Das Restless Genital Syndrom
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Das Restless Genital Syndrom

Ungewollte sexuelle Dauererregung, Blasendrang, Missempfindungen im Becken - und Beinbereich, so fühlt sich das Restless genital syndrom an. Zwar sind die Beschwerden sehr individuell, jedoch ist das beeinträchtigendste die ungewollte Dauererregung...
 
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 Endlich eine Besserung

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Nettermensch

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BeitragThema: Endlich eine Besserung   Endlich eine Besserung EmptySo 25 Jun - 15:13

Hallo,
Ich schreibe eigentlich nicht gerne alles ins Internet,
Ich wollte nur sagen dass falls jemand noch nicht bei einem entsprechenden Arzt gewesen sein sollte (wobei wohl die meisten schon beinahe überall waren wie ich denke), auf jedenfall bitte auf Hämorrhoiden untersuchen lassen. Diese können sich auch "nur" durch dauerhafte starke Erregung, anspannungsgefühl in den Beinen und verschiedene andere Auffällige Empfindungen in der Klitoris und Scheide bemerkbar machen, ohne dass schmerzen in entsprechendem Bereich wahrgenommen werden, in dem man es erwartet. Meine dauerhafte Erregung kam wahrscheinlich dadurch. Jedenfalls ist sie ab Anfang der Behandlung gegen Hämorhoiden beinahe weg gewesen und ist auch jetzt nurnoch deutlich schwächer. war teils ganz weg. bin aber noch am Anfang der Behandlung. Ich verstehe dass es nicht leicht ist egal welchen Grund es gibt, manchmal ist er nicht sichtbar und das tut mir sehr Leid. Eine dauerhafte Erregung ist wirklich schlimm. Ich wünsche euch trotzdem sehr dass ihr eine Besserung findet, oder eine Alrernative, was auch immer, aber mit einer dauerhaften Erregung zu leben, das sollte keiner müssen. Mir geht es grade besser, denn ich habe den warscheinlichen Grund gefunden. ich wünsche euch dass ihr das auch schafft. Viel Glück, Lg
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Enna



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BeitragThema: Re: Endlich eine Besserung   Endlich eine Besserung EmptySa 8 Jul - 19:48

Hallo nettermensch,

na das sind doch tolle news! Danke fürs Teilen! Eine blöde Frage: Zu welchem Arzt geht man denn für Hämorrhoiden? Ich habe manchmal (keine Angst, eher selten) etwas Blut im Stuhl und von daher wäre es bei mir gar nicht mal so abwegig. Außerdem habe ich seit Beginn der Erregung auch noch so was wie Reizdarm...
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Nettermensch

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BeitragThema: Re: Endlich eine Besserung   Endlich eine Besserung EmptyMi 9 Aug - 16:42

Hallo
Ja das hängt ja alles irgendwie miteinander zusammen! Alles was in der Nähe ist.
Darm, After,... usw!
Frauen mit Vulvodynie haben auch oft mehreres davon.
Immer mal wieder Blut am Stuhl kann auf jedenfall Hämorrhoiden sein, ich würde auf jedenfall hingehen, Viel Glück!!! Zum Proktologen

PS: Heroin-Abhängige teils kennen es, dass sie unkontrollierbare Orgasmen oder Erregung haben, das liegt daran dass sie während dem Entzug glaube ich überreizt sind und somit auch anderes überreizt wahrnehmen. Sie nehmen alles, was mit ihrem Intimbereich in Berührung kommt, als Erregend wahr. #Random Info
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Aristocat
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BeitragThema: Re: Endlich eine Besserung   Endlich eine Besserung EmptyDo 10 Aug - 15:39


kann leider mit #Random Info nicht viel anfangen, habe aber mal etwas gegoogelt.
Hier ist die Info zu einem Antidepressivum; wen nicht Alles interessiert, runterscrollen bis "Unerwünschte Nebenwirkungen".
https://de.pharmacyreviewer.co/medicines/mirtazapine
Dort steht, dass es spontane Orgasmen hervorruft und auch RLS, das ja, wie inzwischen bekannt ist, mit RGS zusammenhängt. Warum sollten das nicht auch andere Antidepressiva tun? Und warum sollte das Desaster nicht auch erst nach dem Absetzen dieser Droge entstehen? Nämlich im Entzug? Auch nach diesen verschriebenen Drogen ist man auf einem Entzug, auch wenn man so nett "ausschleicht", wie medizinisch empfohlen. Und es gibt noch Ärzte, die verschreiben bei RGS Antideprtessiva. Ich fasse es nicht.

Im übrigen unterstützt das meine These von veränderten Bewusstseinszuständen. Antidepressiva führen in veränderte Bewusstseinszustände und der Entzug dann natürlich auch. Das Gehirn und das autonome Nervensystem werden total durcheinandergebracht, um es mal freundlich auszudrücken.

Herzliche Grüße an Alle
Aristocat

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Nikkel
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BeitragThema: Re: Endlich eine Besserung   Endlich eine Besserung EmptyDo 10 Aug - 16:04

Das ist schon heftig. Aber woher haben das Menschen, die bislang noch keine Antidepressiva genommen haben?

Ich denke, es gibt vieles, was das Gehirn und das autonome Nervensystem total durcheinander bringen kann. Unter anderem auch Yoga, Mediation u.ä. Ganz ohne pharmazeutische Eingriffe. Selbst enormer Stress, wie auch immer geartet.

Ich habe mal geschaut, woher dieser Artikel stammt. Dort steht folgendes:

Dieser Artikel basiert auf dem Wikipedia-Artikel Mirtazapin, Das unter der frei Creative Commons Attribution-Share-Alike License 3.0.

Und dort wiederum steht was von Anorgasmie (Anorgamsmia), was das Gegenteil ist. Das ist die Unfähigkeit einen Orgasmus zu erreichen. Im Beipackzettel steht auch nichts von spontanen Orgasmen. Wobei ich nie und nimmer irgendwas ausschließen würde. Selbst wenn es nirgendwo steht.
Wo kommt diese spontane Orgasmen-Info denn jetzt her? Weder aus dem dort zitierten Wiki, noch aus dem Beipackzettel. Das verstehe ich nicht Shocked
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Aristocat
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BeitragThema: Re: Endlich eine Besserung   Endlich eine Besserung EmptyFr 11 Aug - 9:38

Hallo Nickel,

natürlich gibt es viele Auslöser für RGS und wie du sagst, auch Stress, Trauma und sicher auch spirituelle Praktiken. Auch ich habe keine Antidepressiva genommen. Ich bin sogar der Meinung, dass es keinen ganz speziellen Auslöser gibt, so wie Bakterien oder Viren. Das macht es der Medizin ja so schwer. Sie hätten so gerne einen bestimmten Auslöser, aber dafür halte ich das menschliche Nervensystem für viel zu kompliziert. Mir fällt übrigens gerade auf, dass alle Auslöser, die ich gerade benannt habe, mit veränderten Bewusstseinszustänen zu tun haben. Auch die Depression ist ein solcher Zustand und das Antidepressivum stellt weitere veränderte Bewusstseinszustände her. Aber das nur nebenbei.

Die Seite, von der ich den Link gesetzt habe, ist eine (wohl amerikanische) Seite zum Überblick über alles, was mit Pharmazie zu tun hat. Ich nehme an, sie haben die Erfahrungen von Patienten gesammelt. Aufgrund von Literatur weiß ich inzwischen, dass die wirklichen Nebenwirkungen nicht angegeben werden, denn Antidepressiva sind in erster Linie ein Riesengeschäft und nichts anderes. Die Pharma Mafia arbeitet fast nur mit gefälschten Studien. Peter Gotzsche, "Tödliche Psychopharmaka und organisiertes Leugnen". Allerdings sehr trockene Literatur, da es viel um Studien geht. Mir ist allerdings schlecht gewordern, als es um Antidepressiva ging. Wer englisch lesen kann, sollte sich auf der website "mad in america" über psychische Drogen kundig machen.

Es ist richtig, "Wikipedia" schreibt zwar von Anorgasmie als Nebenwirkungen, aber auch von RLS. Wie oben bereits gesagt, weiß man heute, dass beide Syndrome zusammenhängen. Warum sollte also nicht auch RGS entstehen? Peter Gotzsche sagt klar, dass Antidepressiva die Sexualität zerstören. Ich sage dazu nur, in welche Richtung auch immer.
Soweit ich mich bei Allem, was ich gelesen habe aber erinnere, ist RGS häufig beim Absetzen des Antidepressivums entstanden. Es wäre also die Frage zu klären, ist das Antidepressivum für RGS verantwortlich, oder der Entzugszeitraum, wenn es ausgeschlichen wird. Dafür bräuchte man Studien mit Betroffenen, die vor RGS Antidepressiva genommen haben. Würde da ein Zusammenhang bestehen, wäre das ein solcher Skandal für die Pharmaindustrie, dass wir darauf noch lange warten können. Das wäre ähnlich dem Contergan Skandal in den 50/60er Jahren.

Da ich gestern bei Gotzsche nochmal gelesen habe, noch eine Info, falls "Gabapentin" verordnet wird. Gabapentin ist ein reines Medikament, das bei Epilepsie eingesetzt wird. Peu à peu hat die Pharmaindustrie es Ärzten auch als Schmerzmittel über die Pharmareferenten "untergejubelt". Das passiert inzwischen auch mit anderen Antiepileptika. Ich kann nur sagen, Finger weg, wenn man sich sein Nervensystem nicht noch mehr kaputt machen will.

Herzliche Grüße an Alle und speziell an dich, Nickel Very Happy
Aristocat





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BeitragThema: Re: Endlich eine Besserung   Endlich eine Besserung EmptyMo 14 Aug - 8:02

Hallo Aristocat,

das ist erschreckend, was die Pharmaindustrie und auch die Politik, die es zulässt, mit uns Menschen macht. Nur des Geldes wegen. Das Schlimme ist, ich kann gar nicht ohne Antidepressiva leben. Zur Zeit nicht. Ich nehme seit März Escitalopram und Pregabalin, weil ich einen regelrechten Zusammenbruch hatte an Karnevaldienstag. Ich hatte nur noch Angst und fürchterlich Regs. Am liebsten wäre ich vor ein Auto gelaufen. Nicht um mich umzubringen, sondern damit mir irgendwas so weh tut, dass ich aus meiner Angst und von Regs abgelenkt werde. Ich war total verzweifelt und bin dann für zwei Monate in eine Klinik. Ich reduziere zur Zeit das Pregabalin, weil mein Neurologe davon überzeugt ist, dass Regs psychisch ist und nicht körperlich im Sinne einer Neuropathie. Dafür sprechen viele Anzeichen. Auch, dass es jetzt, nachdem ich zum 2. Mal das Pregabalin um 75 mg reduziere. Ich fühle mich ängstlich, seit ich aufgestanden bin. Auch in der Regsregion tun sich seltsame Missempfindungen auf.

Ich habe schon oft daran gedacht, ob die Psychomedis, einmal genommen, nicht mehr absetzbar sind auf Dauer. Ob da irgendwas passiert im Kopf. Und ich kann bestätigen, dass ADs die Sexualität zerstören. In dem Jahr, bevor ich Regs bekam, war ich ein Jahr ohne AD. Und die Orgasmusfähigkeit war nicht mehr dieselbe wie zuvor.
Das Problem ist, bei mir zumindest, dass ich immer wieder derart Panikattacken bekomme, dass kein Leben mehr möglich ist. Ich habe meine Arbeit verloren, als ich in der Klinik war. Das allerdings war ein Segen!

Was mir noch Kopfzerbrechen macht, ich habe, lange Zeit bevor ich Regs bekam, einen Bericht im TV genau darüber gesehen und das hatte Eindruck bei mir hinterlassen. Und zwar den, dass ich echt Angst hatte, das auch zu bekommen. Dann irgendwann, bekam ich das mal, ich glaube das war nach einem Orgasmus. Ich dachte immer nachdem ich einen Tampon benutzte. Aber es war nach einem heftigen Orgasmus. Und der Frauenarzt meinte, es könne sein, dass die Harnröhre gereitzt wurde. Die würde beim Sex auch eine Rolle spielen. In einer Woche sei das weg. Ich glaubte ihm! Und es war weg nach einer Woche. Es war so schlimm, dass ich fast nur im Bett lag, um mich nicht zu bewegen. Und dann, nach großen psychischen Stress, kam es dann 2013 zurück. Diesmal war ich davon überzeugt, dass mir niemand helfen kann. Und ich das nicht mehr los würde. Und jetzt ist 2017 und ich habe es immer noch. Darum zweifle ich immer, ob es wirklich Nebenwirkungen gewesen sein könnten vom AD oder mein Kopf.

In der Klinik habe ich dann auch erfahren, dass man, wenn man nicht an die Medis glaubt, die Wirkung aushebeln kann. Ohne Placebo geht da wohl nix affraid

Bitte nichts negatives über Escitalopram und Pregabalin schreiben. Im Moment bin ich nicht stabil genug dafür Sad

Liebe Grüße und ebenso speziell an dich zurück Aristocat Smile
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BeitragThema: Re: Endlich eine Besserung   Endlich eine Besserung EmptyDi 15 Aug - 7:35

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BeitragThema: Re: Endlich eine Besserung   Endlich eine Besserung EmptySo 20 Aug - 17:20

Hallo Nickel,

es ist nicht mein Anliegen, Schlechtes über bestimmte Antidepressiva oder Antiepileptika zu schreiben und Menschen noch mehr zu verunsichern. Ich teile lediglich meine Meinung, meine Erfahrung und mein Wissen mit. Ich kann nicht mehr tun, als Literatur dazu geben und Webseiten nennen.
Im übrigen bin ich der Meinung, dass jemand, der schon RGS hat, sich darüber hinaus nicht auch noch quälen soll. Wer meint, dass ihm Antidepressiva helfen, soll sie nehmen, keine Frage.
Auch gegen Panik Attacken kann man etwas tun.....und zwar atmen. Da spreche ich aus Erfahrung, nicht aus Büchern. Es ist zwingend notwendig zu lernen, richtig zu atmen, bewusst zu atmen und vor allem in der Situation selbst bewusst zu sein und regelmäßig zu atmen. soweit ich weiß ist noch nie ein Mensch von einer Panik Attacke bewusstlos geworden oder gar gestorben. Das muss man lernen und üben. Dabei helfen entweder Atemtherapeuten oder gute Verhaltenstherapeuten, die nicht nur reden, sondern von diesen Vorgängen im Körper Ahnung haben und das mit ihren Patienten üben können. Der Parasympathikus, der Zweig des autonomen Nervensystems, der beruhigt, muss aktiviert werden, und das geht nur über Atmung und bewusstes Bleiben im Hier und Jetzt. Regelmäßige Atmung - nicht zu tief in den Bauch bei RGS - hilft übrigens auch beim Einschlafen; eben weil das ganze System darüber beruhigt wird. Wenn man dann noch die Zunge fallen lässt und nicht mehr gegen den Gaumen presst, wirkt das auch noch unterstützend.
Des weiteren Bewegung, Bewegung und nochmals Bewegung; hilft nicht nur beim RGS, sondern gerade bei Angst und Depressionen.

Liebe Nickel, seit ca. 1 1/2 Jahren versuche ich zu erklären, dass Menschen sich selbst programmieren und zwar über ihre Gedanken und Gefühle. Wenn wir also Horrorphantasien entwickeln darüber, was nicht alles passieren kann, speichert das Nervensystem dies ab, und irgendwann reagiert der Körper psychosomatisch. Das Gleiche gilt für Traumata, egal ob körperliche oder psychische. Es bleibt dann manchmal nicht bei Depressionen und Panik Attacken, sondern es entsteht ein RGS, oder ein RLS oder eine Fibromyalgie, oder ein Reizdarmsyndrom, oder oder oder. Es sind die unbewussten Anteile, die dann unseren Körper steuern und ihn zu manchmal für uns nicht plausibeln Reaktionen antreiben.

Es gibt keinen anderen Weg. wir müssen bewusst unser Leben steuern. Die Pille legt vielleicht einen Schleier über die Wirklichkeit und hilft, sie etwas besser zu ertragen, aber sie kann uns nichts abnehmen. So weit ist die Medizin noch nicht. Dafür sind das autonome Nervensystem und das Gehirn viel zu kompliziert.

Liebe Grüße
Aristocat

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BeitragThema: Re: Endlich eine Besserung   Endlich eine Besserung EmptyDi 22 Aug - 7:57

Hallo Aristocat,

hast du schön geschrieben. Ich habe das Atmen so nie gelernt, damals hatte ich zu sehr Angst, als ich mit der Angst anfing, mich überhaupt ans Atmen zu wagen. Im Übrigen habe ich Asthma. Ich kam mit Atemwegsproblemen bereits zur Welt.
Ich tue mich schwer mir selbst zu helfen. Obwohl ich nach fast 20 Jahren Therapie und chronischer Angst und Zwangsgedanken (denen ist nur schwer beizukommen) und inzwischen auch Depressionen in Therapie bin und auch lese und lese und lese. All das was du geschrieben hast, weiß ich schon. Nur das Umsetzen fällt mir schwer. Vor allem seit Regs! Und meine letzte Arbeitsstelle hat mir persönlich echt den Rest gegeben. Habe mich sehr verändert seit dem.
Aber Recht hast du abolut mit Bewegung. Viel Bewegung. Da muss ich echt meinen inneren Schweinehund bekämpfen zu. Ich bin so ein Sport- und Bewegungsmuffel.

Ich denke die Genetik spielt bei mir noch zusätzlich eine Rolle. Gerade bei den Zwängen. Ich bin von beiden familiären Seiten vorbelastet. Die eine mit den Zwängen, die andere mit Depressionen und evtl. Ängsten. Das macht es nicht leichter. Dann noch einen ungünsten Start ins Leben hat die Sache rund gemacht. Ich habe das Gefühl, immer unfähiger zu werden, um an mir zu arbeiten, an mich heranzukommen, zu glauben und zu vertrauen. Das macht es mir echt sehr schwer nicht immer wieder zurückzufallen. Die Psyche ist schon eine verzwickte Angelegenheit.

Ich finde es beneidenswert, wie du es geschafft hast, noch nie etwas einzunehmen gegen Ängste und Regs. Das ist schon ziemlich selten, dass jemand so eine innere Stärke entwickeln kann. Ich bin leider nicht so stark gewesen. Ich habe auch nicht die richtigen Lebensumstände dazu. Das mag mich evtl. immer schon blockiert und zurückgeworfen haben.

Als ich das schrieb mit den Antidepressiva, dass du nix Unheimliches schreiben sollst, hatte ich gerade einen arg schwachen Moment was das betrifft.

Ich habe angefangen Lyrica zu reduzieren. Ich nahm morgens und abends je 150 mg. Morgens 75 mg weggelassen klappte sehr gut. Abends ganz und gar nicht. Ich bin in ein solch unangenehmes Empfinden im Kopf geraten, dass ich das nicht mehr halten konnte. Ich nahm dann wieder die 150 mg. Dieses seltsame Gefühl hatte ich Anfang des Jahres auch gehabt, da bin ich dann in die Klinik, als mein Zustand eskalierte. Ich wäre so was von gerne ohne Medikamente, das ist ein Traum von mir. Er erscheint mir nur so unerreichbar zur Zeit. Anfang des Jahres war ich das für ein Dreivierteljahr.

Liebe Grüße

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Nettermensch

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BeitragThema: Re: Endlich eine Besserung   Endlich eine Besserung EmptyDi 19 Sep - 15:27

Ich muss dazu was sagen... (Und will euch damit in keinster Weise angreifen falls sich das irgendwie so anhören sollte) es wird oft erwähnt, dass das ganze ausgelöst werden kann durch Dinge die wir in unserem Unterbewusstsein abspeichern, in unserem Kopf, durch Dinge die uns beschäftigen und und und.
Ich hab da was gegen, denn ich bin der Überzeugung, man kann nicht alles mögliche Vermeiden, um kein RGS zu erzeugen, wo käme man dann da hin.
Selbst wenn einen mal etwas sehr beschäftigt oder es eine Angst davor gibt, selbst wenn es schon ziemlich pathologisch ist, kann es nicht sein dass man das so schnell wie möglich meiden oder loswerden müsste nur damit kein extrem schlimmes Syndrom entsteht. Dass alles sowieso irgendwann psychosomatisch wird, glaube ich keineswegs. Es kann passieren, aber das ist doch eher nicht grade die Regel...
Ich habe die ganze Zeit gedacht, ich darf mich mit bestimmten Dingen nicht beschäftigen, ich muss psychische Auslöser vermeiden und das endete darin dass ich richtig Angst vor ganz normalen Eindrücken bekam und automatisch alles mögliche vermieden habe!! Und es kann auch nicht sein dass nur weil man Angst vor einer Krankheit hat, dass man sie dann bekommt. Ich finde einfach das kann nicht sein, der Mensch müsste ja alles mögliche meiden, und es gibt ja noch mehr als das Rgs Syndrom.

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Nikkel
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BeitragThema: Re: Endlich eine Besserung   Endlich eine Besserung EmptyDi 19 Sep - 18:21

Hallo Nettermensch,

Und es kann auch nicht sein dass nur weil man Angst vor einer Krankheit hat, dass man sie dann bekommt.

Eigentlich spricht genau das eher für eine psychosomatische Geschichte. Ich halte das nicht für einen Zufall, dass man Angst hat vor einer Erkrankung und man diese dann tatsächlich bekommt. Wahrscheinlich ist es doch eher, dass man sich da was in den Kopf gesetzt hat?

LG
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MrsJane



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BeitragThema: Re: Endlich eine Besserung   Endlich eine Besserung EmptyMo 13 Jan - 17:43

Nettermensch ich habe morgen einen Termin beim proktologen da mir Hämorrhoiden aufgefallen sind ! Hat der Arzt es so zu dir gesagt, dass Hämorriden diese Symptome auslösen können ??
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Britta



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BeitragThema: Re: Endlich eine Besserung   Endlich eine Besserung EmptySa 26 Dez - 15:52

Hallo Aristocat,
ich bin ganz neu hier und bin beim lesen auf Deine Beiträge gestoßen. Ich setze aktuell Mirtazapin ab. In ganz, ganz kleinen Schritten.
Ich habe nun mal meine Reduktionsschritte geprüft (führe Tagebuch). Es könnte tatsächlich mit dem Absetzen zusammenhängen. Je weiter ich reduziert habe umso häufiger und intensiver ist das RGS aufgetreten. Ich werde es beobachten.
Am Montag gege ich wieder um 0,1mg runter.
Ich hab aber auch eine Spinalkanalstynose und hatte im Frühjahr 2 Bandscheibenvorfälle in der LWS.
LG und hoffentlich im nächsten Jahr Besserung
Britta
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Aristocat
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BeitragThema: Re: Endlich eine Besserung   Endlich eine Besserung EmptySo 27 Dez - 18:08

Hallo Britta,

herzlichen Dank für deine Rückmeldung.

Ja, leider sieht es wohl so aus, dass diese Psychopharmaka sich langsam zur modernen Pest entwickeln. Sie zerstören bei einigen Menschen das grundlegende menschliche Lebenssystem, nämlich die Sexualität auf einer ganz bestimmten Ebene. Sie zerstören dort, wo Emotionen und Sexualität korrespondieren. Diese Verbindung scheint für die Wissenschaft unzugänglich zu sein, weswegen sie ununterbrochen im Körper nach Auslösern suchen. Ich bin sicher, sie werden noch lange suchen, wenn sie nicht endlich verstehen, dass der Mensch auch ein Energiesystem hat, das Emotionen und Gedanken antreiben, die dann wiederum eine Auswirkung auf den Körper haben.

Je mehr ich lese und mich mit den Dingen und meinen Beobachtungen beschäftige, desto mehr schüttel ich den Kopf, wie man nur so zielgerichtet immer in die falsche Richtung laufen kann.

Das Syndrom RGS ist alt, wahrscheinlich uralt, und es ist unabhängig vom Alter der Betroffenen. Darüber habe ich bisher wissenschaftlich noch nichts gelesen.

Angeblich wurde PGAD das erste Mal 2001 von Prof. Sandra Leiblum wissenschaftlich beschrieben. Das bewerte ich für unsere neuere Zeit auch als richtig. Diese wissenschaftliche Abhandlung könnte der langsamen Zunahme des Syndroms durch die Zunahme der Behandlung mit Psychopharmaka geschuldet sein und der anderen Sichtweise, die Prof. Leiblum als Frau auf das Syndrom werfen konnte.
Allerdings habe ich kürzlich den Originaltext von Wilhelm Reich, einem Schüler Freud`s, von 1927 „Die Funktion des Orgasmus“ gekauft. Ich blätterte das Büchlein durch und stieß auf eine Fallgeschichte, in der Reich eine Frau beschrieb, die unter permanenter sexueller Erregung litt. Von Reich wurde dieser Zustand, gemäß seiner Zeit, als „Nymphomanie“ diagnostiziert. Er fügte allerdings eine Neurasthenie hinzu, eine Diagnose, die heute nicht mehr gebräuchlich ist und vielleicht ungefähr einem heutigen Burn out Syndrom entsprechen würde.
Wir können jedoch klar davon ausgehen, dass diese Frau keine Psychopharmaka geschluckt hat. Ich bin allerdings sicher, dass sie traumatisiert war. In dieser Zeit waren sexuelle und körperliche Gewalt gegen Frauen und Kinder an der Tagesordnung.
Ich bin im Moment leider nicht in der Lage, das Buch zu lesen, da ich die bewertende, entwertende und stilistisch durch und durch patriarchale, psychiatrische Sprache des beginnenden 20. Jahrhunderts einfach nicht ertrage.

Das wahrscheinlich uralte Syndrom PGAD/RGS wurde von männlichen Psychiatern und Ärzten „umgedeutet“ und in eine ihnen genehme Diagnose verpackt. Heute ist ihnen klar, dass die Bewertung „Nymphomanie“, ebenso wie die Bewertung „Hysterie“, nicht mehr tragbar ist. Ich weiß nicht, ob Nymphomanie im DSM noch vorhanden ist. Hysterie jedenfalls ist im Rahmen der emanzipatorischen Bewegung irgendwann gestrichen worden.
Meiner Meinung nach wäre eine Aufarbeitung dieser alten Literatur notwendig. Erstens um ein besseres Verständnis für dieses Syndrom zu entwickeln; wo ähneln sich die Fallgeschichten, wo sind sie missinterpretiert worden, in welchen Umständen lebten die Frauen etc. Zweitens, um vielleicht tatsächlich Ansätze zu finden, die der heutigen Wissenschaft weiter helfen. Dies ist allerdings nicht der Arbeitsstil der Psychiatrie, das müssten wahrscheinlich Psychologen angehen.
Da die Psychiatrie bezgl. Psyche ziemlich hilflos da steht, sucht sie auch auf anderen Gebieten nach einem biologistischen Ansatz. Da sind die Tarlov Zysten, der Pudendus Nerv und Goldstein/Komisaruk diskutieren ein Cauda equina Syndrom. Letztere befinden sich damit zwar schon in der richtigen Gegend des Körpers, da RGS häufig auch mit massiven Rückenschmerzen einher geht. Jedoch, die von ihnen angepeilten Nervenwurzeln sind nicht geschädigt.

Nun zum zweiten Faktor, dass ich behaupte, dass dieses alte Syndrom altersunabhängig ist.
Immer wieder wird im Netz von Frauen berichtet – meiner Erinnerung nach auch in dem niederländischen PSAS Forum – dass sie bereits als Kinder, also vorpubertär, diese Gefühle hatten und auch Orgasmus Wellen erfahren haben. RGS ist also kein Syndrom, das erst nach der hormonellen Reifung in Erscheinung tritt. Es muss also etwas sein, das unabhängig von dem existiert,  was  wir allgemein unter erwachsener Sexualität verstehen. Die Orgasmusfähigkeit und der Vorgang der Entstehung dorthin scheint also eine urmenschliche Fähigkeit zu sein, unabhängig vom Alter. Die Pubertät scheint, so im Moment meine Hypothese, der Reifung hin zur Fortpflanzungsfähigkeit und der Entwicklung von verantwortlicher Elternschaft zu dienen. Die Orgasmusfähigkeit wird zwar in dieser Lebensphase bewusst, und es wird begonnen, sie zu leben, sie entwickelt sich aber nicht in dieser Zeit. Auch sieht es wohl so aus, dass der Hormonstatus somit keine ausschlaggebende Rolle spielt.
Wer spricht eigentlich einmal mit diesen Frauen, die diese Gefühle für die Norm menschlichen Lebens gehalten haben, weil sie einfach nichts anderes kannten?

Ich habe schon einmal über Wilhelm Reich berichtet, der feststellte, dass, wenn er bestimmte Körpersegmente bei Patienten berührte, er bei ihnen Wut, Hass oder sexuelle Erregung feststellte. Im Grunde ist diese Entdeckung sensationell, denn sie bedeutet, dass Traumata jedweder Art, sowie Druck, Angst, Panik, Depression etc., die kein Ventil finden, im Körper abgespeichert werden und sich nicht nur emotional, sondern auch sexuell entladen können – nicht müssen. RGS wäre damit ein permanenter Entladungsversuch des Körpers, der jedoch nicht zum Erfolg führt, da die Ladung sich sofort wieder aufbaut.

Nun zurück zu den Psychopharmaka. Diese scheinen bei einigen Menschen sowohl in der Phase der Einnahme, als auch in der des Absetzens, den emotional zugrunde liegenden Prozess zu verstärken und deswegen das Ventil der sexuellen Entladung zu öffnen. Diese Öffnung wird im menschlichen Körper „programmiert“. Was Reich mit bestimmten Berührungen gemacht hat, machen die Psychopharmaka mit Chemie. Allerdings sind diese Pillen nicht in der Lage, das Ventil auch wieder zu schließen. Sie sind halt keine Wunderdrogen. Einmal geöffnet, läuft die sexuelle Energie wie das Wasser bei einem Rohrbruch.
Die Wissenschaft hat keinerlei Belege, wie viel dosiert werden kann und ob emotionale Probleme überhaupt mit Psychopharmaka zu bewältigen sind. Sie glaubt daran, Wissen sieht anders aus.

Ich finde es gut Britta, dass du beobachtest und auch Tagebuch führst. Nur so können wir Mosaikstein zu Stein zusammenfügen, was vielleicht irgendwann mal von Bedeutung sein kann. Du kennst wahrscheinlich das ADFD Forum, wo die Menschen in mini Schritten versuchen, das Zeug los zu werden. Vielleicht berichtest du irgendwann nochmal, wie es weiter gegangen ist. Auf jeden Fall drücke ich dir die Daumen, dass es vielleicht nur eine Übergangsphase ist, bis dein Körper sich wieder an ein normales Dasein gewöhnt hat.
Ein gutes neues Jahr und viel Erfolg beim Abdosieren.
LG Aristocat
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