Das Restless Genital Syndrom

Wir helfen einander


    Neu hier *meine Geschichte*

    Austausch

    Edith87

    Anzahl der Beiträge : 2
    Anmeldedatum : 14.11.16

    Neu hier *meine Geschichte*

    Beitrag  Edith87 am Mo Nov 14, 2016 8:54 pm

    Hallo ihr Lieben,

    ich bin seit einigen Monaten stille Mitleserin in diesem Forum und habe mich nun doch entschlossen meine Erfahrungen aufzuschreiben, weil ich mich so oft völlig isoliert und der Krankheit hilflos ausgeliefert fühle.
    Ich bin 29 Jahre alt und zur Zeit im 8.Monat schwanger.

    Mein Leidensweg begann vor 6 Monaten, im Mai 16`.
    Im Februar 16`erlitt ich eine sehr späte Fehlgeburt...die darauffolgenden Monate war ich traumatisiert und entwickelte denke ich eine Depression (depressive Züge kenne ich von mir allerdings schon seit meiner Jugend).
    Im April beschlossen mein Lebensgefährte und ich, einen weiteren Anlauf zu wagen schwanger zu werden. Meine Gynäkologin gab grünes Licht.
    In der Woche vor meinen fruchtbaren Tagen äußerte mein Freund abends kurze Bedenken (die er am nächsten Morgen schon wieder relativierte)...und damit find es an.
    Ich bekam eine Panikattacke und dann -und das ist nicht übertrieben!- innerhalb von Sekunden überwältigte mich der Drang mich selbst zu befriedigen. Mein Lebensgefährte musste auf Nachtschicht und ich war die Nacht allein Zuhause. Es sollte eine der schlimmsten, quälendsten Nächte meines bisherigen Lebens werden. Ich befriedigte mich stündlich mehrmals...ohne auch nur die Spur einer Linderung der bekannten Restless Symptomatik zu erfahren.
    Die darauffolgenden Tage/Wochen wurde es nicht besser. Ich bekam zunehmend mehr Angst und Panik, weil ich die Art der Symptome überhaupt nicht deuten konnte. Ich war völlig überfordert und wirklich allem ausgeliefert.
    Von der ersten Stunden an vertraute ich mich meinem Lebensgefährten an. In den darauffolgenden ersten Tagen auch meiner besten Freundin.
    Wir überlegten, mich stationär einweisen zu lassen...da ich Suizidgedanken (aus purer Verzweiflung!) entwickelte.
    Gelandet bin ich dann jedoch vorerst in einer ambulanten Aktsprechstunde. Dort konnte man nichts mit meiner Symptomatik anfangen. Ich hatte im Laufe der Wochen natürlich schon via google einiges über das RGS in Erfahrung gebracht und trug das in der Aktsprechstunde vor. Man verschrieb mir Mirtazapin, 15mg/d. Diese lassen mich wenigstens abends zur Ruhe kommen und einschlafen.

    Zwischenzeitlich war ich schließlich noch bei einem Sexualtherapeuten in Behandlung. Der hatte tatsächlich schon vom RGS gehört und versuchte mir mit autogenem Training zu helfen...was leider nicht half.

    Auch fuhr ich einmalig nach Berlin, zu einem gewissen Dr. Perchalla...der auf seiner Internetseite damit wirbt das RGS behandeln zu können.
    Dieser Termin war ein Schock für mich.
    Dr. Perchalla musste in meiner Anwesenheit erst einmal nachlesen, was das RGS noch einmal war.....erinnerte sich dann dunkel daran und zeigte mir einen Artikel den ich schon aus dem Internet kannte.... . Letztendlich riet er mir, wieder Geschlechtsverkehr zu haben, das würde mein Leiden lindern. Ich bin noch immer leicht traumatisiert von diesem Besuch.

    Zur Zeit begleitet mich das RGS gedämpft.
    Es ist da, dominiert mich aber nicht zu 100%.
    Ich hoffe so sehr das bleibt so und habe unglaubliche Angst vor einem erneuten "Schub".
    Ein Sexualleben existiert für mich praktisch nicht mehr. Ich traue mich nicht. Habe Angst ein "normaler" Orgasmus...ja schon die Erregung...könnten einen neuen Schub auslösen. Mein Lebensgefährte macht das mit. Aber wie lange kann ich ihm das noch "zumuten"? Wie handhabt ihr das mit euren Partnern?

    Wenn mich ein neuer Schub ereilen sollte, werde ich (nach der Stillzeit) versuchen dem mit Medikamenten Herr zu werden.

    Dazu meine Frage--> gibt es hier jemanden, der mit bestimmten Medikamenten merklichen Erfolg hatte??

    Schlussfolgernd möchte ich noch schreiben---> ich vermute hinter dem RGS ebenfalls ein Zusammenspiel von psychischen UND physischen Faktoren. Es scheint fast so, als sei ein bestimmter, komplexer Wirkmechanismus vonnöten...um das Syndrom auszulösen.
    Vielleicht noch wichtig -->Mir wurde im September 15´ein Struma nodosa beiseits diagnostiziert....im März 16`musste die komplette Schilddrüse raus. Seitdem nehme ich Schilddrüsenhormone ein.

    Eine verquere Hormonlage des Körpers in Kombination mit psychisch extremen Stress. Als ob die Nerven durchbrennen würden, seelisch wie körperlich.

    Ich bin sehr sehr froh das dieses Forum hier existiert! Sich nicht mehr allein zu fühlen, hilft im Kampf gegen das RGS.

    Ich würde mich über allgemeinen Austausch und auch Infos bzgl. der Medikation(en) unglaublich freuen!!

    Leeloo
    Neuling
    Neuling

    Anzahl der Beiträge : 43
    Anmeldedatum : 24.10.15

    Re: Neu hier *meine Geschichte*

    Beitrag  Leeloo am Di Nov 15, 2016 2:02 pm

    Hi Edith,

    ich kann dir das so gut nachempfinden. Besonders die Angst an sich vor Erregung, von einem Orga. ganz zu schweigen. Ich habe diese Probleme jetzt seit März 15. Fast ein ganzes Jahr lang durfte mich mein Mann nicht mal schräg ansehen ... nahe kommen, ging gar nicht. Für mich war das sofort etwas sexuelles, obwohl das totaler Quatsch war/ist. Das Jahr war für meinen Partner ebenso schwierig wie für mich, er musste und muss es auch noch heute, mitragen. Was es für einen selbst ja nicht unbedingt leichter macht. Bei mir ist es durch durch Stress ausgelöst worden, da bin ich mir ziemlich sicher. Eine andere und echt fiese Form von Angststörung (damit bin ich vertraut). Mal geht es recht gut, sogar über Monate, dann tritt es hin den Hintergrund, ist aber nie ganz weg und zu schlechteren Zeiten, wenn ich zbs. Stress habe, oder ihn selbst fabriziere wieder schlimm. ich habe ebenfalls mehrere Ärzte hinter mir. Meine Frauenärztin hat recht spät (nach zig Behandlungen die nie angeschlagen haben, über mehrere Monate hinweg) begriffen, dass es sich um Regs handelt. Mein erster Neurologe wusste genau, was das ist und hat mir zwei mal eine Depotspritze verpasst... erst da wurde es tatsächlch erträglich. Leider bekam ich von dem Medi, (zum Glück zum Ende der Wirkungsdauer) Regs in den Beinen. Aktuell bin ich bei einem Neurologen in Behandlung der gleichzeitig Psychologe ist, er macht sich wirklich einen Kopf um Regs. dort fühle ich mich momentan sehr gut aufgehoben.
    Ps. Wenn es ganz schlimm ist (bei mir sind es Schmerzen gepaart mit Kribbeln) kann ich nicht Auto fahren, die vibration macht mich irre und löst bei mir Panikat. aus. Meine größte Angst ist, was, wenn mir das passiert, was man allgemein über Regs (Genital) so im Net findet? Dieses ohne es verhindern zu können einen Orga. zu bekommen... wäre für mich ein Albtraum.

    Liebe Grüße

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Mi Nov 22, 2017 8:13 pm