Das Restless Genital Syndrom

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    Das Stresshormon Cortisol

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    Das Stresshormon Cortisol

    Beitrag  Aristocat am Fr Okt 06, 2017 4:36 pm

    An alle, die hier doch noch lesen,

    inzwischen bin ich hinlänglich dafür bekannt, dass ich RGS erstens für eine psychosomatische Erkrankung halte und zweitens für eine gravierende Traumatisierung. Ich gehe darauf an dieser Stelle nicht noch einmal näher ein. Nur zur Erinnerung so viel: Robert Scaer, der berühmte amerikanische Trauma Forscher, hatte gesagt, dass der Phantomschmerz bei amputierten Gliedmaßen ein Prototyp für psychosomatischen Schmerz ist. Dazu gehören auch die verschiedensten Gefühlsphänome beim RGS, egal ob nun sexuell, oder schmerzlich, oder sonst wie geartet.

    Ebenfalls zur Erinnerung, bei Traumatisierung laufen im autonomen Nervensystem immer die gleichen Vorgänge ab. Der Sympathikus setzt uns in die sogen. "fight or flight" Situation, also, wenn du angegriffen wirst, oder einfacher gesagt, in Stress geräts, "kämpfe oder fliehe". Damit das Nervensystem diese Situation ertragen kann, schüttet es Cotisol aus. Dann, wenn die Gefahr vorbei ist, tritt der Parasympathikus in Aktion und beruhigt das Nervensystem wieder. Bei traumatisierten Menschen funktioniert dieser Ablauf nicht mehr, und der Sympathikus arbeitet ohne Ende, und schüttet laufend Cortisol aus. Diese Gefühle ertragen zu müssen bedeutet für das Nervensystem permanenten Stress und damit permanente Cortisolausschüttungen. Es arbneitet auf Hochtouren 24/7.
    Fast alle Betroffenen leiden unter massiven Schlafstörungen, also weiterem permanenten Stress.

    Diese Cortisolausschüttungen können weitere gravierende Schädigungen im Körper hervorrufen, in erster Linie eine Schädigung der Nebenniere. Ich verlinke mal die Erklärungen einer Heilpraktikerin und Biologin, die ich für sehr verständlich halte. Irgendwann macht die Nebenniere nämlich nicht mehr mit, und sie kann kein Cortisol mehr ausschütten. http://www.heilpraktiker-heitland.de/diagnostik/cortisol-stress-und-nebennieren-erschopfung-adrenal-fatigue/

    Ich werde eine solche Untersuchung jetzt mal durchführen lassen. Ich weiß aber auch, dass Ärzte das nicht besonders gerne machen, denn beim Urin ist zumindest ein Tagesprofil erforderlich, beim Blut weiß ich nicht. Aber, wer interessiert ist, kann ja die Seite ausdrucken und mit zum Arzt nehmen.
    Es ist traurig, dass Traumatherapeuten und sonstige Traumafachleute diesen körperlichen Aspekt nicht automatisch mit berücksichtigen. Es ist einfach dumm abzuwarten, bis irgendwann körperliche Krankheiten auftreten. Auch die Forscher zum RGS halten sich da sehr bedeckt und forschen lieber an Tarlov Zysten (das ist mein Lieblingsthema beim RGS, und ich werde nicht müde, es immer wieder zu erwähnen Laughing ) Mir zeigt das, dass ihnen überhaupt nicht klar ist, was RGS für die Betroffenern bedeutet.

    Vielleicht kann die ein oder andere mit diesem Kommentar etwas anfangen, es würde mich freuen.

    Liebe Grüße
    Aristocat
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    Nikkel
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    Re: Das Stresshormon Cortisol

    Beitrag  Nikkel am So Okt 08, 2017 10:02 am

    Hallo Aristocat,

    klingt alles sehr plausibel. Auch mit den Zysten. Ich habe sowohl schon den 24 Stunden Urintest hinter mir, als auch die Untersuchung nach den Tarlov Zysten. Beides hat sich bei mir nicht bestätigt. Ich war sicher, zu viel Cortisol zu haben, weil ich ja auch vor RGS schon dauernd mit der Angst zu tun hatte. Ich war umso verblüffter, dass bei mir diesbezüglich alles in Ordnung war. confused
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    Nikkel
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    Re: Das Stresshormon Cortisol

    Beitrag  Nikkel am So Okt 08, 2017 10:03 am

    Da fällt mir aber gerade noch was ein! Ich bin Asthmatiker und nehme schon seit ca 18 Jahren inhalatives Cortison. Vielleicht spielt das da auch eine Rolle Suspect

    Aristocat
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    Re: Das Stresshormon Cortisol

    Beitrag  Aristocat am So Okt 08, 2017 4:41 pm

    Hallo Nickel,

    das ist ja interessant, werde die Untersuchung aber trotzdem mal durchführen lassen. Bei mir ist das RGS mit heftiger Schlaflosigkeit verbunden, und ich habe im Laufe der Jahre immer mehr zugenommen. Kürzlich hat mir jemand gesagt, die Gewichtszunahme hinge auch mit vermehrten Cortisolausschüttungen zusammen. Das ganze Neurotransmittersystem scheint durcheinander zu sein, sonst würde ich noch schlafen. Ich hatte vor dem RGS einen Bombenschlaf und konnte mich auch immer gesund schlafen, wenn ich krank war. Das ist vorüber. Zudem wurde mir gesagt, der PH Wert im Blut verändert sich bei Traumatisierungen. Aber ich kenne mich in den genauen chemischen Zusammenhängen bei Stress nicht aus. Naja, mal sehen, was der Urintest und evtl. Bluttest erbringen.

    Cortison ist ein interessanter Faktor. Ich habe doch mal geschrieben, dass ich aufgrund massiver Rückenschmerzen Cortisonspritzen in den Rücken bekommen habe. Der Arzt sagte mir, es könnte sein, dass ich ein Cortisongesicht bekomme. Das passierte auch 24 Std. später. Nur eine Gesichtshälfte wurde knallrot und heiß. Am nächsten Morgen war alles wieder weg. Sechs Wochen später, ich saß ruhig da und las, fühlte ich plötzlich eine Art Welle in meinem Bauch, und ich bekam wieder dieses Gesicht, ohne jegliches Cortison und dieses Mal in beiden Gesichtshälften. Ich habe immer gedacht, das Nervensystem hat diese Reaktion gelernt, aber vielleicht spielt auch das körpereigene Cortison wirklich eine Rolle??? Ich werde mal ein bisschen lesen, aber dafür braucht man schon richtige medizinische Kenntnisse.

    Liebe Grüße
    Aristocat



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    Re: Das Stresshormon Cortisol

    Beitrag  Nikkel am Mi Okt 11, 2017 7:59 am

    Ich glaube, dass es da Wissenschaftler geben muss, die sich durch unsere Thematik durch forschen. Uns fehlt wirklich das nötige Know-How. Ich schaue da im Moment nicht mehr gezielt nach irgendwas. Ich habe allerdings auch medikamentöse Hilfe. Auch wenn ich nicht ganz frei bin von RGS und durch die Medikamente auch Nebenwirkungen habe. Ich war vorher auch nur am rätseln, habe mir den Kopf zerbrochen. Dadurch beschäftigt man sich dauernd mit RGS und das tat mir persönlich nicht so gut. Mir ist es lieber, das alles so gut wie möglich wegzuschieben. Dann spürt man es vielleicht nicht. Ich finde aber gut, dass du da noch nach wie vor in der Lage bist, dich genau mit der Materie zu beschäftigen. Schließlich profitieren wir auch von dem, was du alles in Erfahrung gebracht hast.

    LG Nikkel

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    Wusste ich noch nicht.

    Beitrag  Hermine am Do Okt 12, 2017 2:49 pm

    Vielen Dank für den tollen Beitag. Deine Meinung zu dem Thema finde ich auch gut, so habe ich das noch nie gesehen. Klingt alles sehr logisch.
    Das Cortisol ist wirklich ein interessanter Faktor.

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    Re: Das Stresshormon Cortisol

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