Das Restless Genital Syndrom

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    RLS bzw. RGS nach Orgasmus. Kennt das jemand?

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    maloo

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    RLS bzw. RGS nach Orgasmus. Kennt das jemand?

    Beitrag  maloo am Do Okt 13, 2016 1:18 pm

    Hallo

    Ich bin eine 33-jährige Frau. Seit ich meinen ersten Orgasmus hatte, begleitet mich eine extreme Unruhe danach.
    Lange Zeit dachte ich, es könnte eine Form von RLS sein. Allerdings spricht dagegen, dass sexuelle Befriedigung eher für Linderung spricht.
    Bei mir allerdings kommt es vor, dass ich nach einem Orgasmus 1-3 Nächte kaum schlafen kann vor lauter Unruhe in den Beinen, und auch tagsüber schränkt es mich enorm ein.
    Ohne Orgasmen lebe und schlafe ich recht gut, so dass kein Handlungsbedarf bestehen würde.
    Aber ganz darauf verzichten ist doch auch keine Lösung... Crying or Very sad

    Ich kann mich kaum dazu aufraffen, die Problematik einem Arzt bzw. Neurologen zu schildern, weil ich fürchte nicht ernst genommen zu werden und mich nach einer negativen Erfahrung wohl nicht mehr an einen weiteren Arzt wenden würde.

    - Hat jemand vergleichbare Symptome?
    - Welcher Facharzt ist der Richtige für die Diagnose?
    - Kennt jemand einen in der Schweiz, der sich mit RGS auskennt?

    Warte hoffnungsvoll und unruhig nach einer schlaflosen Nacht auf eine Rückmeldung... bounce

    Aristocat
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    Re: RLS bzw. RGS nach Orgasmus. Kennt das jemand?

    Beitrag  Aristocat am Fr Okt 14, 2016 10:47 am

    Hallo Maloo,

    Prof. Waldinger in Den Haag hat festgestellt, dass RLS und RGS zusammehängen und im Grunde eine Erkrankung sind. Auf http://www.psas.nl/en/bronnen.asp gibt es eine Menge Informationen, allerdings alle auf Englisch.

    Ich persönlich vertrete eine etwas andere Sichtweise als die Wissenschaft, nämlich, dass es sich bei RLS/RGS um ein hyperaktives autonomes Nervensystem handelt, das dann verschiedenste Phänomene im Körper hervorruft. Dafür spricht auch deine Nervosität und Schlaflosigkeit nach Orgasmen. Eine solche Hyperaktivität im Nervensystem entsteht normalerweise durch Traumatisierung. Ich habe gerade in der letzten Zeit gelernt, dass Traumatisierungen nicht allein durch Ereignisse wie Misshandlung, Kriegsereignisse etc. entstehen können, sondern durchaus auch durch normale Lebensereignisse wie z.B. Unfälle oder Operationen. Traumatisierung bedeutet, dass das autonome Nervensystem immer wieder in einem "höheren Modus" läuft, ohne, dass z.Zt. ein konkreter Anlass besteht. Warum gerade Sexualität auch in diesen Modus führt, ist überhaupt noch nicht geklärt, aber leider eine Tatsache. Nahezu alle Wissenschaftler, die mit Patienten gearbeitet haben, berichten, dass Orgasmen die Situation verschlimmern. Eine Antwort auf dieses Problem gibt es nicht, die Betroffenen werden damit allein gelassen. Es heißt also ausprobieren und gut beobachten; wie geht es mir mit Sexualität und wie ohne? Ein weiteres Problem dabei ist allerdings, dass sich Sexualität nicht so ohne weiteres willentlich steuern lässt. Lust gehört nun einmal zum Menschen dazu. Ich habe Prof. Waldinger geschrieben, dass dieses Problem eine Katastrophe ist, aber.......was sollen sie machen in ihrer eigenen Hilflosigkeit.

    Mit meiner Sichtweise der Traumatisierung und damit eines psychosomatischen Geschehens vertrete ich eine andere Sichtweise als Wissenschaftler. Sie machen Tarlov Zysten, den Klitoris Nerv, die Wechseljahre etc., etc verantwortlich. Jeder nimmt etwas anderes auf's Korn. In meinen Augen werden sie noch lange suchen.

    Wenn du dich mit dem Gedanken der Traumatisierung anfreunden kannst, empfehle ich dir Autoren wie Peter Levine, Robert Scaer und Bessel van der Kolk. Sie haben einen guten Durchblick, was Traumatisierungen sind und was Psychosomatik eigentlich ist.
    Peter Levine hat eine Therapieform entwickelt, die ich für gut halte, das "Somatic Experince". Ich weiß, dass es in der Schweiz nach ihm ausgebildete und zertifizierte Therapeuten gibt; einfach mal googeln. Ich habe einen guten Spruch gehört: Traumata redet man nicht weg, Traumata spürt man weg; allerdings kein schneller, sondern schon ein etwas arbeitsintensiver Weg.

    Was Ärzte betrifft, habe ich nur schlechte Erfahrungen gemacht. Ich habe 6 (in Worten sechs!) Ärzten verschiedenster Fachrichtungen von meinem Problem erzählt, und es bestand, um es freundlich auszudrücken, das pure Desinteresse. Auch die wissenschaftlichen Artikel und Webadressen über RGS, die ich mitgenommen hatte, wurden ignoriert. Aber vielleicht sind die schweizer Ärzte anders??

    Ärzte arbeiten übrigens gerne mit Antidepressiva oder Antiepileptika zur Beruhigung des Nervensystems. Zugleich aber besteht wissenschaftlicherseits der Verdacht, dass Antidepressiva RGS auslösen. Man treibt also den Teufel mit Belzebub aus.

    RGS/RLS ist ein systemisches Problem des gesamten Körpers und damit des Gehirns, für das es keine konkrete Lösung und schon gar keine Pille gibt.

    Liebe Grüße
    Aristocat

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    Re: RLS bzw. RGS nach Orgasmus. Kennt das jemand?

    Beitrag  Aristocat am Sa Okt 15, 2016 8:58 am

    Ergänzung zu meiner gestrigen Antwort:

    Die Therapieform heißt natürlich richtig "Somatic Experienceing".

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    Re: RLS bzw. RGS nach Orgasmus. Kennt das jemand?

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