an mir forschte. Hatte aber nichts damit zu tun. Gewächs nach 2 OP's weg, aber Regs leider noch immer da.

    Jetzt arbeite ich seit etwas über 2 Jahren in einer Praxis mit einer einzigen Kollegin. Demenstsprechend ist mir das manchmal auch zu viel, was da anfällt. Weil ich die Hälfte meiner Arbeitszeit alleine bin. Und mein Chef auch so viel Verantwortung auf einen lädt und erwartet, dass man die Praxis in seinen Pflichten so behandelt, als wäre das unsere eigene. Nur bei den Rechten sieht das natürlich vollkommen anders aus.
    Das ist eine Privatpraxis in der ich arbeite. Es ist besonders zur Erkältungszeit immer wird arg stressig. Zum Einen, weil ein höheres Patientenaufkommen anfällt und zum anderen, weil, gerade die Privaten oft meinen, für sie müsse der rote Teppich ausgerollt werden und man müsse sie bevorzugt behandeln. Dumm nur, dass wir ausschließlich Privatpatienten haben. Da hat jeder bzw. da haben viele diesen Anspruch. Und - es mag auch in Kassenpraxen so sein - rotzen einen manche Patienten regelrecht verbal an. Das soll man dann auch noch, freundlich wie man ist, schlucken. Wir haben da schon so einige Kaliber. Einer (Anwalt), hat jetzt meinem Chef gedroht mit Gerichtsverfahren und der Ärztekammer, nur weil ich nicht seinen Befehlen folgte, sondern der Anordnung meines Arbeitgebers. Das ging dann so weit, der Zoff mit ihm, bzw. meine Reaktion auf seine aggressiv-fordernde Art mir gegeneüber, dass ich ihm dann tatsächlich gesagt habe, er solle mich nicht so dumm anmachen. Ganze 3 Mal. So was habe ich in einer Kassenpraxis dann doch noch nicht erlebt.
    Das sind dann besonders stressige Momente, die noch so lange nachwirken. An dem Tag gings mir dann auch arg übel. Nicht wegen Regs. Es war dann insgesamt ein hektischer, stressiger Arbeitstag. Die Ehefrau meines Chefs hat dann noch die ersten zwei Stunden mitgearbeitet, aber sie verwaltet praktisch nur. Die Arbeit an sich bleibt dann doch an mir hängen. Sie hortet und stapelt, geht ans Telefon. Es ist aber nicht so, als wäre meine Kollegin da. Naja, zwei Tage danach saß ich dann bei meinem Doc. Und solche Tage habe ich dann öfter mal. Wobei es mich dann noch nie zum Arzt getrieben hat.
    Besonders ätzend wird es, wenn mein Chef dann arschig wird und unnötig Energie raubt. Mein Chef ist zwar nett und dennoch hat er eine anstrengende, kontrollierende, alles verkomplizierende Art an sich. Er sagt zwar z.B., wir würden nicht bauchpinseln, was wir aber wohl machen. Das liegt mir nicht. Ich hasse das. Insofern bin ich durchaus mit gemischten Gefühlen meiner Arbeit gegenüber eingestellt. Und dann eben der Zwang da sein zu müssen und an manchen Tagen bis abends, durchzuhalten, obwohl man nicht mehr kann, das ist am anstrengensten. Es ist so ne Hassliebe. Ich spüre da wirklich beide Seiten der Medaille.

    Verzeih die persönliche Frage. Aber wir sind hier ja untereinader soweit anonym. Wie stellst du das finanziell an, dir eine Auszeit zu gönnen? Wohnst du noch zu Hause? Selbst wenn ich eine Auszeit dringend nötig hätte, ich könnte sie mir schlichtweg nicht leisten. Klar, wenns mich von den Sohlen fegt, fragt keiner danach. Aber ich bin von meiner Therapeutin auch schon gefragt worden, wie es denn mal mit einer Klinik wäre. Ich weiß nur nicht, ob mir das was bringen würde. Ich komme ja irgendwann wieder nach Hause. Und noch dazu würde ich meinem Arbeitgeber sicher keine Krankmeldung vorlegen wollen, die von einer Klinik für Psychosomatik ausgestellt wurde. Ist schon ein Dilemma.

    Was hat man zu deiner Symptomatik denn in der Klinik gesagt? Depressionen und Burnout sind ein und das selbe. Letztes klingt nur nach "ich kann nix für, habe so viel geleistet, dass ich ausgebrannt bin". Ist besonders für Männer weit attraktiver und ermöglicht es ihnen, damit auch offen umzugehen. Burnout ist keine eigene Krankheit. Aber ich muss gestehen, auch ich würde in der Öffentlichkeit zu dem weitaus schmeichelhafteren Wort neigen.

    Es klingt einfach immer wieder furchtbar zu lesen, was du da in deinen jungen Jahren schon durchgemacht hast. Das es dich gleich drei Monate in eine Klinik gebracht hat. Warst du da denn wenigstens freiwillig?

    Ich arbeite Teilzeit, eine 2/3 Stelle habe ich. Alles andere wäre mir auch zu viel. Sicher, ich würde es wohl machen, wenn mir keine andere Wahl bliebe. Weiß aber nicht, wie das dann ausgehen würde. Ich kann diese 3/4 Stelle Gott sei Dank von Mo bis Do wegschaffen. Dafür dann 2 Tage ganztags.

    Die Stromschläge - brainzaps, wie ich in Erfahrung brachte - hatte ich während und noch nach meiner Ausschleichzeit von Duloxalta. Es hat mir so ins den Kopf geknallt bei der geringsten Augenbewegung. Ich musste mit zusammengekniffenen Augen Autofahren, um überhaupt was zu sehen. Es hat mich ganz schön erschrocken, als ich das dann beim Autofahren festgestellt habe. Und anstatt mein Neurologe mich aufklärt darüber, hat er so getan, als kenne er das nicht. Ich kam mir richtig blöd vor. Wie ein Simulant. Ich bin da ganz schön alleine gelassen worden. Ich musste mich im Internet und Foren durchfragen und aufbauen lassen. Gott sei Dank kam dann wenigstens Ressonaz.

    Wenn ich erst einmal geheult habe, lässt sich das bei mir nicht wegschminken. Das würde sofort auffallen. Dicke, rote Augen wie ein Vampir, eine feuerrote Nase wie ein Säufer und über den Lippen alles rot. Noch dazu eine verstopfte Nase. Ne, das ginge gar nicht bounce Evil or Very Mad

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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  Aristocat am Do Okt 20, 2016 9:31 am

    Hallo Leila,

    der Artikel Deiner Hausärztin von Prof. Krüger würde mich sehr interessieren. Vielleicht hast Du mal die Möglichkeit, sie zu fragen, wo er steht; einfach, weil ich inzwischen nahezu alles, was mir an Wissenschaftlichkeit zu RGS in die Hände gefallen ist, gelesen habe. Würde mich jedenfalls freuen, wenn das ginge.

    Die Psychiatrie ist ein ganz besonderes Thema und will man über sie urteilen, muss man sich sehr genau mit ihr beschäftigen; mit ihrer Historie, wie sie überhaupt in die Medizin gelangt ist und wie sie sich dann weiter, über die beiden Weltkriege bis heute zu entwickelt hat. Darüber hier zu schreiben dient nicht dem Thema und würde auch viel zu weit führen, da gerade die Psychiatrie ein hoch komplexes Thema ist. Was sie allerdings aufgrund eben dieser Historie sehr gut kann, ist, sich neue medizinische Gebiete unter den Nagel zu reißen und im DSM als Diagnose unterzubringen. Dieses wunderbare Diagnosehandbuch wird immer dicker, d.h., den Menschen wird immer mehr "Gestört Sein" zugeschrieben. Und das allein bestimmt die Psychiatrie, nein danke. So schreibt sie sich auch die Psychosomatik auf ihre Fahnen, ohne jede Ahnung, nur weil der Begriff "Psycho" drin ist. Die Psychosomatik gehört in die Neurologie, da es um das autonome Nervensystem geht. Aber, wie gesagt, dieses Thema muss man gut erforschen und sehr viel lesen.

    Was die schnelle Lösung mit einer Pille betrifft, die Deiner Meinung nach die Psychiatrie erzielen will, da merke ich, dass wir sehr verschiedenen Generationen angehören. Ich bin 63 und als ich in Deinem Alter war, konnte ein Arzt noch systemisch denken, wusste über innerkörperliche Zusammenhänge und was hinter bestimmten Symptomen auch stecken könnte. Wenn ich vorgebe, mich mit der Seele zu befassen, brauche ich Zeit, weil der Mensch keine Maschine ist und ich brauche schon gar keine schnellen Pillen, von denen bewiesen ist, dass sie die Hirnchemie total durcheinander bringen. Das noch bei RGS gegeben, na prost Mahlzeit. Und wenn es bei einigen wirkt, gerne, ich freue mich für jeden, dem geholfen wird, aber er sollte auch über die Langzeitwirkungen dieser Psychopharmaka informiert sein, z.B. eine Parkinson Erkrankung. Zu empfehlen: Peter Gotzsche "Tödliche Psychopharmaka und Organisiertes Leugnen" "Wie Ärzte und Pharmaindustrie die Gesundheit der Patienten vorsätzlich aufs Spiel setzen". Etwas trocken zu lesen, da er auch Studien auseinander nimmt, aber mehr als aufschlussreich.

    Das Thema ist für mich jetzt erledigt, aber es war mir ein Anliegen klar zu stellen, dass das mit der Psychiatrie nicht alles so easy ist. Was die Psychiatrie will interessiert mich auch nicht so sehr. Ich erwarte, dass, wer auch immer, ganz schnell gut forscht. Wir sind noch nicht bei der Behandlung mit irgendwelchen "Glückspillen", wir stehen noch gänzlich im Forschungsprozess, ohne nennenswerte Erkenntnisse.
    LG Aristocat
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  ~Laila~ am Do Okt 20, 2016 10:33 am

    Hallo Aristocrat,

    danke für Deine Antwort. Ich finde es toll, dass Du so viel forschst und danke Dir für das wertvolle Wissen, welches Du mit uns teilst. Ich kann sicher davon profitieren und mich inspirieren lassen. Ich habe mich nach langen, qualvollen Jahren, zum großen Teil geprägt von Nebenwirkungen, der Schulmedizin ein wenig abgewandt, möchte aber denen, die durch sie Linderung erfahren, Nichts absprechen, da Jeder seinen eigenen Weg herausfinden muss und Jeder weiß, was ihm am besten tut. Mit Psychopharmaka allerdings, bin ich noch nie in Berührung gekommen und weigere mich strikt dagegen. Daher haben wir denke ich garnicht so unterschiedliche Meinungen und von irgendwelchen Psychoanalysen möchte ich ohnehin Nichts hören. Die einzige Diagnose, welche ich schwarz auf weiß habe, ist das Regs und zwar diagnostiziert von Herrn Prof. Dr. Krüger. Ohne diese schriftliche Diagnose wäre ich jahrelang weiterhin gegen verschlossene Türen gerannt, hätte ohne diese Diagnose keine Unterstützung von der Krankenkasse erhalten, man hätte mich weiterhin nicht ernst genommen und vor ihm konnte Niemand auch nur annähernd Etwas mit dem Begriff Regs anfangen (allein damit und dass Regs ihm überhaupt geläufig war, es obendrein noch erforscht, hat mir unheimliche Erleichterung verschafft). In der Frankfurter Uniklinik hielt man mich bloß für psychisch gestört, weil sie mit dem Begriff Regs absolut Nichts anfangen konnten, das nur mal zum Vergleich. Nochmal zu den Psychoanalysen: Meine Therapeutin selbst, ist sehr vorsichtig mit Klassifizierungen, würde selbst gerne Nichts davon hören wollen. Prinzipiell gibt es keinen einzigen Menschen auf dieser Welt, der völlig normal tickt, demzufolge müsste man so ziemlich Jeden in die ein oder andere Schublade bzw. Klassifizierung einordnen.

    Wenn Du tatsächlich so sehr davon überzeugt bist, dass unsere Erkrankung unmittelbar mit einem Trauma zusammenhängt, dann lies bitte “The Healing Code“', welches diese These mit wissenschaftlich belegten und kinderleichten Techniken zur Selbstheilung dieser Traumata unterstützt, demzufolge auch die körperlichen Leiden auflösen soll. Es hat vielen Menschen weltweit sehr geholfen. Ich selbst werde bald mit diesen Techniken beginnen. Dieses Buch schrieb Dr. Alexander Loyd, gemeinsam mit Ben Johnson. Jeder chronisch Erkrankte sollte dieses Buch in den Händen gehalten haben, es ist herzerwärmend, einleuchtend und außnahmsweise mal kein Humbug.

    Liebe Grüße,
    Laila


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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  Waupi am Di Okt 25, 2016 11:54 am

    Laila schrieb:Eines muss ich hier mal ganz klar sagen: Ich möchte Niemandem zu nahe treten, aber wenn ich hier schon Dinge lese, wie “,Berlin ist zu weit weg“, sträuben sich bei mir die Haare zu Berge.

    Du kannst reisen wohin Du willst, aber was andere machen, oder nicht, geht Deine Haare nichts an. Du kannst sie also wieder bändigen.
    Alleine Deine Einleitung sagt deutlich, dass es genau das ist, was Du willst - jemandem zu nahe treten und ihm mal so richtig um die Ohren hauen, was Du davon hältst.
    Unglaublich.



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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  Waupi am Di Okt 25, 2016 12:02 pm

    Laila schrieb:

    Wenn Du tatsächlich so sehr davon überzeugt bist, dass unsere Erkrankung unmittelbar  mit einem Trauma zusammenhängt, dann lies bitte “The Healing Code“', welches diese These mit wissenschaftlich belegten und kinderleichten Techniken zur Selbstheilung dieser Traumata unterstützt, demzufolge auch die körperlichen Leiden auflösen soll. Es hat vielen Menschen weltweit sehr geholfen. Ich selbst werde bald mit diesen Techniken beginnen. Dieses Buch schrieb Dr. Alexander Loyd, gemeinsam mit Ben Johnson. Jeder chronisch Erkrankte sollte dieses Buch in den Händen gehalten haben, es ist herzerwärmend, einleuchtend und außnahmsweise mal kein Humbug.




    Melde Dich lieber, wenn Dir das Buch geholfen hat. Das wird es nämlich nicht und wenn Du es dann mal gelesen hast, wirst Du - hoffentlich - selbst erkennen, dass sowas nicht mehr helfen kann als andere Placebos auch.
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  ~Laila~ am Di Okt 25, 2016 3:15 pm

    Hallo Waupi,

    ich habe mich für meinen Kommentar bezügl. der Entfernung nach Berlin bereits in aller Form entschuldigt, wie man aus einer meiner Nachrichten entnehmen kann und im Übrigen hat es sich hierbei um ein Missverständnis gehandelt. Die Unterhaltung wurde im Anschluss völlig normal und friedlich weitergeführt. Zu dem Rest Deiner Nachricht kann ich nur sagen, dass es offensichtlich Menschen wie Dich gibt, die aus einer Unterhaltung lediglich den negativen Teil herausfiltern und analysieren möchten. Ich für meinen Teil habe definitiv, Besseres zu tun, als hier Mitbetroffene, welche unter ihrer Erkrankung massiv leiden, auch nur in irgendeiner Form “übers Ohr“ zu hauen.

    Ich habe genau wie viele Andere massive Nebenwirkungen der Chemiekeulen erfahren und habe mich schließlich parallel zu meinen medikamentösen Behandlungen auch ein wenig auf die Suche nach alternativen Möglichkeiten gemacht und versucht mich neuen Wegen zu öffnen. Es geht hier darum, sich gegenseitig zu beraten, zu ermutigen, seine Erfahrungen zu teilen und da das oben genannte Buch für mich persönlich sehr vielversprechend klang und mir Mut gemacht hat, wollte ich es anderen Betroffenen nicht vorenthalten, zumal mir diese Lektüre ein Arzt empfohlen hat. Jeder muss seinen eigenen Weg und Umgang mit der Erkrankung für sich herausfinden und wenn Lektüren wie “The Healing Code“ Nichts für Dich sind ist das doch völlig in Ordnung, nur sollte man Anderen nicht gleich alles schlechtmachen bzw. Dinge, die Anderen in dieser schlimmen Zeit ein bisschen Mut gemacht haben und sie hier demzufolge hier geteilt haben, nicht verurteilen.

    Es gibt ja noch genügend andere Betroffene, mit denen ich mich hier friedlich unterhalten kann und Gleiches gilt für Dich.

    Alles Liebe für Dich


    Zuletzt von Laila am Di Okt 25, 2016 5:10 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet

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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  Waupi am Di Okt 25, 2016 3:33 pm

    Laila schrieb:Ich habe mich für meinen Kommentar bezügl. der Entfernung nach Berlin bereits entschuldigt, wie man aus einer meiner Nachrichten entnehmen kann und im Übrigen hat es sich hierbei um ein Missverständnis gehandelt. Die Unterhaltung wurde im Anschluss völlig normal und friedlich weitergeführt. Zu dem  Rest Deiner Nachricht kann ich nur sagen, dass es offensichtlich Menschen wie Dich gibt, die aus Allem lediglich das Negative herausfiltern möchten. Ich habe sehr viele Nebenwirkungen der Medikamente erfahren und mich schließlich ein wenig auf die Suche nach alternativen Möglichkeiten gemacht, von denen ich hier gerne welche teilen wollte, falls es Jemandem genauso ergeht oder ergangen ist wie mir.  Alles Liebe für Dich, es gibt ja noch genügend andere Beteoffene, mit.denen ich mich hier friedlich unterhalten kann und Gleiches gilt für Dich.

    Ich kann Dir nur empfehlen, Dich mit den Beiträgen von Aristocat ein wenig näher zu befassen.
    Wenn Du das ernsthaft getan hättest, hättest Du erkannt, dass es sinnlos ist, ihr solchen Unsinn zu empfehlen.
    Sie ist meiner Meinung nach ziemlich nah dran an der Sache, auch wenn das natürlich (noch) keine Lösungen ergibt für Heilungsmöglichkeiten.

    Tatsache ist aber, dass niemandem geholfen ist, irgendwelche Handgriffe anzuwenden. Es ist ein Schlag ins Gesicht, jemandem mit einer belastenden Erkrankung mit solchem Hokuspokus zu kommen.
    Empfehlen kannst Du Dinge, die Dir geholfen haben, aber doch nicht Guru-Bücher, die Du selbst noch nichteinmal gelesen hast.
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  ~Laila~ am Di Okt 25, 2016 3:47 pm

    Lies bitte meine Antwort noch einmal sehr genau. Ich habe dem Nichts weiter hinzuzufügen. Alles Liebe für Dich.

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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  Waupi am Di Okt 25, 2016 3:59 pm

    Und ich füge das hinzu, was mir richtig scheint, ob Dir das nun passt, oder nicht.
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  ~Laila~ am Mi Okt 26, 2016 5:51 am

    Waupi,

    eines interessiert mich noch: Hast Du in diesem Forum, mir gegenüber neben diversen Negativkommentaren und Unterstellungen auch etwas Positives oder Hilfreiches zu berichten?

    Nachdem ich hier meine Geschichte geteilt habe, habe ich versucht, den Mitbetroffenen auch von meinen positiven Erfahrungen zu berichten, die mir in manchen Momenten Linderung verschafft haben, eine Selbsthilfegruppe vorgeschlagen, mich hier ausgetauscht, sowie zwei Lektüren als Tipp angegeben, die ich im Zuge meiner Recherchen im Übrigen ZU ENDE GELESEN HABE und die mir persönlich einfach ein bisschen Mut gemacht haben. Mein von Dir angesprochener Buchtipp von Dr. Alexander Loyd habe ich nur deshalb angegeben, weil mir eine Koryphäe unter den MEDIZINERN, dieses Buch ans Herz gelegt hat. Nachdem es mich inspiriert hat, wollte ich diesen Tipp hier einfach teilen, ich habe ihn in diesem Zusammenhang nicht für den ultimativen Schlüssel zur Heilung erklärt, verzeih mir wenn das so rüberkam. Es ist für mich persönlich lediglich eine nennenswerte, mutmachende Lektüre, basietend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Man sollte sich mit einer Thematik genauestens beschäftigen, bevor man sie derart schlechtmacht.

    Darüber hinaus habe ich sicher kein Interesse darand, hier unseriöse esotherische “Hokus-Pokus“ bzw. “Guru-Bücher“ zu empfehlen, falls es Dir entfallen sein sollte, bin ich selbst betroffen, habe in meinem Leben gerade so ziemlich alles verloren durch die Erkrankung und bin ebenso wie alle Anderen hier auf der Suche nach einem Ausweg aus der Hölle!!!!

    Haben Dir Medikamente geholfen? Wenn ja, welche? Hast Du sonstige Behandlungsmethoden versucht bzw. Erlebnisse gehabt, welche Dir Linderung verschafft haben? Hast Du hilfreiche Tipps bezügl. des Umgangs mit der Erkrankung? Hast Du nennenswerte Lektüren, die Dir Mut gemacht haben? Wie geht es Dir zurzeit und kannst Du arbeiten? Wie schläfst Du ein? Können wir uns auf sonstige Weise hier aufbauen?

    DAS sind für mich persönlich die grundlegendenThematiken, mit denen wir uns hier beschäftigen sollten, anstatt Deine Beachtung einem längst abgeschlossenen Missverständnis zu schenken und mich für einen Buchtipp zu verurteilen, das ist echt absurd und nicht zielführend.

    Liebe Grüße,
    Laila

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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  Waupi am Mi Okt 26, 2016 9:08 am

    Laila schrieb:Waupi,

    eines interessiert mich noch:  Hast Du in diesem Forum, mir gegenüber neben diversen Negativkommentaren und Unterstellungen auch etwas Positives oder Hilfreiches zu berichten?

    Bisher nicht, mal sehen. Vielleicht kommt das ja noch.

    Laila schrieb:

    Haben Dir Medikamente geholfen? Wenn ja, welche? Hast Du sonstige Behandlungsmethoden versucht bzw. Erlebnisse gehabt, welche Dir Linderung verschafft haben? Hast Du hilfreiche Tipps bezügl. des Umgangs mit der Erkrankung? Hast Du nennenswerte Lektüren, die Dir Mut gemacht haben? Wie geht es Dir zurzeit und kannst Du arbeiten? Wie schläfst Du ein? Können wir uns auf sonstige Weise hier aufbauen?


    Ist alles hier nachzulesen.
    Da mir aber grad langweilig ist, eine kleine Zusammenfassung für Dich:

    Mir geht's gut, die Symptome sind da, aber ich habe mich damit arrangiert, obwohl sie nach wie vor ständig massiver werden, aber ich kann sie inzwischen sogar bis zu einem gewissen Grad beeinflussen.
    Ich schlafe gut ein, wache zwar öfter mal auf, aber das ist nicht schlimm, ich kann auch wieder einschlafen.
    Medikamente lehne ich ab, ich bin kein Versuchskaninchen.
    Ich lebe und arbeite ganz normal.

    Ob Dich das aufbaut, weiß ich nicht.
    Ich kann Dir nur sagen, dass am Ende Du entscheidest, ob Du lieber leidest, oder versuchst es anzunehmen.
    Man kann es als angstmachend, peinlich, schrecklich, grausam und Katastrophe interpretieren und darunter leiden wie ein Hund,
    oder aber man kann lernen es anzunehmen, die guten Seiten daran zu finden, versuchen, die Botschaft rauszufinden, die dahintersteckt (darüber bin ich mir noch nicht ganz klar, aber ich arbeite daran),
    der Sache zeitweise Raum geben und Zeiten schaffen, an denen man ihr keinen Raum zugesteht.
    Manchmal vergesse ich es sogar.
    Manchmal genieße ich es sogar.
    Es ist nicht immer quälend.

    Wie Du letztendlich damit umgehst und wie sehr Du dem erlaubst daran zu leiden, liegt nur an Dir.
    Es gibt (noch) keine Heilung und so lange es die nicht gibt, hast Du nur eine begrenzte Wahl.
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  ~Laila~ am Mi Okt 26, 2016 9:50 am

    Danke.


    Zuletzt von Laila am Fr Okt 28, 2016 1:25 pm bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet

    Leeloo
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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

    Beitrag  Leeloo am Mi Okt 26, 2016 10:24 am

    Bitte zerfleischt euch jetzt nicht gegenseitig. Wir alle sind mitunter ziemlich gereizt, was auch kein Wunder ist. Ich finde alles interessant, was andere Betroffene schreiben. Wir sind alle erwachsen und können durchaus selbst denken. Einiges, von dem was, wir erfahren wird dem ein oder anderen vielleicht helfen, ein Stück weit besser zu verstehen, anderes hilft nicht, oder vermittelt nur ein Gefühl von ach, träfe das doch auf mich zu, dann könnte man dort ansetzen .... letzten Endes rätseln wir doch alle herum, sind auf der Suche nach Hilfe, Linderung, Genesung.
    Wir sitzen alle im selben Boot, bringen wir es nicht eigenhändig zum kentern. In Diesem Sinn, tief durchatmen!

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    Re: ... und noch ein guter Neurologe

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